Vom 9. November bis 6. Januar 2015

Die aus Berlin stammende und im Raum Stuttgart lebende Künstlerin Mirja Wellmann ist professionelle Hörerin. In langen, meditativen Hörprozessen und Notationen werden Räume und Orte auf ihre akustischen Eigenheiten und Wesensmerkmale untersucht. Anschließend werden sie in verschiedene künstlerische Medien transformiert.

Skulptur "Hörnester"
In der Skulptur verdichten sich beispielsweise in den sogenannten "Hörnestern" schlagwortartig benannte und als Silhouetten erkennbare Begrifflichkeiten wie Auto, Vogel, Kind. Diese akustische Erinnerung vermag dem Betrachter einen visuellen Impuls zu geben.

Filigrane, grafische Zeichnungen, Holzschnitte und Malerei als Klangbilder ergänzen das Spektrum der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.

Partizipative Installation
Installationen laden den Besucher ein zu partizipieren. So auch in der Arbeit "Hörraum". Hierbei fertigt jeder Besucher ein 10-minütiges Hörprotokoll der Geräusche des Raumes an - gewissermaßen wird eine Partitur des Hörortes erstellt. Durch anschließendes Sichtbarmachen - die Hörprotokolle werden an einer an der Wand angebrachten Hängevorrichtung aufgehängt - wird die Hörerfahrung mit anderen geteilt.

So geschehen wird nicht nur das Gehörte erfahrbar, sondern auch die Art und Weise, wie der Rezipient die Geräuschwelt zu transformieren sucht: in Wort oder Punkt, lautmalerisch oder gemalt.


Geräusche empfindet die Künstlerin nie als störend, sondern als Impulse unterschiedlichsten Charakters. Diese können Welten öffnen und das flüchtige Geräusch visualisieren und erinnern, das ja bereits vergangen ist, wenn es unser Ohr erreicht.

1965 geboren in Berlin, finnische Mutter, deutscher Vater
1972- 1976 Aufenthalt in Finnland
1984-1988 Studium Grafik-Design, München
1988-1996 selbständiges Grafikatelier, München
1997-2002 Studium der Bildhauerei bei Prof. Werner Pokorny, Prof. Giuseppe Spagnulo und Prof. Micha Ullman an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
Lebt und arbeitet auf der Schwäbischen Alb, Münsingen