Hornung, Carina
Stellvertretende Fachbereichsleitung, Abteilungsleitung
Planung, Fachbereich Planung, Baurecht, Liegenschaften +1 Weitere
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um Klimaschutz, Energiewende, Wärmeplanung und Wärmeversorgung.
Mit der kommunalen Wärmeplanung entwickelt die Stadt Ostfildern eine langfristige Strategie für eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie bis zum Jahr 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden kann. Dabei werden die örtlichen Gegebenheiten in den einzelnen Stadtteilen berücksichtigt. Die kommunale Wärmeplanung ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe und Teil der Stadtentwicklung.
Der kommunale Wärmeplan für Ostfildern wurde 2023 vom Gemeinderat beschlossen und wird derzeit umgesetzt.
Der Wärmeplan ist im Geo-Informationssystem der Stadt Ostfildern (OGIS) einsehbar. Wählen Sie dort unter „Themen“ die Kommunale Wärmeplanung aus und klicken Sie auf ein Teilgebiet, um weitere Informationen zu erhalten.
Der Wärmeplan zeigt, welche Art der Wärmeversorgung in welchen Gebieten voraussichtlich am besten geeignet ist. Daraus ergeben sich keine Verpflichtungen für Bürgerinnen und Bürger. Der Plan dient vielmehr als Orientierung und zeigt auf, welche Lösungen für die Wärmeversorgung langfristig voraussichtlich am wirtschaftlichsten und sinnvollsten sind. Dabei gibt es verschiedene Wärmeversorgungslösungen:
Die Wärmeplanung legt fest, welche Lösung in welchem Stadtgebiet langfristig am sinnvollsten ist. So entsteht ein Fahrplan für eine klimafreundliche, zuverlässige und wirtschaftliche Wärmeversorgung bis 2040.
Die Umsetzung der Wärmeplanung ist im vollen Gange - erste Schritte sind bereits sichtbar. Der Ausbau des Fernwärmenetzes in Ostfildern, insbesondere rund um den Schulcampus in Nellingen, wurde begonnen. Gleichzeitig laufen vorbereitende Untersuchungen zu weiteren potenziellen Fernwärmenetzen in Nellingen-Süd und in der Parksiedlung. Außerdem finden öffentliche Informationsveranstaltungen zur Wärmeplanung und zu den verschiedenen Wärmeversorgungslösungen statt, bei denen Bürgerinnen und Bürger sich informieren können.
Die Wärmeplanung zeigt, wie Ostfildern langfristig klimaneutral mit Wärme versorgt werden kann. Für Sie persönlich entstehen keine Verpflichtungen – der Plan dient lediglich als Orientierung.
Im Zuge der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung können Sie aber erfahren, welche Lösungen zur Wärmeversorgung in Ihrem Stadtteil langfristig sinnvoll sind (z.B. Anschluss an ein Fernwärmenetz oder dezentrale Lösung wie Wärmepumpe oder Solarthermie) und wie Energieeffizienz Ihr Zuhause klimafreundlicher machen kann. Außerdem können Sie sich über Veranstaltungen Informationen aus erster Hand erhalten sowie Kontakte zu Versorgern und deren Beratungsangeboten.
So unterstützt die kommunale Wärmeplanung Sie bei Entscheidungen rund um Heizen, Sanieren oder Modernisieren – sicher, klimafreundlich und langfristig wirtschaftlich.
Bei der Wärmeversorgung gibt es zwei Grundtypen:
Für Neubauten werden meist Lösungen eingesetzt, die erneuerbare Energien nutzen, zum Beispiel:
Im Bestand sind ähnliche Lösungen möglich:
Wärmepumpen sind auch für Bestandsgebäude sinnvoll, selbst wenn diese nicht komplett saniert sind. Oft reichen einzelne Dämmmaßnahmen oder größere Heizkörper aus, um die nötige Heizleistung bei maximal 55 °C Vorlauftemperatur zu erreichen. Nur bei völlig unsanierten Häusern sind umfangreiche Dämmungen nötig, damit der Betrieb wirtschaftlich bleibt. Grundsätzlich gilt: Je besser die Dämmung, desto niedriger die Heizkosten – unabhängig vom Heizungssystem. Weitere Infos zu Wärmepumpen im Bestand gibt es hier oder bei Zukunft Altbau.
