Wir! für eine zukunftsfähige Pflege in Ostfildern
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Wir! Für eine zukunftsfähige Pflege in Ostfildern

Eine gute Versorgung im Alter und bei Hilfe- und Unterstützungsbedarf geht heute und in Zukunft nur Hand in Hand mit professionellen und qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Pflegeberufen.

In Ostfildern ziehen Einrichtungen,Dienste und Stadtverwaltung daher an einem Strang. Die "Initiative Pflege in Ostfildern" informiert über die unterschiedlichen Berufsbilder in der Pflege und die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen. Hier finden Sie alle Informationen zur Kampagne und die Kontaktdaten aller beteiligten Einrichtungen und Dienste.


Fachliche Weiterentwicklung

Serie Pflegeberufe: Fachliche Weiterentwicklung

Viele Wege sind möglich

Pflegekräfte leisten in ihrem komplexen Beruf Tag für Tag Großartiges und sie haben vielfältige Optionen, neue Chancen zu ergreifen. Im Pflegebereich werden zahlreiche berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven angeboten.

Zwei, die die Gelegenheiten zum beruflichen Aufstieg beim Schopf gepackt haben, sind Rebecca Gruel, stellvertretende Pflegedienstleitern in der Altenpflege und Daniela Fauser, bis vor kurzem Stationsleiterin der Stationen Altersmedizin und Palliativmedizin. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen“, erklärt Daniela Fauser. Die 44Jährige hat immer wieder neue berufliche Herausforderungen gesucht, ebenso wie Rebecca Gruel. Beide sind sich einig, dass der Pflegeberuf ideal ist für wissbegierige Menschen, die gerne Verantwortung übernehmen.

Wäre es nach ihren Eltern gegangen, wäre Daniela Fauser Bürokauffrau geworden. Ihr war schnell klar, dass sie mit Menschen arbeiten möchte. Eine Ausbildung zur Krankenschwester bot sich an. „Ich will Menschen unterstützen, wo sie Hilfe brauchen“, so Daniela Fauser.

Als ihr 2004 die stellvertretende Leitung einer chirurgischen Station mit verschiedenen Fachgebieten angeboten wurde, griff sie zu. 2006 kam der Fachbereich Geriatrie hinzu. Daniela Fauser schätzt die Kombination aus Medizinischem und Menschlichem. 2014 hatte sie die Chance, das Geriatrie-Team zu übernehmen und absolvierte eine Weiterbildung im mittleren Pflegemanagement zur Stationsleitung. Sie war am Aufbau verschiedener Stationen beteiligt; zuletzt 2017 des Fachgebiets Geriatrie, der die bestehende Palliativabteilung angegliedert wurde. Sie schätzt die anspruchsvollen Schwerpunkte und die Teilhabe an den Schicksalen. 2018 schloss Fauser eine geriatrische Zusatzqualifikation von 180 Stunden an. Gute Teamführung bei 16 Nationalitäten ist eine Herausforderung für die Leitung.

Auch Rebecca Gruel hat Mitarbeitende aus aller Herren Länder und es funktioniert. Was sie an ihrem Beruf liebt, ist die Vielseitigkeit. „Wenn’s sein muss stehe ich am Herd.“ Auch sie kam über Umwege in die jetzige Position. Der Job als Arzthelferin hatte für sie zu wenig mit Menschen zu tun, also schloss sie 2001 eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an. Nach drei Jahren Einsatz in einem Krankenhaus wechselte sie in ein Pflegeheim mit Wachkomastation.

Es folgte die Tätigkeit in einer Wohngemeinschaft für jüngerer Schwerstpflegebedürftige. Während des Aufbaus einer Pflegeeinrichtung für Menschen im Wachkoma begann die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung. Rebecca Gruel wechselte den Arbeitgeber und hängte schon die nächste Fortbildung zur Wundexpertin an.

Es folgte die Praxisanleitung in der Pflege. Sie nahm eine Teamleitungsstelle an und erhielt vor zwei Jahren die stellvertretende Pflegedienstleitung. Im Moment steht die Qualifizierung zur Kinästhetik-Trainerin auf ihrem Fortbildungsprogramm. „Ich habe viel aufgebaut und möchte noch einiges bewegen“, freut sich die 38Jährige.

 

Weiterbildungsmöglichkeiten

Pflegefachkräfte können sich in der Betreuung in der Pflege, Management und Organisation und Pflegepraxis für den ambulanten und stationären Pflegebetrieb durch eine Vielzahl von Kursen oder Studienmöglichkeiten fort- und weiterbilden. Mögliche Gebiete sind Diabetestherapie, Hygiene, Palliativpflege, Fachweiterbildungen in den Bereichen Anästhesie, Intensiv, OP und Onkologie. Einzelne Anbieter oder die Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de) geben Auskunft.

