Jeder und jede Deutsche verursacht im Jahr rund 11 Tonnen CO2 (Stand 2020) in den verschiedenen Lebensbereichen Konsum, Energieverbrauch, Mobilität und Ernährung. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen die jährlichen Emissionen auf < 1 Tonne CO2 reduziert werden. In unserem Alltag haben wir viele Möglichkeiten, unseren CO2-Ausstoß zu vermeiden oder zu verringern. Dabei muss die Lebensqualität nicht leiden – ganz im Gegenteil.


Durchschnittlicher Fußabdruck

Um die Wirkungen des eigenen Lebensstils auf das Klima abzuschätzen, ist es hilfreich, eine persönliche Klimabilanz zu erstellen. Nutzen Sie hierzu den CO2-Rechner des Umweltbundesamts und finden Sie heraus, wo Ihre persönlichen Einsparpotenziale liegen. Eine gute Hilfestellung bietet auch die Broschüre „Klimaneutral leben – Verbraucher starten durch beim Klimaschutz“, die Sie hier herunterladen können.

Außerdem veröffentlicht die Stadt Ostfildern auf dieser Seite regelmäßig Klimatipps für den Alltag. Werden Sie aktiv – jede Tat zählt!


Klimatipp Mai 2022: Die Radsaison hat begonnen!

Das Fahrrad ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel: emissionsfrei, leise, effizient, klimaschonend – darüber hinaus vielseitig, schnell und kostengünstig. Auf Wegen bis zu fünf Kilometern ist das Fahrrad nach einer Auswertung des Umweltbundesamts meist sogar das schnellste Verkehrsmittel. Werden diese fünf Kilometer täglich zurückgelegt, z.B. auf dem Arbeitsweg, können über das ganze Jahr etwa 420 Kilogramm Kohlendioxid eingespart werden. Außerdem gibt es kaum einen gesünderen Ausdauersport als Fahrrad fahren. Viele Beispiele aus Großunternehmen mit innerbetrieblichem Mobilitätsmanagement zeigen, dass mit steigender Anzahl Rad fahrender Mitarbeiter*innen die krankheitsbedingten Fehlzeiten abnehmen. Auch wenn immer mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren, werden in Ostfildern derzeit „nur“ 15 Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt. Experten schätzen, dass sich in Ballungsgebieten bis zu 30 Prozent der PKW-Fahrten auf den Radverkehr verlagern ließen. Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in Ostfildern werden aktuell im Rahmen der Umsetzungsstrategie Mobilität entwickelt. Bringen Sie sich aktiv ein, indem Sie an den geplanten Aktionen und Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung teilnehmen. Falls Sie noch ein Fahrrad benötigen, sind Sie herzlich zum Radbasar der ADFC-Ortsgruppe Ostfildern am Samstag, 07.05.2022 von 11.30-12.30 Uhr auf dem BOS-Parkplatz im Scharnhauser Park eingeladen.

 

 


Klimatipps Archiv

Klimatipp April 2022: Der Preis billiger Textilien

Die Bekleidungs- und Textilindustrie verursacht mehr Treibhausgasemissionen als Fliegen und Schifffahrt zusammen. Mehr als 5 % der weltweiten Treibhausgase entstehen durch neue Kleidung – Tendenz steigend. Während der Shoppingrausch und damit auch die negativen Folgen für Klima und Umwelt zunehmen, sinken die Preise für neue Kleidung immer mehr, worunter die Arbeiterinnen und Arbeiter leiden, die unter schlechten Bedingungen die sogenannte „Fast Fashion“ produzieren. Gleichzeitig werden 40 Prozent der Kleidungsstücke der Deutschen selten oder nie getragen und landen häufig in der Mülltonne oder im Altkleidersack, obwohl vieles noch gut weiterverwendet werden könnte. Der Anbau von Baumwolle verursacht darüber hinaus Umweltschäden durch intensive Düngung sowie einen hohen Wasserbedarf (durchschnittlich 15.000 Liter für ein T-Shirt). Welche Kleidung klima- und umweltfreundlicher und/oder sozialverträglicher hergestellt ist, zeigen Textil-Labels wie z.B. Oeko-Tex, GOTS, NATURTEXTIL IVN Best, bluesign, Fair Wear Foundation, Ecolabel, Fairtrade und der Grüne Knopf. Noch besser ist es, Fehlkäufe zu reduzieren, Kleidung möglichst lange zu tragen und Second-Hand zu kaufen – das schont auch den Geldbeutel!

