Das Bild zeigt die Breslauer Straße in der Parksiedlung auf der Höhe des landschaftsbildprägenden Kirschbaums bei Morgennebel am 22. Oktober 2019. So schnell kann ein Foto historisch werden: Inzwischen ist entlang der Breslauer Straße mit hohem Aufwand ein breiterer Fuß- und Radweg gebaut worden. Der alte Fußweg ist Geschichte...


Parksiedlung Breslauer Straße 2019

Das Foto kam mitsamt vielen anderen Aufnahmen von einem engagierten Bürger der Parksiedlung ins Stadtarchiv. Da er direkter Anwohner der Breslauer Straße ist, hat er die ganze Bauphase in all´ ihren Abschnitten bestens dokumentiert. Die interessantesten Aufnahmen wurden jetzt in die Fotosammlung des Stadtarchivs übernommen.


Neuerwerbung des Monats Mai 2020

Das Foto zeigt rechts das Gebäude Ruiter Str. 13 im Jahr 1986. Der Blick von der gegenüberliegenden Straßenseite geht in Richtung Plieninger Straße. Das Gebäude wurde bald nach der Aufnahme durch einen Neubau ersetzt. Das direkt angrenzende Haus Plieninger Str. 4 ist inzwischen auch abgebrochen.


Scharnhausen Ruiter Straße 1986

Die Herkunft der Aufnahme ist nicht geklärt. Sie fand sich in einem kleinen Bestand im Stadtarchiv und wurde nun für die Fotosammlung digitalisiert. 1986 ist noch gar nicht so lange her, und doch erscheint uns dieses Bild als "alt". Das Ortsbild ändert sich immer wieder, wenn alte Häuser abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Die Aufgabe eines Stadtarchivs ist es nicht, einen solchen Wandel zu verhindern, sondern ihn zu dokumentieren. 


Neuerwerbung des Monats April 2020

Die Abbildung zeigt einen Briefumschlag der Gemeindeverwaltung Ruit an das Bauamt der städtischen Wasserwerke Stuttgart. Das Datum ist auf dem Poststempel leider nicht erkennbar, es müsste sich jedoch um die 1920er-Jahre handeln. Das Rathaus verwendete den Stempel der Filderwasserversorgung, deren Mitglied die Gemeinde Ruit seit 1908 war. Die "FIWA" war bereits 1904 von mehreren Fildergemeinden gegründet worden, um die Bevölkerung mit guten Trink- und Nutzwasser zu versorgen. Das Grundwasser wurde im Neckartal auf Gemarkung Neckartailfingen gewonnen und dann auf die Filder hochgepumpt. 

Es gab immer wieder etwas zu regeln. 1927 etwa wurde vereinbart, bei den städtischen Wasserwerken Stuttgart einen dort vorhandenen "Geophonapparat" auszuleihen, wenn es irgendwo im Ort einen nicht lokalisierten Wasserrohrbruch gab. Mit diesem Apparat konnte man - ähnlich wie beim Stethoskop des Arztes - den Boden nach ungewöhnlichen Wassergeräuschen abhorchen, aber man brauchte "ein gewisses Einfühlungsvermögen" dazu. Deshalb wurde der Geophonapparat mitsamt einem Fachmann der Stuttgarter Wasserwerke ausgeliehen. 


Ruit Brief Filderwasserversorgung 1920er-Jahre

Der Briefumschlag wurde bei ebay zum Kauf angeboten und konnte erworben werden. Naturgemäß finden sich in unseren Akten keine Kuverts gesendeter Briefe, denn die landeten ja beim Empfänger. Normalerweise würde solch ein Umschlag in der Archivsammlung aufbewahrt. In diesem Fall wird er jedoch mit dem Vermerk des Erwerbs in die amtliche Akte über die Filderwasserversorgung gelegt.


