Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie steigen die Zahlen der Wohnungseinbrüche wieder an. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen wurden 2024 insgesamt 400 Fälle registriert, darunter 171 Versuche. Im vergangenen Jahr waren es 459 Fälle, davon 215 Versuche. In Ostfildern wurden 2025 14 versuchte Wohnungseinbrüche registriert. Das sind vier weniger als im Vorjahr. Die Zahlen liegen damit weiterhin unter dem Niveau der Vor-Corona-Jahre. Dennoch bleibt jeder Einbruch ein schwerer Eingriff in die Privatsphäre der Betroffenen.
Ein Großteil der Wohnungseinbrüche ereignet sich nachmittags und in den frühen Abendstunden. Gerade dann verstärkt die Polizei ihre Präsenz. Gezielte Streifen, offene und zivile Fahndungsmaßnahmen sowie Kontrollen, insbesondere an Ausfallstraßen, sollen potenzielle Täter abschrecken und Hinweise auf zurückliegende Straftaten liefern. Dabei arbeiten die örtlichen Polizeireviere mit der Verkehrs- und Kriminalpolizei sowie weiteren Einsatzkräften zusammen. Auch überregionale und länderübergreifende Kontrollen gehören zum Konzept.
Mechanische Sicherungen wirken
Die Polizei betont, dass viele Einbrüche durch richtiges Verhalten und geeignete Sicherungstechnik verhindert werden können. Einbrecher wollen möglichst schnell in ein Gebäude gelangen. Treffen sie auf ausreichend widerstandsfähige Fenster und Türen, brechen sie ihren Versuch häufig ab. Der steigende Anteil gescheiterter Einbrüche deutet darauf hin, dass Sicherungseinrichtungen Wirkung zeigen.
Schon einfache Maßnahmen helfen: Haus- und Wohnungstüren sollten auch bei kurzer Abwesenheit abgeschlossen werden. Gekippte Fenster gelten als offene Fenster. Balkon- und Terrassentüren müssen ebenfalls gesichert sein. Schlüssel sollten niemals außerhalb der Wohnung versteckt werden. Wer länger verreist, kann Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren und auf das Haus zu achten. Zeitschaltuhren für die Beleuchtung können zusätzlich Anwesenheit vortäuschen.
In Mehrfamilienhäusern sollte die Haustür auch tagsüber geschlossen bleiben. Vor dem Betätigen des Türöffners ist zu prüfen, wer Einlass begehrt. Fremde Personen im Haus sowie unverschlossene Keller- und Bodentüren verdienen besondere Aufmerksamkeit. Verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Wohngebiet sollten der Polizei gemeldet werden. Wichtig: Verdächtige nicht selbst ansprechen, sondern im Ernstfall oder bei konkreten Beobachtungen den Notruf 110 wählen.
Kostenlose Beratung nutzen
Das Polizeipräsidium bietet kostenlose Beratungen zum Einbruchschutz an. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Reutlingen, Filderstadt-Bernhausen und Balingen informieren über geeignete Sicherungstechnik. Auf Wunsch kommen Fachberater auch direkt nach Hause und geben individuelle Empfehlungen für die Absicherung von Wohnungen und Häusern. Termine können telefonisch unter 07121 942-1202 oder per E-Mail an reutlingen.pp.praevention@polizei.bwl.de vereinbart werden.