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8.11.2018

Der Gemeinderat bringt das Integrationskonzept 2018 auf den Weg

Foto: Kinder und Erwachsense stehen auf dem Schulhof des Otto-Hahn-Gymnasiums. Foto: Kratzenberg

Der Gemeinderat hat das Integrationskonzept „Vielfalt in Ostfildern. Auf dem Weg zur Teilhabe“ zur Kenntnis genommen und die Verwaltung mit der Umsetzung von Maßnahmen beauftragt.
Ostfildern ist eine internationale Stadt: Unter den insgesamt fast 40.000 Einwohnern leben 6.339 Menschen aus 121 Ländern.

Der Ausländeranteil beträgt knapp 16 Prozent. Zuwanderer aus der Türkei stellen dabei mit 971 Menschen die größte Bevölkerungsgruppe. Der Anteil der Menschen, die seit 2015 aus Kriegs- und Krisengebieten geflüchtet und nach Ostfildern gekommen sind, beträgt mit 690 Personen knapp zwei Prozent der Gesamtbevölkerung in der Stadt.

Der Zuzug von Flüchtlingen „hat die Stadt aber vor große Herausforderungen gestellt“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat. Es habe Unsicherheiten und Proteste in der Bevölkerung gegeben, insbesondere dort, wo die geflüchteten Menschen untergebracht werden sollten – der Gemeinderat hatte im Vorfeld ein dezentrales Konzept mit der Unterbringung in den Stadtteilen beschlossen.

Gleichzeitig sei in der Stadtgesellschaft auch eine große Hilfsbereitschaft erwacht, heißt es in der Vorlage weiter. Bürger haben den Freundeskreis Asyl gegründet. Mit Engagement und Kreativität seien die anfangs großen Lücken im sozialen Hilfesystem gefüllt worden. „Nach wie vor leisten Engagierte unverzichtbare Unterstützung in der Begleitung von Geflüchteten.“ Mit der Gewährung von Fördermitteln des Landes ist für die Dauer von drei Jahren die Personalstelle einer Integrationsbeauftragten finanziert worden. Zur ihrer Aufgabe zählt es, neben der Ausweitung von Hilfsangeboten für Flüchtlinge und dem Angebot von individuellen Integrationsmaßnahmen, ein Integrationskonzept für die Stadt zu erarbeiten. Das mehr als 150 Seiten starke Werk „Vielfalt in Ostfildern. Auf dem Weg zur Teilhabe. Integrationskonzept 2018“ ist nun dem Gemeinderat vorgelegt worden.

Das Konzept ist unter einer breit angelegten Beteiligung der Bürger, von Mitgliedern des Gemeinderats und Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie weiteren Einrichtungen in der Stadt entstanden. Und nicht zuletzt waren die Betroffenen selbst eingebunden. Eine Beteiligung wurde ermöglicht mit der Teilnahme in den sieben Arbeitsgruppen des Plenums Integration. Weitere Möglichkeiten waren die Teilnahme am Kommunalen Flüchtlingsdialog (2016), an den Ostfilderner Gesprächen (2017) und bei der Abschlussveranstaltung im Juli dieses Jahres im Bürgerhaus Ruit. Dort gab es eine Feedback-Runde mit allen am Erarbeitungsprozess beteiligten Akteuren.

Das Integrationskonzept will das Zusammenleben einer Vielzahl von Menschen unterschiedlicher Herkunft, also die Vielfalt in Ostfildern, besser gestalten, Integration auf unterschiedlichen Ebenen ermöglichen, kreative Prozesse vorantreiben und diese langfristig etablieren. Mit verschiedenen Handlungsempfehlungen soll „eine Atmosphäre geschaffen werden, in der sich alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit angenommen und wertgeschätzt fühlen“.

Als Leitlinien für kommunales Handeln sind in dem Konzept definiert: die Anerkennung von Vielfalt und Chancengleichheit, eine Willkommenskultur, der Kontakt und Begegnungsflächen, eine Teilhabe für alle, Sprache und Bildung sowie die interkulturelle Öffnung der Verwaltung. Schwerpunkte bei der Integration setzt die Stadt bei den sieben Handlungsfeldern Bildung und Sprache, Arbeit und Beschäftigung, Wohnen, Werte und Akzeptanz in der Bevölkerung, soziales Zusammenleben und kulturelle Vielfalt, soziale Begleitung und Vernetzung sowie interkulturelle Öffnung der Verwaltung.

„Diese Leitgedanken sollen der Verwaltung und dem Gemeinderat Entscheidungshilfen  für die Fragestellungen im Bereich Zuwanderung und Integration geben“, heißt es in der Vorlage. Das vorliegende Konzept diene als strategische Orientierung für eine vorausschauende, nachhaltige und zielorientierte Entwicklung von Vielfaltsprozessen. Es sei eine politische Willenserklärung und beschreibe die Vorgaben und Bedingungen für die Integrationspolitik in der Stadt. Der Gemeinderat nahm von dem Konzept Kenntnis und fasste den einstimmigen Beschluss, die Verwaltung mit der schrittweisen Umsetzung der aufgeführten Maßnahmen zu beauftragen.

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