Einen Überblick über die Wärmeversorgungsmöglichkeiten an ihrem Standort finden Sie im Geo-Informationssystem der Stadt Ostfildern (OGIS). Rufen Sie das OGIS über den Button auf und wählen Sie unter „Themen“ die kommunale Wärmeplanung aus. Mit Klick auf die Nummer der Teilgebiete können Sie den jeweiligen Teilgebietssteckbrief einsehen und herunterladen.
Hier geht’s zum Wärmeplan im OGIS
Für klimafreundliche Heizungen, Wärmepumpen, Fernwärmeanschlüsse, Solarthermie oder Maßnahmen zur Energieeffizienz gibt es verschiedene Förderprogramme von Bund, Land und Kommune. Dazu gehören z. B.:
Tipp: Lassen Sie sich vor der Planung von einem Energieberater informieren, welche Förderungen für Ihr Haus möglich sind, damit Sie die optimale Unterstützung nutzen.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Bei Fragen zur Wärmeversorgung oder zum Heizungstausch helfen qualifizierte Energieberater weiter. Sie prüfen Ihre bestehende Heiztechnik, klären, welche neuen Lösungen möglich sind, und unterstützen beim Fördermittelantrag. Beratungen können Sie z. B. über Zukunft Altbau, die Energie-Effizienz-Expertenliste des Bundes oder die Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen erhalten. Über die Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen können Termine zur kostenlosen Erstberatung vereinbart werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Dazu finden Sie weiterführende Inhalte hier:
Fernwärme ist die zentrale Versorgung von Gebäuden mit Heizwärme und Warmwasser über ein geschlossenes Netz isolierter Rohre. Die Wärme wird in einer zentralen Anlage erzeugt – in Nellingen zum Beispiel mit Biomasse – und über gut gedämmte, unterirdische Rohrleitungen in Form von heißem Wasser zu den Häusern transportiert.
In den Gebäuden wird die Wärme über eine Übergabestation an die Heizung und die Warmwasserversorgung abgegeben. Das abgekühlte Wasser fließt anschließend zurück zur zentralen Anlage und wird dort wieder erhitzt. So entsteht ein geschlossener, effizienter Kreislauf.
Der Ausbau von Fernwärme ist einer von vielen Schritten zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung und damit zur Erreichung der städtischen Klimaziele.
Weitere Infos zur Fernwärme finden Sie hier.
In Ostfildern gibt es bereits Fernwärme in folgenden Gebieten:
- „Ob der Halde“ (betrieben von den Stadtwerken Ostfildern)
- Schulcampus Nellingen (betrieben von den Stadtwerken Ostfildern)
- Scharnhauser Park (betrieben von den Stadtwerken Esslingen)
Das Fernwärmenetz am Schulcampus Nellingen wird derzeit ausgebaut. Der Ausbau erfolgt in mehreren Bauabschnitten und ist von Ende 2025 bis voraussichtlich Ende 2027 geplant.
Darüber hinaus wird aktuell geprüft, ob im Süden von Nellingen ein weiteres Fernwärmenetz aufgebaut werden kann. Auch für das Eignungsgebiet Parksiedlung/Zinsholz sollen in den kommenden Jahren vertiefende Machbarkeitsstudien durchgeführt werden.
Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurden außerdem weitere potenzielle Eignungsgebiete für Wärmenetze identifiziert. Dabei handelt es sich um erste Einschätzungen auf Basis von Wärmedichte und verfügbaren erneuerbaren Energiequellen. Ob und wann dort tatsächlich ein Wärmenetz umgesetzt wird, steht noch nicht fest und erfordert weitere Planungen. Einen Überblick über bestehende, geplante und potenzielle Fernwärmegebiete finden Sie im Geo-Informationssystem der Stadt Ostfildern (OGIS).
