KW19_Starkregen

Die Gefahren durch Starkregen als Folge des Klimawandels nehmen zu. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat sich mit den Möglichkeiten der Stadt beschäftigt, die Risiken einzugrenzen.

Eine der deutlich spürbaren Folgen des Klimawandels hierzulande ist die Entwicklung der Niederschläge. In den vergangenen Jahren sind vermehrt starke, zumeist lokal eng begrenzte Regenfälle zu beobachten. Es ist davon auszugehen, dass solche Starkregen künftig häufiger auftreten und intensiver werden. Für die Stadt stellt sich damit die Herausforderung, mit dem Problem der drohenden Überlastung des Kanalsystems und der Überflutung von Straßen und privaten Grundstücken umzugehen. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und der Technischen Hochschule Lübeck entwickelt die Stadt Ostfildern deshalb seit dem vergangenen September bei einem vom Bund geförderten Forschungsprojekt ein Instrumentarium zum Risikomanagement bei Starkregen. Damit können künftig die Siedlungsentwicklung auf den Klimawandel abgestimmt und daraus folgend bauliche Verbesserungen zum Umgang mit großen Regenwassermengen abgeleitet werden.

Wie Helmut Schönleber, Sachgebietsleiter Sonderaufgaben bei der Stadt Ostfildern, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt (ATU) erläuterte, müsse bei der Risikobewertung zwischen Hochwasser und Starkregen unterschieden werden. Während Hochwasser entlang von Flussläufen vorkommt, eher vorhersehbar ist und damit – abhängig von der Länge des Gewässers – in absehbaren Zeiträumen Vorsorge getroffen werden kann, entwickelt sich Starkregen sehr schnell und ist meist lokal begrenzt und kaum vorhersehbar. „Wegen der hohen Intensität entstehen oft große Schäden durch Sturzfluten, die viel Treibgut oder Geröll mitreißen und Kanäle und Gräben überlasten“, erklärte Schönleber. Wie an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet bereits zu beobachten war, werden dabei Straßen und Privatgrundstücke überflutet, Häuser und Infrastruktur beschädigt.

Um dies besser eingrenzen zu können, wurden Starkregen-Gefahrenkarten für jeden Stadtteil entwickelt, auf denen die Risiken und die Folgen bei drei möglichen Szenarien von Starkregen punktgenau ablesbar sind. So sind der Wasserabfluss und die Überflutungsgebiete bei Regenfällen mit einer Stärke dargestellt, wie sie statistisch alle 30, 100 und 1.000 Jahre vorkommen – wobei Schönleber klarstellte, dass Regenfälle mit einer statistischen 30-Jährlichkeit bereits derzeit häufig auftreten. Dabei seien in allen Stadtteilen Gefahrenpunkte auszumachen. Der Scharnhauser Park allerdings sei „durch die Retentionsflächen und ein innovatives Oberflächen-Entwässerungskonzept begünstigt“ und nur an wenigen Stellen gefährdet, sagte Schönleber.

Aus den Gefahrenkarten lassen sich konkrete Hinweise für bauliche Verbesserungen, etwa neue Rinnen, tiefere Gräben oder auch Dämme ableiten. Dies werde in näherer Zukunft abgearbeitet. Bei der Riegelhofschule in Nellingen etwa könne es für den Schutz des Gebäudes reichen, die Oberfläche des Freigeländes so umzugestalten, dass das Wasser dort versickern kann. „Wir müssen das Regenwasser dort lassen, wo es ist, und nicht zu schnell ableiten“, erklärte Schönleber.

Bürgermeisterin Monika Bader sagte dazu, dass das Thema des Risikomanagements künftig stärker präsent sein werde. „Im Stellenplan für 2023 werden wir es wiederfinden, da wir dafür eine zusätzliche Stelle brauchen,“ sagte sie.

Starkregen-Gefahrenkarte

Die Starkregen-Gefahrenkarten sind unter https://www.ostfildern.de/Bauen+_+Umwelt/Natur+und+Umwelt/Starkregen.html zu finden. Informationen zu Starkregen gibt es unter www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/was-ist-starkregen. Das Freiflächenmanagement der Stadt beantwortet unter Telefon 0711 3404-418 Fragen.

13. Mai 2022