Melli Beese (1886–1925) war eine deutsche Flugpionierin und die erste Frau in Deutschland, die eine offizielle Fluglizenz erhielt. Die Melli-Beese-Straße erinnert an ihren außergewöhnlichen Lebensweg – und an eine Frau, die in der männerdominierten Welt der frühen Luftfahrt Geschichte schrieb.
Geboren in Dresden, studierte Melli Beese zunächst Bildhauerei in Stockholm. Dort entdeckte sie ihre Leidenschaft für Technik und das Fliegen. 1910 begann sie in Berlin-Johannisthal eine Pilotenausbildung – ein ungewöhnlicher Schritt für eine Frau dieser Zeit. Trotz zahlreicher Hindernisse, offener Ablehnung und sogar Sabotage hielt sie an ihrem Ziel fest. Am 13. September 1911, ihrem 25. Geburtstag, wurde sie als erste Frau Deutschlands offiziell Pilotin.
Beese stellte neue Weltrekorde im Dauer- und Höhenflug auf und gründete 1912 ihre eigene Flugschule – die Melli Beese GmbH. Sie engagierte sich auch in der Entwicklung neuer Flugzeugmodelle. Der Erste Weltkrieg bedeutete einen schweren Bruch: Als Ehefrau eines französischen Piloten wurde sie in Deutschland interniert, ihre Flugzeuge beschlagnahmt, ihre berufliche Existenz zerstört.
Trotz gesundheitlicher Rückschläge und wirtschaftlicher Schwierigkeiten gab Melli Beese nicht auf. Sie blieb eine Visionärin – mit dem Traum vom Fliegen bis zuletzt. 1925 nahm sie sich das Leben. Ihre letzten Worte: „Fliegen ist notwendig. Leben nicht.“
Mit der Benennung der Melli-Beese-Straße ehrt Ostfildern eine Frau, die für Mut, Erfindergeist und Gleichberechtigung steht.