Krämer, Maria
Feuerwehr und Bevölkerungsschutz
Ob Stromausfall, Starkregen oder Hochwasser – extreme Ereignisse können unseren Alltag plötzlich und erheblich beeinflussen. In der Rubrik „Bevölkerungsschutz“ informiert die Stadt Ostfildern über wichtige Maßnahmen zur Notfallvorsorge, über zentrale Notfallmeldepunkte sowie über richtiges Verhalten in Krisensituationen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, sich im Ernstfall selbst zu helfen, sich vorzubereiten und rasch handlungsfähig zu bleiben. Gut informiert zu sein, ist der erste Schritt zu mehr Sicherheit – für sich selbst, die Familie und das direkte Umfeld.
Der Bevölkerungsschutz ist ein zentraler Bestandteil der allgemeinen Gefahrenabwehr. Ob Naturkatastrophen oder andere außergewöhnliche Schadensereignisse – all diese Gefahren können unsere Gesundheit und unser Leben bedrohen. Besonders bei Überschwemmungen, Erdbeben, Stürmen, Waldbränden, Chemieunfällen oder Hitzewellen ist schnelles und umsichtiges Handeln entscheidend.
Die Hauptaufgaben der Bevölkerungsschutzbehörde liegen in der Vorbereitung und Abwehr möglicher Gefahren. Sie entwickeln Alarm- und Einsatzpläne sowie Versorgungskonzepte, die im Rahmen einer umfassenden Notfallplanung erstellt werden. So kann im Ernstfall schnell und effizient reagiert werden. Je nach Lage koordiniert die Katastrophenschutzbehörde die Zusammenarbeit mit Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Polizei und anderen relevanten Stellen. Vor Ort bei uns sind in der Regel das Landratsamt im Landkreis oder aber das Bürgermeisteramt in Ostfildern als Untere Katastrophenschutzbehörden Ihre Ansprechpartner.
Hohe Sicherheitsstandards allein können jedoch nicht verhindern, dass Hochwasser, Sturmschäden oder andere Unglücke geschehen. Daher ist es auch für Sie als Bürgerinnen und Bürger wichtig, sich im eigenen Interesse bestmöglich zu schützen und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Der Bevölkerungsschutz ist eine gemeinsame Verantwortung – sowohl der Behörden als auch der Bevölkerung.
Jeder kann zu jeder Zeit Hilfe über die Rettungsleitstellen anfordern. Die Feuerwehren, Polizei und Ordnungsbehörden arbeiten dabei eng zusammen, um schnelle und effektive Unterstützung zu gewährleisten. Je nach Situation und Bedarf kommen auch freiwillige Rettungsdienste wie der Arbeiter-Samariter-Bund, die DLRG, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst zum Einsatz. Diese Organisationen leisten wertvolle Unterstützung beim Katastrophenschutz und tragen dazu bei, im Ernstfall rasch und umfassend Hilfe zu leisten.
Im Stadtgebiet wurden Notfallmeldepunkte (auch Notfalltreffpunkte) eingerichtet, um im Falle eines Infrastrukturausfalls wie beispielsweise einem langanhaltenden Stromausfall unmittelbare Hilfsangebote für die Bevölkerung bereitzustellen. Diese Anlaufstellen sollen Menschen in Notsituationen schnell und unkompliziert unterstützen. Hier erhalten Bürgerinnen und Bürger aktuelle Informationen, finden Ansprechpartner, können Notfälle melden und grundlegende Versorgungsangebote wie Erste Hilfe und Trinkwasser werden bereitgestellt. Zusätzlich bieten die Notfallmeldepunkte Informationen und Koordination für Hilfsangebote und Spontanhelfer. Sie dienen als temporäre Unterstützungspunkte und sind keine dauerhafte Unterkunft oder Vollversorgung.
Starkregen, langanhaltende Niederschläge oder Schneeschmelze können dazu führen, dass Flüsse wie die Körsch über die Ufer treten. In Ostfildern betrifft dies vor allem die festgelegten Überschwemmungsgebiete entlang der Körsch. Die Hochwassergefahrenkarten zeigen, ob ein Gebäude gefährdet ist und wie hoch der Wasserstand in verschiedenen Szenarien ausfallen kann.
Auch seltene Hochwasserereignisse können technische Grenzen überschreiten. Laut Wasserhaushaltsgesetz (§ 5 Abs. 2 WHG) ist jeder selbst für den Schutz von Eigentum und für ausreichenden Versicherungsschutz verantwortlich. Eine Elementarschadensversicherung bietet hier wichtigen Schutz.
Die Stadt sorgt für Information, Gefahrenabwehr, Katastrophenschutz, bauliche Vorsorge und passt die Planung an die Risiken an.
Für Fragen stehen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen im Freiflächenmanagement unter Telefon 0711 3404-418 zur Verfügung.
Starkregen ist nicht nur eine seltene Wettererscheinung: Zahlreiche Überflutungen in Ostfildern und im Landkreis Esslingen haben in den letzten Jahren gezeigt, wie drastisch solche Ereignisse ausfallen können. Durch den Klimawandel wird das Thema weiter an Bedeutung gewinnen – insbesondere weil Starkregen meist plötzlich auftritt und sich kaum vorhersagen lässt.
