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Der Gemeinderat beschließt den Neubau der Sporthalle 1 in Nellingen.

Für 12,65 Millionen Euro wird in den kommenden beiden Jahren zwischen Anlagensee, Stadion und Tennisplätzen eine neue Sportstätte entstehen.

Es ist ein außergewöhnliches Vorhaben, über das die Mitglieder des Gemeinderats in der vergangenen Woche beraten und entschieden haben. Einstimmig beschlossen sie den Neubau der Sporthalle 1 in Nellingen nach dem Entwurf des Stuttgarter Büros Zoll Architekten Stadtplaner. „Das ist die größte Investition in ein einzelnes Projekt in der Geschichte der Stadt Ostfildern“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay. Insgesamt hat die Stadtverwaltung rund 14 Millionen Euro einkalkuliert. Davon entfallen 12,65 Millionen Euro auf die Generalunternehmerleistung für den Bau der Sporthalle, die an die Firma Rommel vergeben wurde.

Zwischen Anlagensee, Stadion und Tennisplätzen entsteht damit in den kommenden beiden Jahren eine neue Halle, deren äußeres Erscheinungsbild im unteren Teil von einer Holzfassade und weiter oben von lichtdurchlässigen Elementen aus Polycarbonat geprägt sein wird. Im Inneren sollen Holz, Sichtbeton und Linoleum eine angenehme Atmosphäre schaffen. Für 750 Gäste wird es dabei Sitzgelegenheiten auf der ausziehbaren Tribüne an der östlichen Längsseite geben. Dahinter sowie an zwei weiteren Seiten des Spielfelds können zusätzlich 200 Zuschauer im Stehen das Geschehen verfolgen. Damit werden auch die Voraussetzungen für Handballspiele der Frauen-Bundesliga erfüllt. „Wir bauen diese Halle aber insbesondere für den Schul- und Breitensport“, sagte Christof Bolay.

Bereits vor zehn Jahren hatte es erste Überlegungen gegeben, die bisherige Sporthalle 1 zu sanieren und zu erweitern. Im Austausch mit den Nutzern wurden später die Anforderungen an eine mögliche neue Halle ausgearbeitet, ehe der Gemeinderat Ende 2015 aus wirtschaftlichen und energetischen Gründen einen Neubau priorisierte. Da beantragte Fördergelder des Bundes im folgenden Frühjahr jedoch ausblieben, wurde das Projekt zunächst gestoppt und nicht vorzeitig realisiert. 2018 begannen konkrete Planungen, bevor im Verlauf dieses Jahres der Siegerentwurf ermittelt wurde.

„Ich bin mit dem Ergebnis unglaublich zufrieden“, sagte Christof Bolay. „Wir bekommen eine funktionale und energetisch gute Halle. Die vielen Diskussionsrunden haben sich gelohnt.“ Neben der Sportfläche, die in drei Teile gegliedert werden kann, bietet das Gebäude im Erdgeschoss unter anderem einen großzügigen Geräteraum, sechs Umkleidekabinen für Sportler sowie einen Besprechungsraum, der etwa für den theoretischen Teil des Sportunterrichts dient. In der ersten Ebene werden die Sanitäranlagen für Zuschauer, eine Küche sowie zwei Theken für den Verkauf und ein teilbarer Multifunktionsraum untergebracht. Letzterer kann für verschiedene Sportangebote oder als VIP-Bereich genutzt werden. Von dort aus können Besucher durch die verglaste Front auf das Spielfeld blicken.

Auf dem Dach wird eine große Photovoltaik- Anlage angebracht, die zu einem nahezu CO2-neutralen Gebäude, das den KfW-55-Standard erfüllt, beiträgt. Darüber hinaus wird die neue Sporthalle an das Nahwärmenetz des Hallenbads Nellingen angeschlossen. Zu angenehmen Temperaturen für Schüler, Sportler und Gäste auch an kalten Tagen trägt eine Mischung aus Fußbodenheizungen, Deckenstrahlplatten und normalen Heizkörpern bei. Finanziert wird das Vorhaben – für das abermals ein Förderzuschuss beantragt wurde, über den jedoch noch nicht entschieden ist – mit Hilfe eines Kredits, den die Stadt zu günstigen Konditionen abgeschlossen hat. „Wir profitieren von den guten Zinsbedingungen“, sagte Christof Bolay.

Fertiggestellt wird das Projekt Ende 2022 oder Anfang 2023. Anschließend wird die bisherige Sporthalle 1 abgerissen und die freiwerdende Fläche genutzt, um die Gemeinschaftsschule zu erweitern.

 

19. November 2020