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Rückblick Klaus Illi, "Sisyphosmaschine und andere Apparate"

Vom 10. November bis 21. Januar 2014

in der Städtischen Galerie: „Klaus Illi –

Sisyphosmaschine und andere Apparate“

 

Der in Ostfildern lebende Künstler Klaus Illi präsentiert drei zentrale Werkgruppen: Pneuma („Zwei Windhosen“), Katharsis („Katharsismaschine 6/roter Besen“) und Sisyphos.

Allen Werkgruppen ist gemein, dass sie Raum und Zeit als zentrale Komponenten menschlichen Daseins erfahrbar machen und einen Moment der Bewusstwerdung und des Innehaltens anstreben. So thematisiert die Ausstellung auch den Aspekt der „Unendlichkeit“. Zeit ist hier kein objektiv-linearer Wert, sondern eine subjektiv gefühlte Erfahrung.

So präsentiert der Künstler an der großen Wand im UG eine „un-berechenbare, dysfunktionale“ Uhr, die nicht nur ein Symbol für eine zunehmend empfundene Beschleunigung von Zeit und für Vergänglichkeit ist, sondern auch als Verweis auf eine aus den Fugen geratene Ordnung gedeutet werden kann. Der Titel des Apparates „Ultima Latet“ aus dem Lateinischen be-deutet so viel wie „die letzte [Stunde] bleibt verborgen“. Trotz der Bemühungen des Menschen nach Beherrschbarkeit der Zeit bleibt letztlich das Ende eines jeden unbestimmbar.

Blindenstöcke als Uhrzeiger verweisen auf die grundlegende Erkenntnisgrenze des Menschen, seine „innere Blindheit“.

In vielen Lebensbereichen haben Maschinen und Apparate längst die unmittelbare menschliche Arbeit übernommen und diese obsolet gemacht. Das stellt uns vor die Frage, wie wir eigentlich in Zukunft leben wollen.

Die Realisierung einer kinetischen Sisyphosmaschine thematisiert das menschliche Dasein als einen nicht endenden Prozess der Anstrengung, der Wiederholung, der Bemühung, der Suche.

Die 1950 erschienene Übersetzung des „Mythos vom Sisyphos“ von Albert Camus ist heute aktuell wie damals. Was bedeutet ein Leben ohne Hoffnung auf eine erfüllte Zukunft, ohne ewige Wahrheiten und Illusionen? Camus' Antwort lautet: Jeder ist auf sich gestellt, sollte seine Auflehnung und Freiheiten so intensiv wie möglich ausleben, seinem Dasein individuell ein Ziel geben.

Er schreibt: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

 

Öffnungszeiten:

Di, Do 15 - 19 Uhr, Sa 10 - 12 Uhr, So 15 - 18 Uhr

Geschlossen 14.11., 24. /25. /31.12., Sonderöffnung am 26.12.

 

Klaus Illi

1953 geboren in Stuttgart

1982 - 85 Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart

1985 - 88 Hochschule der Künste, Berlin

1988 - 90 Parsons The New School for Design, New York, N.Y., MFA / Bildhauerei

1991 - 92 Hochschule der Künste, Berlin, Meisterschüler

1992 Arbeitsaufenthalt in New York, N.Y.

lebt in Ostfildern bei Stuttgart

 

EINZELAUSSTELLUNGEN_(Auswahl)

1989 „Two German Sculptors“, Willoughby Sharp Gallery, New York, N.Y. (mit B. Bürkle)

1991 „Sculptural Objects“, Galerie im Heppächer, Esslingen (mit B. Bürkle)

1993 „Exit“, Städtische Galerie Ostfildern

„Atem • Raum“, Hospitalhof Stuttgart (mit B. Bürkle)

1996 „Haben Sie sich jemals am Völkermord beteiligt?“, Kunst.Raum 34, Stuttgart

1997 „Zivilisation“, E-Werk/Hallen für Kunst u. Adelhauser Museum für Völkerkunde, Freiburg

1998 „Ich atme, also bin ich“, DG - Kunstverein an der Finkenstr., München

„Jedem das Seine“, Kunstbunker Tumulka, München

1999 „Atem“, Museum der Elektrizität, Hamburg

2000 „Ruach“, Ehemalige Synagoge Drensteinfurt

„Agnosie“, St. Lukas, München

2002 „Narcissus und Echo“, Städtische Galerie Ostfildern (mit B. Bürkle)

„Punctum Caecum“, Artists’ Residency Herzelija, Israel (mit I. Fonar Cocos)

2003 „Blindreflex“, Museum Ein Harod, Israel (mit I. Fonar Cocos)

„unSICHTbar“, Galerie im Heppächer, Esslingen (mit I. Fonar Cocos)

„Atemorchester“, Kameralamt Waiblingen

2005 „Flieger“, Blaue Nacht Nürnberg (mit U. Sigal-Galkin)

„Luftgeschaeften“, Stadthaus Ulm (mit U. Sigal-Galkin)

2006 „Blindsehen“, Bellevue, Wiesbaden (mit I. Fonar Cocos)

„Luftgarten/Lustgarten“, Kunstmuseum Heidenheim (mit B. Bürkle)

„Approximation“, Kunstverein Villa Merkel Esslingen (mit B. Bürkle)

2007 „Pflanzenatem“, Toronto International Art Fair, Toronto, Kanada (mit B. Bürkle),

2008 „Pflanzenatem“, Palm Beach Art Fair, Florida, U.S.A. (mit B. Bürkle)

„Atmen und Wachsen“, EnBW Karlsruhe (mit B. Bürkle) „Pflanzenatem“, Kunstverein und Museum Husum (mit B. Bürkle)

2010 „Zweiter Frühling“, Installation Domino Art Reutlingen (mit B. Bürkle)

2011 „Und was du hast, ist/ Atem zu holen“, Raum für Pflanzen, Orangerie Kirchberg/Jagst (mit B. Bürkle)

2012 „Zwischen Himmel und Erde“, Kunstverein Ludwigshafen (mit B. Bürkle)

„Hortus Aeris“, Arte Sella, Borgo Valsugana, Italien (mit B.Bürkle)

2013 „Wolkenatem“, Flottmannhallen, Herne (mit B. Bürkle)

2014 „Wolkenatem“, Kunsthaus Kloster Gravenhorst, Landkreis Steinfurt (mit B. Bürkle)