Im Gegensatz zum Flusshochwasser entsteht die Gefahr bei Starkregen durch wild abfließendes Oberflächenwasser – auch weit abseits von Gewässern. Besonders gefährdet sind Senken, Hänge, Mulden sowie Wege und Straßen, die das Wasser wie Rinnen nutzen. Sommergewitter führen dann lokal zu Überflutungen, die Gebäude und Infrastruktur massiv schädigen können.
Die Stadt Ostfildern hat deshalb ein Starkregenrisikomanagement erstellen lassen. Das Ingenieurbüro Winkler & Partner analysierte die Gefährdungslage im gesamten Stadtgebiet. Die daraus entstandenen Starkregengefahrenkarten, Risikokarten und ein umfassendes Handlungskonzept bilden die Grundlage für gezielte Schutzmaßnahmen, die nun schrittweise umgesetzt werden – planerisch und baulich.
Ein Beispiel für zukunftsfähige Entwässerung ist der Scharnhauser Park: Hier zeigen die Analysen, dass das moderne Entwässerungssystem bereits heutigen Standards der Starkregenvorsorge entspricht.
Die Starkregengefahrenkarten sind im Ostfildern Geo-Informations-System (OGIS) unter dem Thema „Starkregengefahrenkarten“ abrufbar. Dort sind drei Szenarien hinterlegt:
Auch wenn solche Ereignisse selten sind: Die Schäden können massiv sein. Starkregen zählt zu den Elementarschäden – eine entsprechende Versicherung ist daher empfehlenswert.
Für Fragen stehen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen der Stadtwerke Ostfildern unter Telefon 0711 3404-448 zur Verfügung.
Strom ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken: Licht, Heizung, Telefon, Leitungswasser, Kühlschrank, Computer, Kaffeemaschine – all das funktioniert nur mit elektrischer Energie. Ein Stromausfall macht deutlich, wie abhängig wir vom Stromnetz sind. Meist dauert der Ausfall nur wenige Stunden, doch bei Unwettern, Schneebruch oder anderen Notsituationen kann es auch Tage dauern, bis die Versorgung wiederhergestellt ist.
Ein längerer Stromausfall kann schnell zu einer ernsthaften Herausforderung werden – umso wichtiger ist gute Vorbereitung.
Vorsorge-Tipp: Legen Sie einen Notvorrat für 14 Tage an – mit haltbaren Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln, Erste-Hilfe-Material, Radio, Lichtquellen, persönlichen Medikamenten und Bargeld. Denken Sie auch an Familienmitglieder mit besonderen Bedürfnissen.
In Europa entstehen sommerliche Hitzewellen meist durch stabile Hochdruckgebiete, die sich über Osteuropa oder Skandinavien mit dem Azorenhoch verbinden. Diese Wetterlagen führen dazu, dass trockene und heiße Luftmassen aus Nordafrika bis nach Mitteleuropa gelangen – mit zum Teil extremen Temperaturen, die sich über mehrere Tage oder Wochen halten können.
Hitzewellen stellen eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit dar, insbesondere für ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Doch auch gesunde Menschen können bei hoher Hitzebelastung Kreislaufprobleme, Erschöpfung oder gar Hitzschläge erleiden.
Bei anhaltender Trockenheit und großer Hitze steigt die Gefahr von Wald- und Flächenbränden erheblich. Deshalb ist besondere Vorsicht im Freien geboten:
In der Umgebung kerntechnischer Anlagen wie dem Kernkraftwerk Neckarwestheim besteht im Falle eines Störfalls die Möglichkeit, dass radioaktive Stoffe freigesetzt werden. Um die Gesundheit der Bevölkerung bestmöglich zu schützen, greifen in solchen Situationen sofort Maßnahmen des Katastrophenschutzes. Eine davon ist die Ausgabe von Jodtabletten, die bei rechtzeitiger Einnahme die Schilddrüse vor der Aufnahme von radioaktivem Jod schützen können.
Wichtig: Die bloße Ausgabe von Jodtabletten bedeutet nicht, dass diese sofort eingenommen werden sollen. Über Rundfunk- und Fernsehdurchsagen wird im Ereignisfall genau mitgeteilt, ob und wann die Einnahme erforderlich ist. Nur bei rechtzeitiger und behördlich angeordneter Einnahme ist der gesundheitliche Nutzen gegeben. Von einer eigenständigen Einnahme ohne offizielle Aufforderung wird ausdrücklich abgeraten, da sie gesundheitliche Risiken birgt und im Normalfall keinerlei Nutzen hat.
Bitte beachten Sie, dass diese Ausgabestellen nur bei behördlicher Anordnung aktiviert werden. Informieren Sie sich im Ereignisfall über amtliche Bekanntmachungen, beispielsweise über Warn-Apps, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder städtische Kanäle.
Nehmen Sie gerne an unserer Umfrage zur Krisenvorsorge und zum Bevölkerungsschutz teil. Der Link öffnet ein neues Fenster.
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