Neuerwerbung des Monats März 2020

Das Foto ist vermutlich in den 1930er-Jahren aufgenommen worden und zeigt die winterliche Denkendorfer Straße in Nellingen bei geschlossener Schneedecke. Am linken Bildrand sieht man die Gleise der Straßenbahn END und die Strommasten. So ein Bild hätte heute Seltenheitswert, denn zum einen gibt es viel mehr Straßenverkehr, und zum anderen gab es in den letzten Jahren kaum noch Winter mit reichlich Schnee. Die Kinder konnten sich ungefährdet auf der Straße bewegen und den Schnee genießen. Die Kehrseite eines solchen kalten Winters war freilich die Kälte, die in den Schlafkammern der Kinder herrschte - meistens unter dem unisolierten Dach. Die Oberseite der Bettdecke war morgens beim Aufwachen oft gefroren.


Nellingen Denkendorfer Straße im Winter um 1935

Die Aufnahme stammt aus dem Fotoalbum eines geschichtsbewussten Nellingers, der seine Schätze dem Stadtarchiv zum Einscannen zur Verfügung gestellt hat.


Neuerwerbung des Monats Februar 2020

Das Foto zeigt die Körschbrücke bei der Kemnater Neumühle während des Hochwassers im Juli 2009. Im Hintergrund verläuft die Straße hinauf nach Kemnat.


Kemnat Hochwasser Körschbrücke 2009

Bilder werden nicht nur von Bürgern zur Verfügung gestellt oder vom Stadtarchiv selbst gemacht, sondern auch aus der Stadtverwaltung übernommen. In diesem Fall ist es eine Dokumentation der Arbeit des Sachgebiets Grünflächen in der Abteilung Freiflächenmanagement des Fachbereichs 4. Früher hätte man gesagt: Die Abteilung Grünflächen im Tiefbauamt.


Neuerwerbung des Monats Januar 2020

Das Foto zeigt den so genannten "Opfersonntag" des Jahres 1942 in Nellingen. Die Gulaschkanone, in der in diesem Fall aber fleischloser Eintopf zubereitet wurde, stand in der damaligen Adolf-Hitler-Straße (heute Otto-Schuster-Straße) vor dem Saal des Gasthauses Herzog Karl. Wer die drei Militärs sind, ist bislang nicht bekannt. Sie tauchen jedoch auch auf Bildern des damals so genannten "Heldengedenktags" auf dem Nellinger Friedhof auf. Da die Offiziere Luftwaffenuniform tragen, liegt es nahe, dass sie auf dem Nellinger Fliegerhorst stationiert waren.

Eigentlich handelte es sich um den "Eintopfsonntag", den die Nationalsozialisten bereits 1933 eingeführt hatten. Nicht zuletzt um Fett zu sparen, sollte von Oktober bis März einmal im Monat in allen deutschen Haushalten nur Eintopf gegessen werden. Die Differenz zu den Kosten für das sonst übliche Sonntagsessen wurde mit 50 Pfennig veranschlagt. Dieser Betrag wurde in jedem Haushalt von den Blockwarten zugunsten des Winterhilfswerks eingesammelt. Der Eintopfsonntag sollte auch die "Volksgemeinschaft" stärken, indem man Solidarität mit der ärmeren Bevölkerung demonstrierte. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Eintopfsonntag dann "Opfersonntag" genannt. 


Nellingen Opfersonntag 1942

Das Foto fand sich in einem Fotoalbum aus dem banachbarten Neuhausen und wurde dem Stadtarchiv vom Neuhäuser Ortshistoriker Karl Bayer zum Einscannen zur Verfügung gestellt. 


Neuerwerbung des Monats Dezember 2019

Das Foto zeigt Magdalene Bauer geb. Mayer aus der Riegelstraße in Nellingen. Sie lebte von 1846 bis 1927, wurde also 81 Jahre alt. Diese für damalige Verhältnisse lange Lebenszeit ist umso erstaunlicher, als sie in den 21 Jahren zwischen 1868 und 1889 nicht weniger als 18 Kinder zur Welt brachte. Davon starben zwölf Kinder, die meisten bereits in den ersten Lebensmonaten. Darunter war auch das erste Kind und die letzten fünf Kinder. Wie haben Magdalene Bauer und ihre Familie diese schreckliche Erfahrung verarbeitet? Wir wissen es nicht, aber es ist zu vermuten, dass man damals ein sachlicheres Verhältnis zum Tod hatte - sonst hätte man das wohl gar nicht ausgehalten. Das erste Kind wurde Rosine getauft. Dieser Name wurde danach noch an drei weitere Kinder vergeben, die auch alle gestorben sind. Heute würde wohl niemand auf die Idee kommen, ein neues Kind so zu nennen wie ein zuvor verstorbenes.

