Wir_helfenOSTFILDERN

Aufgrund der Corona-Pandemie fühlen sich mehr Menschen einsam und dadurch belastet. Das gilt für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene. Diverse Netzwerke in Ostfildern bieten Unterstützung.

Wenn Carolin Mayer aus Nellingen zurückdenkt, erinnert sie sich an regelmäßige Gesellschaft. Ob ein Seminar der Volkshochschule oder eine Veranstaltung im Treffpunkt, sie nutzte viele Angebote die ihr zusagten.

„Obwohl ich nach dem Tod meines Mannes oft alleine war, habe ich immer ausreichend Kontakt zu Freunden gehabt und viel unternommen“, sagt Carolin Mayer, die in Wirklichkeit anders heißt. Nun, da die Corona-Pandemie wieder weitgehende Kontaktbeschränkungen zur Folge hat, mache ihr die Situation schon zu schaffen – auch wenn sie Verständnis für die Schutzmaßnahmen habe. Regelmäßig sei sie im Austausch mit ihren Freunden. Aber auch bürgerschaftlich Engagierte würden sich bei ihr melden. „Da kommt einfach mal ein Anruf und die Frage, ob es mir gut gehe und alles in Ordnung sei“, erzählt Carolin Mayer. Das tue ihr einfach gut.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres galt es, erhebliche Kontaktbegrenzungen zu beachten. „Wir haben genau geschaut, was diese Maßnahme für die Menschen bedeuteten“, sagt Alexander Gebauer, der bei der Stadtverwaltung die Abteilung Soziales Miteinander und Leben im Alter leitet. „Die Unterstützungsnetzwerke haben schnell angefangen zu wirken.“ Telefonketten entstanden, auch Briefe wurden wieder geschrieben um der Einsamkeit entgegenzuwirken.

Mit den ersten Lockerungen wurden dann unter Einhaltung der entsprechenden Schutzmaßnahmen weitere Angebote ins Leben gerufen, berichtet Alexander Gebauer.

Die Menschen, die bereits in eines der Netzwerke in Ostfildern eingebunden waren, hätten meist eine gute Kontaktbasis gehabt. Dazu zählt Alexander Gebauer im Besonderen die Kirchen, Vereine und Sozialen Dienste, zum Beispiel der Jugendhilfe.

Dass sich Menschen einsam und dadurch belastet fühlen, ist kein Phänomen einer bestimmten Altersgruppe. Erwachsene können deshalb ebenso mit schwierigen Situationen konfrontiert sein wie Jugendliche oder Kinder. Bürger, die bereits vor der Corona-Pandemie gut vernetzt waren, finden in diesen Beziehungen meist Halt.

Doch nicht jedem bietet sich diese Möglichkeit. „In solchen Fällen ist es wichtig, dass die Menschen Kontakt suchen, um eines der vielen Hilfeangebote nutzen zu können“, sagt Jörg Berrer. Er ist als Abteilungsleiter auch für den Sozialen Dienst in Ostfildern zuständig und betont, dass es mittlerweile zahlreiche hervorragende Angebote gebe.

Ob Seelsorge oder 24-Stunden-Krisentelefone, ob Online-Chat oder Telefonkontakt. „Wenn das erste Angebot nicht zugesagt hat, kann ein zweites schon das richtige sein“, berichtet Jörg Berrer aus seiner Erfahrung.

Carolin Mayer freut sich, dass sie trotz der Kontaktbeschränkungen mehrere Möglichkeiten hat, sich regelmäßig auszutauschen. Außerdem geht sie nun viel spazieren und verfolgt einen selbst gewählten, fixen Tagesablauf. „Das verschafft mir Struktur, und beim nächsten Telefonat habe ich wieder etwas zu berichten.“

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen rund um das Thema Hilfsangebote können über die Seite Bürger engagieren sich aufgerufen werden. An dieser Stelle ist eine Auswahl aufgeführt:

  • Beratungsstelle für Ältere und Angehörige, Telefon 0711 442072, E-Mail beratungsstelle@ostfildern.de; Unterstützungsmöglichkeiten im Alter und bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, Gesprächsangebot bei psychosozialer Belastung
  • Aktion „Wir helfen! Ostfildern“, Telefon bis 3. Januar 0151 58337768, danach 0711 3404-254, E-Mail engagiert@ostfildern.de; bürgerschaftlich Engagierte erledigen Einkäufe, führen Hunde spazieren, holen Medikamente in der Apotheke ab und vieles mehr
  • Sozialer Dienst in der Erziehungshilfestation „friz“ Ostfildern, Telefon 0711 3902-48023, Internet www.friz-ostfildern.de
  • Jugendtreff L-Quadrat der Kinder- und Jugendförderung Ostfildern, Telefon 0179 4693370 oder 0179 4694739
  • Seelsorgeangebote der evangelischen Kirche in Ostfildern, Telefon 0179 7020245 oder 0711 3430159
  • Seelsorgeangebote der katholischen Kirche in Ostfildern, Telefon 0711 25283610, 01718295452 oder 0711 3400420
  • Telefonseelsorge, Telefon 0800 1110-111 oder 0800 1110-222, Internet www.telefonseelsorge.de; kostenlose anonyme Beratung und professionelle Unterstützung, 24 Stunden am Tag

29. Dezember 2020