Jeder und jede Deutsche verursacht im Jahr rund 11 Tonnen CO2 (Stand 2020) in den verschiedenen Lebensbereichen Konsum, Energieverbrauch, Mobilität und Ernährung. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen die jährlichen Emissionen auf < 1 Tonne CO2 reduziert werden. In unserem Alltag haben wir viele Möglichkeiten, unseren CO2-Ausstoß zu vermeiden oder zu verringern. Dabei muss die Lebensqualität nicht leiden – ganz im Gegenteil.


Durchschnittlicher Fußabdruck

Um die Wirkungen des eigenen Lebensstils auf das Klima abzuschätzen, ist es hilfreich, eine persönliche Klimabilanz zu erstellen. Nutzen Sie hierzu den CO2-Rechner des Umweltbundesamts und finden Sie heraus, wo Ihre persönlichen Einsparpotenziale liegen. Eine gute Hilfestellung bietet auch die Broschüre „Klimaneutral leben – Verbraucher starten durch beim Klimaschutz“, die Sie hier herunterladen können.

Außerdem veröffentlicht die Stadt Ostfildern auf dieser Seite regelmäßig Klimatipps für den Alltag. Werden Sie aktiv – jede Tat zählt!


Klimatipp September 2022: Regional, saisonal, nicht egal

Ob Erdbeeren und Spargel im Winter oder Äpfel im Frühjahr - zu jeder Jahreszeit bekommt man, worauf man gerade Appetit hat. Doch Produkte, die ganzjährig im beheizten Treibhaus gedeihen oder monatelang im Kühlhaus gelagert werden, belasten das Klima bekanntermaßen mehr als Obst und Gemüse, das allein auf die Kraft der Sonne baut. Der Energieverbrauch von Gewächs- und Kühlhäusern ist oft so hoch, dass selbst feldfrische Lebensmittel, die über weite Strecken herantransportiert werden, eine bessere CO2-Bilanz aufweisen können als ihre gewärmten oder gekühlten Artgenossen. Wenn man sich auf das saisonale Angebot beschränkt, vermeidet das jährlich 30 Kilogramm CO2 im Vergleich zu Importobst und -gemüse. Kaufen Sie Obst und Gemüse daher regional und saisonal, beispielsweise auf Wochenmärkten. In Ostfildern gibt es insgesamt sechs Wochenmärkte an verschiedenen Orten und Wochentagen. Wer keine Möglichkeit hat, den Wochenmarkt zu besuchen, kann sich Obst- und Gemüsekisten von regionalen Anbieter*innen bequem vor die Haustür liefern lassen. Hilfestellung für den Einkauf im Supermarkt geben überdies Saisonkalender, zum Beispiel als kostenloser Download unter folgendem Link: www.verbraucherzentrale.de/saisonkalender.


Klimatipps Archiv

Klimatipp August 2022: Gesund und umweltfreundlich grillen

Sommerzeit ist Grillsaison - es gibt wenig Besseres als an warmen Sommertagen mit Freunden zu grillen. Wer grillen und dabei auf Umwelt und Klima Rücksicht nehmen möchte, sollte ein paar Regeln beherzigen. Echte Grillfans schwören auf Holzkohle. Bei Holzkohle sollte darauf geachtet werden, dass Produkte mit dem FSC- oder Naturland-Siegel gekauft werden. Das Siegel garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt und nicht Tropenwald dafür abgeholzt wurde – was leider häufig vorkommt. Ein gravierender Faktor, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2021 etwa 145.000 Tonnen Holzkohle nach Deutschland importiert wurden (Quelle: statista.de). Zur herkömmlichen Grillkohle gibt es inzwischen jede Menge Alternativen, aus Mais- oder Olivenabfällen zum Beispiel. Wichtig ist auch, was auf den Grill kommt: Wer beim Grillen auf mehr Gemüse statt auf Fleisch und auf regional erzeugte Bio-Produkte der Saison setzt, verbessert seine Ökobilanz erheblich! Zudem gilt es, Müllberge zu vermeiden. Einweggrills müssen wirklich nicht sein – da bleibt auch der Genuss auf der Strecke. Für weitere Tipps zur Grillsaison und zur nachhaltigen Ernährung können Sie das Genuss-Kochbüchle der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg kostenlos herunterladen: www.nachhaltigkeitsstrategie.de/genussn-kochbuechle.