Leider ist das Foto nicht datiert. Wie alt mag Magdalene Bauer gewesen sein? Die Leute sahen früher oft älter aus, als sie tatsächlich waren, denn sie mussten hart arbeiten, konnten sich nicht so gut ernähren und hatten eine schlechte medizinische Versorgung. Vielleicht ist das Foto um 1910 aufgenommen, dann wäre sie um die 65 Jahre alt gewesen. Vielleicht wurde das Foto aber auch erst kurz vor ihrem Tod gemacht.

Interessant ist die schwarze Tracht und die Einrichtung des Zimmers. Vielleicht wurde es im privaten Wohnzimmer aufgenommen, vielleicht aber auch bei einem Anlass in einem anderen Haus?


Nellingen Magdalene Bauer um 1910

Das Foto wurde dem Stadtarchiv von der Urenkelin der Magdalene Bauer zum Einscannen zur Verfügung gestellt.


Neuerwerbung des Monats November 2019

Das Foto zeigt einen Blick in die Ruiter Straße in Scharnhausen um 1936. Links sieht man die damalige Schmiede in der Ruiter Straße 9. Am rechten Bildrand ist das ebenfalls längst abgebrochene Gasthaus Hirsch, und im Hintergrund steht das Gebäude Kirchstr. 2 an dem Ort, wo sich heute die Scharnhauser Bank befindet.

Das Aufnahmedatum ist keine hundert Jahre her, und doch ist alles, was man auf dem Bild sieht, heute nicht mehr existent. Sämtliche Gebäude wurden abgerissen und durch Neubauten ersetzt, die Straße wurde asphaltiert, und glücklicherweise gibt es seit 1945 auch keine Hitlerjugend mehr, die man hier marschieren sieht.


Scharnhausen Ruiter Straße um 1936

Das Foto wurde dem Stadtarchiv von eine Bürgerin aus Scharnhausen geschenkt. Es ist ein wertvolles Dokument seiner Zeit und wird dauerhaft in der Fotosammlung des Stadtarchivs verwahrt. Über eine Datenbank erschlossen, kann das Foto mit den Stichworten zu Straße und Hausnummer, "Gasthaus", "Hirsch", "Nationalsozialismus" oder "Hitlerjugend" blitzschnell gefunden werden, je nachdem, was der Zweck der Rercherche ist.


Neuerwerbung des Monats Oktober 2019

Im Oktober 2019 kamen vier Medaillen in die Sammlung des Stadtarchivs, die aus der US-Kaserne Nellingen Barracks (heute Scharnhauser Park) stammen. Die älteste von ihnen (ganz links) ist von 1976 und dem 200-jährigen Bestehen der USA gewidmet. Die drei anderen sind Medaillen der Jahre 1978 bis 1981 für die Teilnehmer der damals beliebten Volkswandertage. Diese wurden auch in vielen anderen Orten veranstaltet und trugen in unserem Fall zur deutsch-amerikanischen Verständigung bei.


Scharnhauser Park Nellingen Barracks Medaillen

Die Medaillen wurden von einem Bürger aus dem Scharnhauser Park bei einem Flohmarkt erworben und nun an das Stadtarchiv weiterverkauft. Sie bilden eine Ergänzung zu den bereits in der Sammlung vorhandenen Medaillen und Pokalen aus der US-Kaserne Nellingen Barracks.


Neuerwerbung des Monats September 2019

Das Foto zeigt die Arbeiten an der Kanalisation der Ludwig-Jahn-Straße um 1935. Die "Siedlung", wie man sie in Nellingen nennt, wurde in den 1930er-Jahren erbaut. Die kleinen Siedlungshäuser stehen heute noch, allerdings sind sie praktisch alle umgebaut und erweitert. Die Kanalisation war wie der Straßenbau eine notwendige Erschließungsmaßnahme. Stehend ganz links im Bild sieht man Christian Mack, gennant "Nuss". 


