Weniger Verkehrslärm in den Stadtteilen

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Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Fortschreibung des Lärmaktionsplans beschäftigt. Als konkrete Maßnahme, die Bürgerinnen und Bürger von gesundheitsschädlichem Lärm zu entlasten, hat das Gremium für wichtige Straßen ganztägig Tempo 30 beschlossen.

Aufgrund der Umgebungslärmrichtlinie der EU, die auch in deutsches Recht umgesetzt wurde, sind die Kommunen in der Pflicht, Lärmaktionspläne aufzustellen, um die Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren durch Lärm zu schützen. Die Verwaltung hat daher ein Fachbüro mit der Erarbeitung einer qualifizierten Lärmaktionsplanung beauftragt.

Mehr als 5.000 Menschen von Verkehrslärm betroffen

Dessen Berechnung der Lärmwerte in der Stadt hat ergeben, dass mehr als 5.000 Menschen entlang der Haupt- und Durchgangsstraßen in allen Stadtteilen Ostfilderns aktuell Lärmbelastungen durch Straßenverkehr ausgesetzt sind, die kritisch für die Gesundheit oder sogar gesundheitsgefährdend sind. Dabei wurden in allen Stadtteilen Lärmschwerpunkte identifiziert. So wurden stadtweit 159 Wohngebäude erfasst, bei denen tagsüber der Schwellenwert für konkrete Gesundheitsgefahr von 70 dB(A) überschritten wird. Bei 239 Wohngebäuden wird der Wert für Gesundheitsgefahr von 60 dB(A) während der Nachtstunden überschritten.

Das Büro hat in seinem Gutachten konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung vorgeschlagen, die die Verwaltung nun dem Gremium zur Beschlussfassung vorgelegt hat. Dargelegt in detaillierten Karten wurde dabei deutlich, dass die Kombination von Fahrbahnsanierungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen eine deutliche Reduzierung der Lärmbelastung und damit der Gesundheitsgefährdung der Anwohner mit sich bringt. In einem Pilotprojekt war in der Stuttgarter Straße in Ruit bereits die Geschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer tagsüber reduziert worden. Dies hatte deutliche Verbesserungen bei der Lärmbelastung erbracht.

Tempo 30 auf weiteren Hauptstraßen vorgesehen

Um das vordringliche Ziel zur Vermeidung von Lärmbelastungen oberhalb des Schwellenwerts der Gesundheitsgefährdung und generell eine Verbesserung der Lärmsituation in den Stadtteilen zu erreichen, schlug die Verwaltung vor, die Geschwindigkeit wie im Gutachten dargestellt auf viel befahrenen Straßen in den Stadtteilen auf Tempo 30 ganztags zu reduzieren und mittelfristig eine zusätzliche Fahrbahnsanierung mit lärmminderndem Belag vorzunehmen.

In Ruit betrifft dies die Stuttgarter, die Kirchheimer und die Scharnhauser Straße, in Kemnat die Heumadener, die Reutlinger und die Hauptstraße, in Scharnhausen die Plieninger, die Ruiter und die Nellinger Straße. In Nellingen wird die Geschwindigkeit in der Esslinger, der Denkendorfer und der Rinnenbachstraße reduziert, im Scharnhauser Park ist die Niemöller- und die Bonhoefferstraße betroffen, und in der Parksiedlung soll es in der Breslauer Straße leiser werden.

Das Gremium stimmte dem Vorschlag mit großer Mehrheit zu. Da die Geschwindigkeitsreduzierungen Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr haben können, sagte die Verwaltung zu, gemeinsam mit den Betreibern der Buslinien geeignete Maßnahmen zur Busbeschleunigung zu suchen, wo immer dies möglich ist. Vorgesehen ist auch, den Lärmaktionsplan nach fünf Jahren auf den Prüfstand zu stellen und wo notwendig geeignete Korrekturen einzuarbeiten.

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