KW38_Markungsputzete

Bei der zweiten Markungsputzete haben am vergangenen Samstag 250 Freiwillige die Stadtteile von insgesamt 30 Kubikmeter Müll befreit. Die Lindenschule stellte die größte Putzgruppe.

 „Es ist richtig krass, was die Leute so wegschmeißen“, sagte die neunjährige Laura. Sie war bei der Markungsputzete am vergangenen Samstag mit ihren „Adleraugen“, der Jugendgruppe des Naturschutzbunds (Nabu) an der Körsch und am Katzenbach unterwegs. Neben einem alten Motor, den die Kinder aus der Körsch gezogen hatten – wobei übrigens kein „Adlerauge“ ins kühle Nass geplumpst ist – wunderten sich Laura und ihre Mitstreiter besonders über einen alten Pulli und eine große Blechbadewanne, die sie am Ufer fanden. „Auch richtig viel altes Klopapier, benutzte Tampons und Styropor haben wir gefunden, das war teilweise richtig eklig“, sagte Amelie. Die meisten der Kinder hatten bereits im vergangenen Jahr bei der Aktion mitgemacht. Ehrensache sei das, befand Henry. Dem Neunjährigen war bei seiner Pirsch im Gelände aufgefallen, dass viel weniger Mundschutzmasken als noch im vergangenen Jahr herumlagen. „Aber viel Müll war es trotzdem“, sagte Laura, „auch viele Dinge, die man eigentlich noch gebrauchen könnte.“

Insgesamt lieferten die 250 freiwilligen Helferinnen und Helfer knapp 30 Kubikmeter an den sechs Sammelstellen im gesamten Stadtgebiet ab. Einige skurrile Dinge waren darunter. So fanden die freiwilligen Putzkräfte unter anderem ein Fahrrad, ein Mikrowellengerät, diverse Gestelle von Kinderwagen sowie einen großen Spiegel, alles in der Landschaft entsorgt. Angesichts des eher durchwachsenen Wetters zeigte sich Oberbürgermeister Christof Bolay sehr zufrieden mit der Teilnehmerzahl – auch wenn 2021 mit 350 etwa 100 Freiwillige mehr unterwegs gewesen waren. „Damals ging die Aktion auch über zwei Tage, jetzt war es nur einer“, sagte er. Immerhin: An der Menge des gesammelten Mülls halten sich die beiden Jahre fast die Waage. Auch 2021 waren es letztlich 30 Kubikmeter Sammelgut gewesen.

Auf die Suche nach Müll machten sich dabei nicht nur Einzelpersonen. Auch Familien, Vereine, Schulklassen und Kindergartengruppen zogen mit von der Stadt gestellten Handschuhen, Zangen und Müllsäcken bewaffnet los. Die größte angemeldete Gruppe stellte die Lindenschule mit allein 70 Helferinnen und Helfern. Bolay war sich obendrein sicher, dass einige nicht angemeldete Teilnehmer unterwegs waren. Um das Engagement besser koordinieren zu können, wurden die sechs Stadtteile jeweils in mehrere Putzbezirke eingeteilt. Als Dank für ihren Einsatz bei der Markungsputzete erhielten alle angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Fünf- Euro-Verzehrgutschein.

„Die Aktion lebt von der Kontinuität, wir wollen damit das Bewusstsein für das Müllproblem wecken“, sagte der Oberbürgermeister. Durch die Corona-Pandemie habe sich das Problem verschärft. „Die ganzen Verpackungen von To-go-Essen machen sich deutlich bemerkbar“, sagte Bolay. Grundsätzlich sei wild entsorgter Müll in der Stadt ein Dauerthema. „Die Leuten haben ein waches Auge auf ihre Umwelt und haben gerne aufgeräumt.“

Die stadtweite Markungsputzete soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. Dass sie nun zum zweiten Mal mit dem weltweiten World Cleanup Day, der immer am dritten Samstag im September stattfindet, zusammengefallen ist, sei ursprünglich keine Absicht gewesen. „Es gab in den einzelnen Stadtteilen immer schon Putzaktionen. Daraus entstand der Wunsch, ein Datum für alle Bezirke auszugeben. Da waren wir als Verwaltung gleich dabei“, erklärte Bolay. Allerdings gab es vor allem von Seiten der Schulen einige Einwände, dass das Datum der Markungsputzete so kurz nach dem Schulstart nicht unbedingt der ideale Zeitpunkt sei – die Koordination sei schwierig. „Vielleicht ändern wir das Datum im nächsten Jahr“, kündigte der Oberbürgermeister an.

22. September 2022