Nellingen Kanalisationsarbeiten 1935

Das Foto kam über eine Nellinger Bürgerin in das Stadtarchiv. Es wurde dort eingescannt, das Original hat die Eigentümerin unverzüglich wieder zurück bekommen.


Neuerwerbung des Monats August 2019

Die Abbildungen stammen aus einer sechsseitigen Schrift der NSDAP-Ortsgruppe Ruit, die vermutlich zum Jahreswechsel 1941/42 an die ausmarschierten Ruiter Soldaten verschickt wurde. "Gruss aus der Heimat" war das dünne Heftchen betitelt. Es passte nach einer Faltung in ein kleines Feldpostkuvert. Neben einem Luftbild von 1934, Abbildungen der Kleider- und Skisammlung sowie Ruiter Häusern und Schulszenen sind auch Bilder vom Ruiter Winter enthalten. Sie zeigen eine von meterhohem Schnee geräumte Straße und den großen Ruiter Schneepflug: ein Gespann mit sechs Pferden, das ein V-förmiges, von etlichen Menschen beschwertes Holzgestell zog. Auch ein Winterbild der Scharnhauser Straße mit dem Rathaus und dem alten Schulhaus ist abgebildet. 
Sinn und Zweck eines solchen Schreibens an die Front war natürlich, die Kampfmoral zu stärken. Deshalb grüßte Ortsgruppenleiter Theodor Fritz mit einem Gedicht, in den es unter anderem hieß: "Es kommt der Tag, die Stunde / wo ihr einst wiederkehrt / an dem die frohe Kunde / vom Siege alles hört". Es sollte anders kommen. Der Krieg wurde verloren, 150 Ruiter Soldaten kehrten nicht zu ihren Familien zurück, und Ortsgruppenleiter Fritz machte sich bei Kriegsende feige aus dem Staub. 


Ruit Gruß aus der Heimat 1942

Die Schrift "Gruss aus der Heimat" war bislang nicht bekannt. Sie wurde über ebay angeboten und konnte schließlich ersteigert werden. 


Neuerwerbung des Monats Juli 2019

Die Ansichtskarte von Scharnhausen zeigt den Ort vermutlich in den 1960er-Jahren. Die Karte gab es aber einige Jahre im Handel und wurde in diesem Fall erst 1970 versendet. Der Fotograf stand im Bereich "Halde" und blickte nach Süden. Gut sichtbar ist die damals noch recht neue evangelische Kirche und rechts davon das Schulhaus in beiger Farbe, das 1974/75 zur Schaffung des Kirchenparkplatzes abgebrochen wurde. Die Ansichtskarte wurde von Doris Fetter in Auftrag gegeben, die in der Nellinger Straße bei der "Krone" an der Körsch eine Schreibwarenhandlung und eine Leihbücherei betrieb.


Scharnhausen Ansichtskarte 1960er-Jahre

Nach vielen Jahren Sammeltätigkeit denkt man im Stadtarchiv immer, dass schon alle Ansichtskarten vorhanden sein müssten. Immer wieder taucht jedoch eine auf, die noch in der Sammlung fehlt, so auch diese. Sie konnte über Ebay ersteigert werden.


Neuerwerbung des Monats Juni 2019

Im Juni kam ein kleines Konvolut mit Unterlagen der Kommunistischen Partei (KPD) aus Ruit in die Sammlung des Stadtarchivs. Es handelt sich um einen Stempel der Ortsgruppe Ruit samt Material des Kassiers: Ein Papiertäschchen mit Beitragsmarken, ein Umschlag mit Ansteckfähnchen zur Internationalen Kampfwoche gegen Faschismus und Krieg 1952, Spendenscheckhefte über DM 0,50 und DM 1,- "für den Kampf um ein einheitliches unabhängiges und friedliebendes Deutschland" und Spendenquittungen für den "Kampffond gegen Remilitarisierung und für Frieden". 