Quelle: nachhaltigkeitsstrategie.de

Klimatipp März 2022: Grüner Strom

Die Stromerzeugung verursacht in Deutschland am meisten Treibhausgasemissionen. Ob Kohle, Gas oder Erdöl – fossile Energieträger setzen beim Verbrennen Kohlenstoffdioxid frei und befeuern den Klimawandel. Wer auf Ökostrom umsteigt und Erneuerbare Energien nutzt (Wasserkraft, Biomasse, Erdwärme, Wind- und Sonnenenergie), verbessert damit seine Klimabilanz erheblich und kann pro Jahr rund 700 kg CO2 einsparen. Durch die Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland konnten im Jahr 2019 Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 203 Millionen Tonnen ⁠CO2⁠-Äquivalente (Mio. t CO2e) vermieden werden. Davon entfielen 159 Mio. t CO2e auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (Umweltbundesamt 2020). Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist somit eine der wichtigsten Strategien zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Achten Sie bei der Wahl eines Ökostromtarifs auf gelabelte Produkte. Das Grüner Strom-Label sowie das ok-power-Label garantieren, dass durch den Ökostrombezug Neuanlagen gefördert werden. Zusätzlich ist es möglich, die Geschäftspolitik des Ökostromanbieters zu beachten: Setzt sich das Unternehmen für den Vorrang der erneuerbaren Energien ein? Mit der Wahl eines Ökostromtarifs kann man somit ein wichtiges politisches Signal zugunsten der erneuerbaren Energien senden.

Klimatipp Februar 2022: Iss auf, was du kaufst!

Im Schnitt landen jährlich pro Kopf 75 kg Essen im Müll. Insgesamt wird somit pro Jahr Essen in einer Größenordnung von 48 Millionen Tonnen CO2 verschwendet. Private Haushalte sind dabei für über die Hälfte aller Lebensmittelverschwendungen verantwortlich. Vieles landet sogar originalverpackt im Müll, weil wir zu viel einkaufen und falsch lagern. Auch „abgelaufene“ Lebensmittel können zumeist mehrere Tage bis Wochen über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus unbedenklich verzehrt werden – schauen Sie das fragliche Lebensmittel an und vertrauen Sie auf Ihre Sinne. Mit Apps wie „Too Good To Go“ oder „Foodsharing“ wird das übriggebliebene Essen aus Restaurants oder Bäckereien günstig verkauft oder sogar verschenkt. An der evangelischen Kirche in Scharnhausen wurde ein sogenannter „Fairteiler“ eingerichtet, indem übrig gebliebene Lebensmittel von Läden und Privathaushalten zum kostenlosen Abholen bereitgestellt werden (weitere Infos in der zugehörigen Facebook-Gruppe „Fairteiler Ostfildern Scharnhausen“).

Aus den übrig gelassenen Lebensmitteln lassen sich viele leckere Lebensmittel zubereiten. Das „Genuss-Kochbüchle“ der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württembergs zeigt, wie es geht (kostenloser Download unter: https://um.baden-wuerttemberg.de). Dem Klima tun wir damit etwas Gutes: mit jedem Tag, an dem wir keine Lebensmittel verschwenden, vermeiden wir rund 350 g CO2 (1).

(1) Quelle: Klima-Sparbüchle der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg, 03/2020 (1. Auflage), S. 23