Klimatipp Juli 2022: Im Sommer einen kühlen Kopf bewahren

Seit dem Jahr 1990 hat sich die durchschnittliche Anzahl heißer Tage mit Temperaturen über 30 °C in Baden-Württemberg von fünf auf zehn Tage verdoppelt. Vor diesem Hintergrund erscheint der Einbau einer kühlenden Klimaanlage sinnvoll. Doch Klimaanlagen und Ventilatoren verbrauchen sehr viel Energie. Die internationale Energieagentur schätzt, dass sie für rund 10 % des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich sind.  Außerdem haben die meisten Kältemittel in Klimaanlagen eine starke Treibhausgaswirkung. Ein Kilogramm dieses Kältemittels ist genauso klimaschädlich wie rund zwei Tonnen CO2. Doch wie kann die Hitze im Sommer klimafreundlicher aus dem Haus oder der Wohnung gehalten werden? Einige Tipps: Schließen Sie tagsüber Markisen, Rollläden und Jalousien. Lüften Sie früh morgens, spät abends oder über Nacht intensiv, sobald die Temperatur außen geringer ist als innen. Vermeiden Sie Quellen für Strahlungswärme im Wohnbereich und schalten Sie nicht benötigte Elektrogeräte ab. Begrünen Sie Hauswände, Dächer und Wohnräume. Pflanzen spenden Schatten und sorgen durch Verdunstung von Wasser für ein frisches, gesundes und angenehmes Raumklima. Nicht zuletzt trägt eine energetische Sanierung und Wärmedämmung der Gebäudehülle ganz erheblich zu einem besseren Raumklima im Sommer und zu einem niedrigeren Energieverbrauch bei.

Quelle: nachhaltigkeitsstrategie.de

Klimatipp Juni 2022: Online bestellen und behalten

Wegen der Corona-Krise boomt der Online-Handel wie nie zuvor. Das wirkt sich auch auf das Klima aus: eine Online-Bestellung von Schuhen inklusive Retoure verursacht rund ein Kilogramm CO2. Allein für die Retoure kommen 370 Gramm CO2 zusammen. Die Umweltwirkung der Retouren in Deutschland belief sich 2018 geschätzt auf 238.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Jedes sechste Paket wurde zurückgeschickt, im Modebereich (Kleidung und Schuhe) sogar fast jedes zweite Paket. Dies entspricht etwa der Umweltwirkung von täglich 2.200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau. Ein umweltbelastender Faktor im Online-Handel sind auch die Versandverpackungsabfälle. Nach einer Studie des Umweltbundesamtes könnten zukünftig bis zu 370.000 Tonnen Verpackungsabfall pro Jahr eingespart werden, beispielsweise durch Mehrwegverpackungen. Allerdings ist auch zu erwähnen, dass der Einkauf im Ladengeschäft nicht immer klimaschonender ist – vor allem, wenn dafür längere Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden. Um die Umweltwirkung der Online-Einkäufe zu reduzieren, sollten am besten Sammelbestellungen getätigt werden, keine Einzellieferungen. Und am besten generell nur das bestellen, was man wirklich braucht und was man auch behalten möchte.

Quelle: nachhaltigkeitsstrategie.de

Klimatipp Mai 2022: Die Radsaison hat begonnen!

Das Fahrrad ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel: emissionsfrei, leise, effizient, klimaschonend – darüber hinaus vielseitig, schnell und kostengünstig. Auf Wegen bis zu fünf Kilometern ist das Fahrrad nach einer Auswertung des Umweltbundesamts meist sogar das schnellste Verkehrsmittel. Werden diese fünf Kilometer täglich zurückgelegt, z.B. auf dem Arbeitsweg, können über das ganze Jahr etwa 420 Kilogramm Kohlendioxid eingespart werden. Außerdem gibt es kaum einen gesünderen Ausdauersport als Fahrrad fahren. Viele Beispiele aus Großunternehmen mit innerbetrieblichem Mobilitätsmanagement zeigen, dass mit steigender Anzahl Rad fahrender Mitarbeiter*innen die krankheitsbedingten Fehlzeiten abnehmen. Auch wenn immer mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren, werden in Ostfildern derzeit „nur“ 15 Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt. Experten schätzen, dass sich in Ballungsgebieten bis zu 30 Prozent der PKW-Fahrten auf den Radverkehr verlagern ließen. Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in Ostfildern werden aktuell im Rahmen der Umsetzungsstrategie Mobilität entwickelt. Bringen Sie sich aktiv ein, indem Sie an den geplanten Aktionen und Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung teilnehmen. Falls Sie noch ein Fahrrad benötigen, sind Sie herzlich zum Radbasar der ADFC-Ortsgruppe Ostfildern am Samstag, 07.05.2022 von 11.30-12.30 Uhr auf dem BOS-Parkplatz im Scharnhauser Park eingeladen.