Die Ruiter KPD war 1920 aus der USPD entstanden. Im Gemeinderat saßen während der Weimarer Republik stets drei bis vier Mitglieder aus den Reihen der KPD am Ratstisch. Dabei traten die Kommunisten durch lautstarke, oft einfach strukturierte Forderungen hervor. Gegenüber der Gemeindeverwaltung hegten sie einen ständigen Generalverdacht. 1933 wurde die KPD von den Nationalsozialisten verboten, einige Mitglieder kamen in die so genannte "Schutzhaft" auf den Heuberg. Darunter war auch der Ruiter Kommunistenführer Karl Gröber.

Nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus 1945 wurde die Ruit KPD-Ortsgruppe wiedergegründet. Aus der Nachkriegszeit bzw. aus den frühen 1950er-Jahren stammen auch die erworbenen Unterlagen. KPD-Vorsitzender war wiederum Karl Gröber, der 1945/46 auch kurzzeitig als Bürgermeister amtierte. Er war bis 1959 Gemeinderat für die KPD. Da die KPD bereits 1956 verboten worden war, kandidierte Gröber 1959 für die "Parteilose Wählervereinigung Ruit" und blieb bis 1965 im Gemeinderat. Möglicherweise stammen die Unterlagen aus Gröbers Besitz.


Ruit KPD Nachkriegszeit

Das Konvolut wurde dem Stadtarchiv von einem Stuttgarter Privatmann zum Kauf angeboten. Wie er dazu kam, konnte nicht geklärt werden. Nun ist dieses interessante Detail der Ruiter Ortsgeschichte ein Teil der Sammlung des Stadtarchivs. Aus dem Nachlass von Karl Gröber kamen über die Ruiter Verwandschaft bereits zuvor interessante Dokumente ins Stadtarchiv Ostfildern. 


Neuerwerbung des Monats Mai 2019

Auch im Mai geht es wieder um die Straßenbahn END, diesmal aber als Buch. Es ist ganz neu erschienen und trägt den Titel "Die END. Straßenbahn Esslingen - Nellingen - Denkendorf: Bahnen und Busse in und um Esslingen". Autor ist Andreas Illgen aus Weinstadt, der sich viele Jahre intensiv mit der END beschäftigt hat und sich als profunder Kenner der Materie erweist. Herausgekommen ist ein Buch, das mit eine Vielzahl von qualitativ hochwertigen Fotos äußerst reich bebildert ist und zu allen Aspekten der Straßenbahngeschichte Auskunft gibt. Es macht großen Spaß, darin zu blättern!


Eine Abbildung zeigt das Buchcover mit Bildern aus Neuhausen, Esslingen und Nellingen

Das neue Buch über die END kostet 39,95 Euro und ist im Buchhandel sowie über das Internet (z.B. ebay oder amazon) zu erwerben. Die ISBN lautet: 978-3-8375-2094-1.


Neuerwerbung des Monats April 2019

Der Fahrplan der Straßenbahn END stammt aus dem Jahr 1949. Die Straßenbahn wurde auch damals noch als "Höhen-Bahn" beworben, was auch durch die bildliche Darstellung der fast alpin anmutenden Serpentinen der Zollbergstraße verdeutlicht wird. Die Straßenbahn war eben nicht nur ein öffentlicher Nahverkehr zur Arbeitsstätte in Esslingen, sondern auch ein touristisches Angebot: Bevor sich die Gewerbegebiete auf den Fildern entwickelten, galt unsere Hochebene als beliebtes Ausflugsziel der Städter aus Esslingen und Stuttgart. Dort war nämlich noch richtig "dicke Luft" durch die Fabrikschornsteine und die privaten Holz-/Kohleheizungen und -herde, während bei uns oben ein frischer Wind wehte und die Dörfer noch eher bäuerlich aussahen.


Nellingen END Fahrplan 1949

Der Fahrplan kam mit einem ganzen Konvolut von Unterlagen zum "Bauern-Express" und zur END-Verkehrsgesellschaft in´s Stadtarchiv. Der Schenker ist ein Straßenbahnsammler, der sich aus Platzmangel von Teilen seiner Schätze trennen musste. Das Konvolut ist nun im Bestand D einsortiert, wo nichtamtliches Sammlungsgut auf Dauer aufbewahrt wird. Der Bestand ist mit einem Findbuch erschlossen und kann durch Interessierte genutzt werden.