Engagement verbindet

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Wie verändert sich das bürgerschaftliche Engagement, und wie können Kommunen es stärken? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Gemeinderäte aus Ostfildern und der Schweizer Partnergemeinde Reinach bei einem gemeinsamen Seminarwochenende. Neben fachlichen Vorträgen stand der Austausch über unterschiedliche Traditionen und praktische Beispiele ehrenamtlicher Arbeit im Mittelpunkt.

Den fachlichen Auftakt gestaltete Paul-Stefan Roß, assoziiertes Mitglied der Fakultät Sozialwesen und Dekan Sozialwesen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. In seinem Vortrag beleuchtete er die Geschichte des freiwilligen Engagements in Deutschland und zeigte mögliche Entwicklungsperspektiven auf. Daniel Blank, Fachbereichsleiter Kultur und Soziales Miteinander, referierte über die Strukturen und den Strukturwandel des Engagements in Ostfildern. Doris Vögeli, Gemeinderätin aus Reinach, gab Einblicke in das freiwillige Engagement in der Schweizer Gemeinde und in der Schweiz insgesamt.

Im anschließenden Austausch wurde deutlich, dass beide Gemeinden vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Zugleich unterscheiden sich die Traditionen und Formen der Beteiligung. In der Schweiz ist das freiwillige Einbringen in das Gemeinwesen unter anderem durch das sogenannte Milizsystem geprägt, bei dem Bürgerinnen und Bürger öffentliche Aufgaben neben ihrem Beruf übernehmen. Auch die politische Mitwirkung der Bevölkerung ist teilweise anders organisiert als in Deutschland.

Besonderes Interesse zeigten die Gäste aus Reinach an der Freiwilligenagentur Ostfildern. Eine vergleichbare Einrichtung gibt es in der Schweizer Partnergemeinde bislang nicht.

Ehrenamt vor Ort erleben

Wie vielfältig bürgerschaftliches Engagement in Ostfildern gelebt wird, erfuhren die Teilnehmenden bei mehreren Besichtigungen. In den Bürgergärten führten die freiwillig Engagierten Inge Bretschneider und Angelika Baier durch die Anlage. Sie berichteten von ihrer Arbeit und erläuterten, wie sich die Gruppe organisiert und ihre Aufgaben gemeinsam bewältigt.

Im Nachbarschaftshaus stellte Andrea Grupp die verschiedenen ehrenamtlichen Gruppen und Aktivitäten vor, die mit der Einrichtung verbunden sind. Die Einblicke machten deutlich, wie unterschiedlich freiwilliges Engagement aussehen kann und welchen Beitrag es zum Zusammenleben in der Stadt leistet.

Einblicke in die Skulpturen-Werkstatt

Den Abschluss des Seminarwochenendes bildete am Sonntag die Besichtigung von Steegmüller Skulpturen. Inhaber Jörg Steegmüller führte die Gruppe durch seine Arbeit und gab Einblicke in sein künstlerisches Schaffen. Die Gäste aus Reinach zeigten sich von der Arbeit und den Skulpturen beeindruckt.

Das gemeinsame Wochenende bot den Gemeinderäten beider Kommunen Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, unterschiedliche Ansätze kennenzulernen und Anregungen für die eigene kommunale Arbeit mitzunehmen. Die Besuche vor Ort ergänzten die fachlichen Diskussionen um konkrete Beispiele dafür, wie Menschen Verantwortung übernehmen und das Gemeinwesen aktiv mitgestalten. 

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