Dritter Info-Abend zur Wärmewende

Nachricht, Klimaschutz

Die Stadt Ostfildern setzt ihre Veranstaltungsreihe zur kommunalen Wärmewende fort. Nach Informationsveranstaltungen zur Fernwärme Ostfildern und zur energetischen Gebäudesanierung fand ein Infoabend am 2. Juli unter dem Motto „Wärmepumpe in Ihrem Zuhause – in Neubau und Bestand“ statt.

Trotz sommerlicher Temperaturen war das Bürgerhaus in Ruit mit rund 80 Bürgerinnen und Bürgern gut gefüllt – ein deutliches Zeichen dafür, wie präsent das Thema Heizungstausch derzeit in den Haushalten ist. 

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Michael Lübke gab die Klimaschutzmanagerin Daniela Weisbarth einen Überblick zur Wärmewende in Ostfildern und zur kommunalen Wärmeplanung. Rund 80 Prozent des Wärmebedarfs werden aktuell noch über fossile Energieträger gedeckt, ein Drittel aller Heizungen ist mehr als 20 Jahre alt. Bis 2040 soll die Wärmeversorgung klimaneutral werden – knapp 60 Prozent des Energiebedarfs sollen dem Zielszenario zufolge künftig über Wärmepumpen gedeckt werden. Weisbarth zeigte dazu auch Karten mit bestehenden Wärmenetzen und Potenzialgebieten für den Netzausbau. 

Im Anschluss vermittelte Johannes Messmer von der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen in seinem Fachvortrag praxisnah, wie Wärmepumpen funktionieren, welche Varianten es gibt (Luft-Wasser, Luft-Luft, Erdwärme, Grund- und Abwasser) und wie sie auch im Gebäudebestand sinnvoll eingesetzt werden können. Anhand von Beispielrechnungen zeigte er zudem, welche Fördermöglichkeiten aktuell für den Heizungstausch bestehen. Deutlich wurde, der Umstieg auf eine Wärmepumpe setzt keine Komplettsanierung voraus, erfordert im Altbau aber mitunter etwas mehr Planung – etwa einen hydraulischen Abgleich oder eine schrittweise verbesserte Dämmung. 

Besonders groß war das Interesse an dezentralen Lösungen wie Wärmepumpen – insbesondere in den Stadtteilen ohne vorgesehenen Anschluss an ein zentrales Wärmenetz. Viele Teilnehmende nutzten die anschließende Fragerunde im Plenum sowie den Infomarkt mit vier Themenständen (Beratungsangebote und Infomaterial, Wärmewende in Ostfildern, Photovoltaik und Wärmepumpe, Stimmungsboard mit offenen Fragen), um sich intensiv auszutauschen und individuelle Fragen zu klären. 

Auch die Vertreter der Stadtverwaltung – neben Bürgermeister Lübke und Daniela Weisbarth auch Carina Hornung, Abteilungsleiterin Stadtplanung – und die ehrenamtlichen PV-Berater standen für Gespräche zur Verfügung, unter anderem zur kommunalen Wärmeplanung und ihren Auswirkungen auf einzelne Grundstücke. Rückblickend lässt sich der Abend als gelungen bezeichnen: eine effiziente Technologie, verständlich erklärt, auch für den Bestand praxisnah eingeordnet – und ein Format, das viel Raum für Fragen und Austausch bot. 

Die Stadt Ostfildern wird solche Veranstaltungsformate daher auch künftig fortsetzen, um die Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg zur Wärmewende praxisnah zu begleiten. Wichtig ist dabei die Überleitung in den Alltag: Auch nach der Veranstaltung stehen die bestehenden Beratungsangebote der Stadt offen, wie etwa die kostenlose Erstberatung der Klimaschutzagentur, der unabhängige Wärmepumpen-Angebotsvergleich oder die Bürger-PV-Beratung, die mit einer geringen Aufwandsentschädigung verbunden ist. 

 Infos zur Wärmepumpe auch auf der Homepage 

Die Präsentation der Veranstaltung findet sich neben dem Nachbericht auf der Homepage der Stadt Ostfildern. Wer an einer Beratung zu Themen wie Photovoltaik und Wärmepumpe interessiert ist, findet erfahrene und qualifizierte Energieberaterinnen und -berater unter ostfildern.de/pvberatung.

Die Kombination von PV-Anlage und Wärmpumpe

„Meine Erfahrung zeigt, dass eine Kombination von PV-Anlage und Wärmepumpe den Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms deutlich erhöht. Im Sommerhalbjahr lassen sich der gesamte Haushaltsstrom sowie die Warmwasserbereitung komplett mit Solarstrom decken, im Winter dagegen kann die PV-Anlage die Wärmepumpe allein nicht ausreichend versorgen – es muss zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen werden. Dennoch wird der im Winter erzeugte Strom fast vollständig selbst verbraucht. Durch die Wärmepumpe steigt so der Eigenverbrauch der PV-Anlage, wodurch sich die Anlage schneller amortisiert. Gleichzeitig sinken die Heizkosten, da ein Teil davon über den eigenen Solarstrom gedeckt wird. Ergänzt man das Ganze noch um ein E-Auto, lässt sich auch dessen Ladestrom größtenteils aus der eigenen PV-Anlage beziehen.“ 

Roland Kurz, einer von fünf ehrenamtlichen PV-Beratern im Auftrag der Stadt Ostfildern 

Wer sich für eine PV-Anlage interessiert und unabhängige Infos zu seinen persönlichen Gegebenheiten vor Ort sucht, kann einen Beratungstermin über die städtische Homepage unter ostfildern.de/pvberatung vereinbaren.

Weitere Informationen zu diesem Thema

Infoabend Waermepumpe