Einen Anschluss an die Fernwärme können Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden erhalten, die im bestehenden oder geplanten Ausbaugebiet eines Fernwärmenetzes liegen. Ob ein Anschluss möglich ist, hängt davon ab, wie nah das Gebäude am bestehenden oder geplanten Leitungsverlauf liegt.
Wenn Ihr Gebäude in einem bestehenden oder aktuell im Ausbau befindlichen Fernwärmegebiet liegt, können Sie sich beim jeweiligen Netzbetreiber informieren – bei den Stadtwerken Ostfildern (bzw. im Scharnhauser Park bei den Stadtwerken Esslingen). Die Stadtwerke prüfen die Anschlussmöglichkeit und beraten individuell.
Der Anschluss erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst wird ein Liefer- und Anschlussvertrag abgeschlossen. Anschließend planen und bauen die Stadtwerke den Hausanschluss, meist im Rahmen der laufenden Netzerweiterung. Danach wird die Übergabestation im Gebäude installiert und die Fernwärme in Betrieb genommen. Ein fester Ansprechpartner begleitet den gesamten Prozess.
Wenn Sie sich für einen Fernwärmeanschluss entscheiden, prüfen die Stadtwerke zunächst, ob Ihr Gebäude baulich und technisch für den Anschluss geeignet ist. Wichtige Voraussetzungen sind u. a.: genügend Platz für die Übergabestation, ein zugänglicher Leitungsweg vom Netz zum Gebäude und eine geeignete Heizungsverteilung im Haus.
Der Ablauf ist in der Regel:
Die Hausübergabestation wird individuell dimensioniert, abhängig von der Größe des Gebäudes, dem Wärmebedarf und der bestehenden Heiztechnik. Sie sorgt dafür, dass die Fernwärme effizient ins Haus übertragen wird und die Heizung zuverlässig funktioniert.
Ein Anschluss ist besonders sinnvoll, wenn das Fernwärmenetz gerade in der Nachbarschaft gebaut oder erweitert wird. Dann sind die Anschlusskosten oft geringer, da Leitungen und Anlagen direkt mitverlegt werden können.
Auch bei einem anstehenden Heizungstausch bietet sich ein Fernwärmeanschluss an: Sie sparen den Kauf und die Wartung einer eigenen Heizanlage, können von Förderungen profitieren und genießen langfristig stabile Heizkosten.
Auch nach dem Ausbau eines Fernwärmenetzes können Sie sich in der Regel noch anschließen, sofern Ihr Gebäude technisch und räumlich geeignet ist und sich im bestehenden oder geplanten Versorgungsgebiet befindet. Die Stadtwerke Ostfildern (oder die Stadtwerke Esslingen beim Fernwärmenetz Parksiedlung) prüfen für Sie im Einzelfall, ob ein späterer Anschluss möglich ist und beraten Sie dazu individuell. In Ostfildern gibt es keinen allgemein gültigen Anschlusszwang, der automatisch verlangt, dass alle Gebäude verpflichtend ans Netz müssen, wenn eine Leitung gebaut wurde. Die Entscheidung für einen Anschluss ist freiwillig.
Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Gebäude anschlussfähig ist oder später angeschlossen werden kann, wenden Sie sich am besten direkt an die jeweiligen Netzbetreiber (Stadtwerke Ostfildern bzw. Stadtwerke Esslingen).
Kosten entstehen für die Herstellung des Hausanschlusses (einmalige Anschlusskosten) sowie für die bezogene Wärme (Grundpreis und Arbeitspreis). Fördermöglichkeiten durch staatliche Förderprogramme bestehen, um die Investition zu erleichtern.
Die Kosten für den Anschluss an ein Fernwärmenetz hängen vom Abstand Ihres Gebäudes zum Netz und von der Gebäudeklasse ab. Zusätzlich fallen laufende Wärme- und Grundpreise für den Verbrauch an. Die Stadtwerke Ostfildern bieten transparente Preisstrukturen, sodass die Kosten über viele Jahre planbar und stabil bleiben.