Es folgen ca. 14-tägig  Teil 3: Betreuungskraft |Teil 4: Alltagsbegleitung/Hauswirtschaft | Teil 5: Führungskräfte in der Pflege


Hier finden Sie direkt zu den Einrichtungen und Diensten und ihrem Angebot an offenen Stellen und Ausbildungsmöglichkeiten:
Pflegeheime
Samariterstift Ostfildern Ruit

Kirchgässle 1
73760 Ostfildern

Samariterstift Ostfildern Ruit
  Samariterstift im Nachbarschaftshaus

Bonhoefferstr. 4
73760 Ostfildern

Samariterstift im Nachbarschaftshaus
Tagespflegen
Tagespflege Ostfildern
im Nachbarschaftshaus / Scharnhauser Park

Bonhoefferstr. 4
73760 Ostfildern

Tagespflege Ostfildern
  Tagespflege Ostfildern
im Gradmannhaus / Ruit

Scharnhauser Str. 25
73760 Ostfildern

Tagespflege Ostfildern
Klinik
medius KLINIK Ruit

Hedelfinger Str. 166
73760 Ostfildern

medius KLINIK Ruit
Ambulante Dienste
Diakoniestation auf den Fildern

Scharnhauser Str. 25
73760 Ostfildern

Diakoniestation auf den Fildern
  Krankenpflegeverein Ostfildern e.V.

Hindenburgstr. 17
73760 Ostfildern

Krankenpflegeverein Ostfildern e.V.
 

Nikolaus-Cusanus-Mobil

Herzog-Carl-Str. 2
73760 Ostfildern

Nikolaus-Cusanus-Mobil
  Pflegedienst BAL

Hindenburgstr. 53
73760 Ostfildern

Pflegedienst BAL
  Pflegedienst Regenbogen GbR

Bierawaweg 1
73760 Ostfildern

Pflegedienst Regenbogen
 

SAMARITER-Mobil Ostfildern

Kirchgässle 1
73760 Ostfildern

SAMARITER-Mobil Ostfildern

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Serie Pflegeberufe: Pflegefachkraft

Systemrelevante Alleskönner

„Wenn wir nicht ein so großes Herz hätten, wären wir nicht hier“, sagt Pflegefachfrau Doreen Dornseiff. Edin Begic entschied sich 2016 zur Ausbildung als Pflegefachmann. Auch er weiß: „Es war die richtige Entscheidung!“

Trotz täglicher Herausforderungen schätzen beide die hohe Verantwortung bei ihrer anspruchsvollen Tätigkeit, die medizinisches Verständnis, spezifisches Pflegefachwissen und Managementqualitäten ebenso verlangt wie Teamarbeit. Begic und Dornseiff sind systemrelevante Alleskönner. Er im stationären Bereich: „Wir machen alles am Bewohner.“ Sie arbeitet in der ambulanten Pflege. Nach dem Erziehungsurlaub waren spätere Anfangszeiten für die ausgebildete Krankenschwester bei ihrer Job-Wahl entscheidend, schließlich geht es gerade bei Wiedereinsteigerinnen, aber auch bei Umschulungen um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Doreen Dornseiff hat ihre feste „Mama-Tour“, die etwas später beginnt. Sie ist enge Bezugsperson der Klienten und erbringt die erforderliche Pflegesachleistung. In enger Zusammenarbeit mit Krankenhäusern sowie Haus- und Fachärzten leistet die examinierte Fachkraft auch die ärztlich angeordnete medizinische Behandlungspflege, bspw. Medikamentengabe oder Verbandswechsel. Sie muss einschätzen, wie es ihren Patienten geht und wenn es die akute Situation erfordert die richtigen Schritte in die Wege leiten. Dafür erhält die 42-jährige direkte Wertschätzung von Klienten und deren Angehörigen: „Ich gehöre fast zur Familie.“

Edin Begic verbessert ebenfalls die Lebensqualität von Menschen, wenn auch nicht im eigenen Heim. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden rundum-versorgt. Der 31Jährige kommuniziert mit Ärzten und Angehörigen, er kennt sich mit Gesetzen und Behörden aus. Seine berufliche Mission ist „anderen helfen“. Bereits in seiner Heimat war er im sozialen Bereich tätig. Er bewarb sich von Bosnien aus um einen Ausbildungsplatz, erhielt aus Ostfildern eine Zusage und begann 2016 gemeinsam mit seiner Frau die Ausbildung zur Pflegefachkraft. Klarer Pluspunkt: Sie konnten eine Mitarbeiterwohnung beziehen. Sprachliche Hürden nahm der Bosnier mit Bravour. „Man lernt schwätzen bei den Urschwaben“, sagt er und geht inzwischen nicht mehr in den Keller, wenn ein Bewohner einen „Teppich“ haben möchte, weil ihm kalt ist.

