Die kostenlose Wohnberatung der Stadt Ostfildern hilft älteren Menschen, möglichst lange in ihrer bisherigen Wohnung und damit in vertrauter Umgebung zu leben. 

Leben im Alter, möglichst so lange es geht in vertrauter Umgebung, ist ein Wunsch, den die meisten Menschen haben. Das ist nicht immer einfach zu verwirklichen, doch es gibt eine kostenlose Beratung der Stadt.

Die überwiegende Mehrzahl der Wohnungen in der Stadt ist nicht barrierefrei. Dies zeigt eine von der Stadt Ostfildern in Auftrag gegebene Befragung. Das Problem dabei ist allerdings: Barrierefreiheit ist ein wichtiges Kriterium für altersgerechtes Wohnen und nichts wünschen sich die Menschen mehr, als in ihrer vertrauten Umgebung älter zu werden. Die Bereitschaft, die eigenen vier Wände baulich entsprechend anzupassen, steigt deshalb sogar mit zunehmendem Alter. Doch wer hilft einem dabei, die Schwachstellen in der vorhandenen Wohnung zu identifizieren und die richtigen Umbaumaßnahmen zu planen?

Dabei helfen die Mitarbeiter der städtischen Wohnberatung. Die Wohnberatung besteht aus einem Team, das unter städtischer Regie die Bürger von Ostfildern, aber auch von Neuhausen und Denkendorf berät, wenn es darum geht, die vorhandene Wohnung einer veränderten Lebenssituation anzupassen. Seit rund 25 Jahren gibt es die Einrichtung und fast 20 Ehrenamtliche haben seither Dienst für die gute Sache geleistet. Von den Gründern ist mittlerweile zwar keiner mehr dabei, aber die Architektin Barbara Hurle engagiert sich seit dem Jahr 2003. "Hier kann ich mich mit meinem beruflichen Hintergrund optimal einbringen", sagt sie.

Ähnlich sieht das auch die Innenarchitektin Susanne Strohbücker, die seit 2006 dabei ist. "Probleme erkennen, Lösungen finden und beim Denken helfen", sieht sie als ihre Aufgabe in der Beratung. Die beiden Frauen treten oft gemeinsam auf, denn Wohnberatung vor Ort macht immer ein Zweierteam. Das Ergebnis sind oft ausgearbeitete Skizzen, die sich als Besprechungsgrundlage für die Diskussion mit den Handwerkern eignen. Wobei klar ist: Wohnberater machen Vorschläge, keine Vorschriften. Ihre Arbeit ist ebenso unentgeltlich wie unverbindlich. Das Ziel ist, mit den Betroffenen gemeinsam Probleme zu analysieren und eine Lösung zu erarbeiten. Dabei geht es nicht nur um bauliche Maßnahmen - Tipps zu anderen Institutionen oder finanziellen Hilfen gibt es ebenfalls.

Manfred Braum, auch seit mehr als zehn Jahren aktiv, schätzt vor allem, dass er durch seinen Einsatz anderen Menschen helfen kann. Zudem nutzt er die Erkenntnisse im eigenen Umfeld und lernt die sozialen Einrichtungen und das Netzwerk der Stadt kennen. Das Einbringen eigener Erfahrungen ist auch die Triebfeder für Doris Wiegand-Großmann. Die examinierte Krankenschwester nutzt ihre professionelle Basis, "um den Alltag von Alten oder Hilfebedürftigen in deren häuslichem Umfeld zu erleichtern." 2018 kam sie deshalb zu den Wohnberatern.

Eigenes Knowhow hat auch Günther Weber 2018 zu den Wohnberatern gebracht. Seine Expertise stützt sich auf die Pflegeerfahrung, die er mit seinen Eltern gemacht hat. So hat er etwa den Umbau von deren Badezimmer zu einem barrierefreien Raum begleitet. "Ich möchte meine Freizeit sinnvoll gestalten. Bei den Wohnberatern kann ich persönliche Kenntnisse und Schulungsinhalte im Team weiterreichen", sagt er. Karlheinz Fries, ein erfahrener Berater, ergänzt: "Ich bin Ingenieur und habe meinen Brotberuf zum Hobby gemacht. Bei den Wohnberatern kann ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden

Informationen

Sylvia Weber von der Beratungsstelle der Stadt Ostfildern freut sich über Anrufe von Interessenten, die sich auch im Team der Wohnberater einbringen möchten, unter Telefon 0711 442071 oder per E-Mail an beratungsstelle@ostfildern.de.

16. Januar 2020