Im Vergleich zu einer einzelnen Gastherme oder einer Luft-Wasser-Wärmepumpe bieten Fernwärmeanschlüsse für Einfamilienhäuser oft Vorteile:
Die genauen Kosten hängen vom individuellen Wärmebedarf, der Gebäudedimension und den gewählten Tarifmodellen ab. Eine persönliche Beratung durch die Stadtwerke oder einen Energieberater hilft, die für Ihr Haus günstigste Lösung zu ermitteln.
Für den Fernwärmeanschluss können Teile der Kosten gefördert werden, z. B.:
Förderungen sind möglich über Programme der KfW oder spezielle Förderungen für energetische Gebäudesanierung. Es lohnt sich, eine individuelle Energieberatung in Anspruch zu nehmen, um alle möglichen Fördermittel zu prüfen und zu beantragen.
Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten finden Sie hier.
Wenn Sie Ihr Gebäude an ein Fernwärmenetz in Ostfildern anschließen möchten, wenden Sie sich direkt an die entsprechenden Ansprechpartner:
Nellingen & Ob der Halde:
Stadtwerke Ostfildern
E-Mail: stadtwerke@ostfildern.de
Tel.: 0711 719569-0
Scharnhauser Park & Parksiedlung:
Stadtwerke Esslingen
E-Mail: fernwaerme@swe.de
Tel.: 0711 / 3907-550
Weitere Infos und Beratung erhalten Sie direkt bei den Netzbetreibern in Ostfildern. Hier können Sie sich über Anschlussmöglichkeiten und Kosten informieren:
Zusätzlich gibt es öffentliche Informationsveranstaltungen zur kommunalen Wärmeplanung und deren einzelnen Umsetzungsbausteine in Ostfildern, bei denen Sie sich über geplante Fernwärmenetze, mögliche Anschlussgebiete und Förderoptionen informieren können.
Für eine detaillierte Förderberatung und technische Fragen empfiehlt sich außerdem eine unabhängige Energieberatung, z. B. über zertifizierte Energieberater aus der Region.
Beim Austausch einer Heizung müssen künftig erneuerbare Energien stärker genutzt werden. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor, dass neue Heizungen ab dem 1. Juli 2028 mindestens 65 % ihrer Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme erzeugen.
Auf Landesebene gilt zusätzlich das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG): Schon jetzt müssen nach einem Heizungstausch mindestens 15 % der Wärme aus erneuerbaren Quellen stammen oder alternative Maßnahmen umgesetzt werden, zum Beispiel Wärmedämmung, ein Sanierungsfahrplan oder eine Photovoltaikanlage.
Tipp: Prüfen Sie bei einer neuen Heizung sowohl die aktuellen Anforderungen des EWärmeG als auch die langfristigen Vorgaben des GEG. Eine Beratung durch unabhängige Energieberater, die Klimaschutzagentur Esslingen oder Zukunft Altbau kann helfen, die passende Lösung zu finden.
Einen sofortigen Pflichttausch von Heizungen gibt es durch die aktuelle Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) nicht. Allerdings müssen Heizungen, die älter als 30 Jahre sind, weiterhin ausgetauscht werden (§ 72 Abs. 2 GEG). Ausnahmen gelten zum Beispiel für Niedertemperatur- oder Brennwertkessel sowie für Heizungen mit sehr kleiner oder sehr großer Leistung. Solche alten Heizungen dürfen unter bestimmten Bedingungen auch weiter betrieben werden, z. B. als Teil einer Hybridheizung, solange keine fossilen Brennstoffe verwendet werden. Ob Ihre Heizung betroffen ist, können Sie beim Bezirksschornsteinfeger oder einem Energieberater erfragen.
Seit dem 1. Januar 2024 dürfen in Neubauten nur noch Heizungen eingebaut werden, die mindestens 65 % ihrer Wärme aus erneuerbaren Energien oder Abwärme erzeugen. Geeignete Lösungen sind zum Beispiel Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse, Stromdirektheizungen oder der Anschluss an ein Wärmenetz.
Für Neubauten in Baulücken gelten teilweise die Regeln für Bestandsgebäude.
Stellvertretende Fachbereichsleitung, Abteilungsleitung
Planung, Fachbereich Planung, Baurecht, Liegenschaften +1 Weitere