Klimatipp April 2022: Der Preis billiger Textilien

Die Bekleidungs- und Textilindustrie verursacht mehr Treibhausgasemissionen als Fliegen und Schifffahrt zusammen. Mehr als 5 % der weltweiten Treibhausgase entstehen durch neue Kleidung – Tendenz steigend. Während der Shoppingrausch und damit auch die negativen Folgen für Klima und Umwelt zunehmen, sinken die Preise für neue Kleidung immer mehr, worunter die Arbeiterinnen und Arbeiter leiden, die unter schlechten Bedingungen die sogenannte „Fast Fashion“ produzieren. Gleichzeitig werden 40 Prozent der Kleidungsstücke der Deutschen selten oder nie getragen und landen häufig in der Mülltonne oder im Altkleidersack, obwohl vieles noch gut weiterverwendet werden könnte. Der Anbau von Baumwolle verursacht darüber hinaus Umweltschäden durch intensive Düngung sowie einen hohen Wasserbedarf (durchschnittlich 15.000 Liter für ein T-Shirt). Welche Kleidung klima- und umweltfreundlicher und/oder sozialverträglicher hergestellt ist, zeigen Textil-Labels wie z.B. Oeko-Tex, GOTS, NATURTEXTIL IVN Best, bluesign, Fair Wear Foundation, Ecolabel, Fairtrade und der Grüne Knopf. Noch besser ist es, Fehlkäufe zu reduzieren, Kleidung möglichst lange zu tragen und Second-Hand zu kaufen – das schont auch den Geldbeutel!

Quelle: nachhaltigkeitsstrategie.de

Klimatipp März 2022: Grüner Strom

Die Stromerzeugung verursacht in Deutschland am meisten Treibhausgasemissionen. Ob Kohle, Gas oder Erdöl – fossile Energieträger setzen beim Verbrennen Kohlenstoffdioxid frei und befeuern den Klimawandel. Wer auf Ökostrom umsteigt und Erneuerbare Energien nutzt (Wasserkraft, Biomasse, Erdwärme, Wind- und Sonnenenergie), verbessert damit seine Klimabilanz erheblich und kann pro Jahr rund 700 kg CO2 einsparen. Durch die Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland konnten im Jahr 2019 Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 203 Millionen Tonnen ⁠CO2⁠-Äquivalente (Mio. t CO2e) vermieden werden. Davon entfielen 159 Mio. t CO2e auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (Umweltbundesamt 2020). Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist somit eine der wichtigsten Strategien zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Achten Sie bei der Wahl eines Ökostromtarifs auf gelabelte Produkte. Das Grüner Strom-Label sowie das ok-power-Label garantieren, dass durch den Ökostrombezug Neuanlagen gefördert werden. Zusätzlich ist es möglich, die Geschäftspolitik des Ökostromanbieters zu beachten: Setzt sich das Unternehmen für den Vorrang der erneuerbaren Energien ein? Mit der Wahl eines Ökostromtarifs kann man somit ein wichtiges politisches Signal zugunsten der erneuerbaren Energien senden.

Klimatipp Februar 2022: Iss auf, was du kaufst!

Im Schnitt landen jährlich pro Kopf 75 kg Essen im Müll. Insgesamt wird somit pro Jahr Essen in einer Größenordnung von 48 Millionen Tonnen CO2 verschwendet. Private Haushalte sind dabei für über die Hälfte aller Lebensmittelverschwendungen verantwortlich. Vieles landet sogar originalverpackt im Müll, weil wir zu viel einkaufen und falsch lagern. Auch „abgelaufene“ Lebensmittel können zumeist mehrere Tage bis Wochen über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus unbedenklich verzehrt werden – schauen Sie das fragliche Lebensmittel an und vertrauen Sie auf Ihre Sinne. Mit Apps wie „Too Good To Go“ oder „Foodsharing“ wird das übriggebliebene Essen aus Restaurants oder Bäckereien günstig verkauft oder sogar verschenkt. An der evangelischen Kirche in Scharnhausen wurde ein sogenannter „Fairteiler“ eingerichtet, indem übrig gebliebene Lebensmittel von Läden und Privathaushalten zum kostenlosen Abholen bereitgestellt werden (weitere Infos in der zugehörigen Facebook-Gruppe „Fairteiler Ostfildern Scharnhausen“).

Aus den übrig gelassenen Lebensmitteln lassen sich viele leckere Lebensmittel zubereiten. Das „Genuss-Kochbüchle“ der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württembergs zeigt, wie es geht (kostenloser Download unter: https://um.baden-wuerttemberg.de). Dem Klima tun wir damit etwas Gutes: mit jedem Tag, an dem wir keine Lebensmittel verschwenden, vermeiden wir rund 350 g CO2 (1).

(1) Quelle: Klima-Sparbüchle der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg, 03/2020 (1. Auflage), S. 23