„Durch die Ausbildung kann ich mit meinem Fachwissen noch besser helfen“, betont der Pflegefachmann. Durch Spezialisierung will er sich weitere Kompetenzen verschaffen und beruflich aufsteigen. Er sieht, dass Weiterbildung wichtig ist für eine entsprechende Bezahlung. Je nach Qualifikation können sich Verdienstmöglichkeiten im Pflegeberuf sehen lassen. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind hervorragend. Im Hinblick auf die demographische Entwicklung ist der Pflegebereich ein enormer Zukunftsmarkt und auf diesem hat eine Pflegefachkraft zahlreiche Möglichkeiten berufliche Träume zu verwirklichen.

Was drückt ist der Personalmangel. Doreen Dornseiff und Edin Begic sind sich einig, damit der Nachwuchs den Beruf mit einem guten Gefühl ergreifen kann, muss das vielseitige Profil der Pflege deutlicher hervortreten und der Einsatz für die Patienten honoriert werden.

Möglichkeiten der Pflegefachkraft

Mit der dreijährigen generalistischen Ausbildung ist mehr Flexibilität durch bereichsübergreifendes Arbeiten in Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen, bei ambulanten Pflegediensten sowie in der psychiatrischen Pflege und in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen möglich. Eine interdisziplinäre Weiterbildung oder Spezialisierung in einem Fachgebiet verschafft Zugang zu neuen Aufgabenbereichen.

Informationen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter www.pflegeausbildung.net sowie unter www.arbeitsagentur.de oder bei verschiedenen Anbietern.

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Pflegesituation Seniorin und Pflegekraft

Serie Pflegeberufe: Weshalb eine Kampagne?

Pfeiler für unsere Gesellschaft

In Ostfildern ziehen Einrichtungen und Dienste im Bereich Pflege an einem Strang. Sie haben sich zum Arbeitskreis Pflege zusammengeschlossen.

Die demographische Entwicklung ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Die Zahl Älterer und Pflegebedürftiger wird weiter zunehmen. Viele brauchen eine helfende Hand vor Ort, gerade wenn die Familie weit weg ist. Da ist einerseits vorbildliches bürgerschaftliches Engagement wie in Ostfildern gefragt. Zusätzlich ist verstärkt professionelle Unterstützung notwendig. „Ziel muss es sein, die Pflegefachkräfte dort einzusetzen, wo sie in Ihrer Kompetenz gebraucht werden“, so Gudrun Müller von der Kommunalen Altenhilfe – Planung und Entwicklung.

Damit die pflegerische Versorgung in Ostfildern auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden kann, entschlossen sich alle Akteure gemeinsam eine Kampagne für Berufe in der Pflegebranche zu starten, um so die Bedeutung, die Vorzüge und die Chancen unterschiedlicher Tätigkeiten herauszustreichen. Denn Pflegekräfte sind ein wichtiger Pfeiler der Gesellschaft. Auch die großen Aufstiegspotenziale, die sich in einzelnen Tätigkeitsfeldern bieten, werden aufgezeigt.

Durch einen flexiblen Einstieg sind Pflegeberufe ideal für Quereinsteiger oder Personen, die einen Wiedereinstieg ins Berufsleben anstreben, ebenso für Migrantinnen und ausländische Mitbürger. Durch flexible Arbeitszeiten lassen sich Familie und Job gut unter einen Hut bringen. Pflege ist keine Einbahnstraße. Es gibt zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten und Qualifizierungen, etwa Wundexperte oder Qualitätsmanagement sind denkbar, die Facetten sind so vielfältig wie die Aufstiegschancen. Einzige Voraussetzung: „Man muss Menschen mögen“, betont Gudrun Müller. Sie weiß, dass Pflege viel mit persönlicher Weiterentwicklung zu tun hat. „Man setzt sich mit existentiellen Themen des Lebens, wie Krankheit und Endlichkeit auseinander.“

In Ostfildern sollen weitere Plätze in Pflegeeinrichtungen entstehen. Geplant sind ambulant betreute Wohngemeinschaften und kleine stationäre Einrichtungen in allen Stadtteilen. Dazu braucht es weitere motivierte Pflegekräfte. Die Wertschätzungskultur im Pflegebereich ist hoch. Diese Hochachtung muss sich aber auch im Wohnangebot widerspiegeln. Pflegekräfte, die nicht nur in Krisenzeiten respektable Arbeit leisten, haben dafür Unterstützung verdient. Bezahlbarer Wohnraum ist ein wichtiger Aspekt, um Menschen am Ort für diesen Beruf zu gewinnen.

„Es ist ein dynamisches Feld, auf dem sich viel entwickeln wird“, urteilt Gudrun Müller und es sind gerade für junge Menschen auch in der Zukunft krisensichere Jobs, die der gut vernetzte Arbeitskreis Pflege in Ostfildern anbietet.

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