Die Stadtverwaltung steht vor veränderten Anforderungen an Arbeitsabläufe, Organisationsstrukturen und Arbeitsplätze. Digitalisierung, mobile Arbeitsformen und neue Nutzungskonzepte eröffnen Möglichkeiten, Büroflächen effizienter zu nutzen und Verwaltungsstandorte langfristig wirtschaftlicher zu betreiben. Zugleich besteht bei mehreren städtischen Gebäuden Modernisierungsbedarf.
Bereits 2021 und 2024 hatte sich der Gemeinderat im Rahmen seiner Immobilienklausuren mit der Situation der Verwaltungsgebäude befasst. Seit März 2024 erarbeitet eine fachbereichsübergreifende Arbeitsgruppe Konzepte für deren Neu- und Weiterentwicklung. Mit dem Umbau der Schillerstraße 13 soll ein erster Schritt umgesetzt werden.
Das Gebäude wurde 1988 als Teil des Ensembles „Zentrum An der Halle“ errichtet und ursprünglich als Postamt genutzt. Nachdem die Deutsche Post den Standort zum 31. Juli 2024 aufgegeben hatte, stand das Gebäude leer. Aufgrund seiner zentralen Lage, der guten Erreichbarkeit und der Nähe zu weiteren städtischen Einrichtungen wurde eine Nachnutzung als Verwaltungsstandort geprüft.
Drei Zonen für unterschiedliche Aufgaben
Für die Schillerstraße 13 und das benachbarte Gebäude Schillerstraße 11 wurde ein gemeinsames Nutzungskonzept entwickelt. Es sieht vor, die Fachbereiche 2, 4 und 5 an diesem Standort unterzubringen. Grundlage ist ein Drei-Zonen-Modell, das öffentliche Bereiche, Beratungsräume und interne Arbeitsbereiche räumlich voneinander trennt.
In einer zentralen Empfangszone sollen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger aufgenommen und einfache Vorgänge direkt bearbeitet werden. Für komplexere Anliegen sind abgeschlossene Beratungsräume vorgesehen. Die interne Arbeitszone bleibt den Mitarbeitenden vorbehalten und soll konzentriertes Arbeiten sowie interne Abstimmungen ermöglichen.
Für die Arbeitsplätze ist ein sogenanntes Multispace-Konzept mit Desksharing geplant. Da Arbeitsplätze nicht mehr dauerhaft einer einzelnen Person zugeordnet werden müssen, sollen die Flächen flexibler genutzt werden können. Insgesamt sollen in den beiden Gebäuden 75 Mitarbeitende 57 Arbeitsplätze nutzen. Ergänzend sind Besprechungsräume, Fokusräume und ein zentraler Aufenthalts- und Kommunikationsbereich vorgesehen.
Umfassende bauliche Erneuerung
Für die künftige Büronutzung muss das Gebäude grundlegend umgebaut und saniert werden. Geplant sind unter anderem der Austausch der Fenster, eine neue Dacheindeckung mit Dämmung sowie der Ausbau des bislang ungenutzten Dachgeschosses. Auch die Innenräume und die technische Gebäudeausstattung werden umfassend erneuert. Vorgesehen sind zudem eine Geothermie-Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Das Erdgeschoss wird barrierefrei gestaltet und erhält eine barrierefreie Toilette. In den oberen Geschossen ist eine rollstuhlgerechte Erschließung nicht möglich, da das Gebäude über keinen Aufzug verfügt.
Fertigstellung für 2028 vorgesehen
Die Kostenberechnung auf Grundlage der Entwurfsplanung beläuft sich auf rund 3,713 Millionen Euro brutto. Der Baubeginn ist für April 2027 vorgesehen. Der Innenausbau soll im März 2028 abgeschlossen sein, die Inbetriebnahme ist für April 2028 geplant. Der Umzug erster Organisationseinheiten ist für Juni 2028 vorgesehen. Die Entwicklung der Schillerstraße 11 soll anschließend in weiteren Schritten erfolgen.