KW47_Seniorenmittag_Nellingen

Nach zweijähriger Coronapause fand wieder ein Seniorennachmittag in Nellingen statt. Das Interesse war groß: Rund 160 ältere Menschen folgten der Einladung der Stadt in das KuBinO.

„Es wären gerne mehr Senioren gekommen“, sagte Christina Wörner, die neue Abteilungsleiterin für soziales Miteinander und Leben im Alter bei der Stadtverwaltung. Doch auch wenn mittlerweile fast alle pandemiebedingten Beschränkungen gefallen sind – zum Schutz der Besucher und Besucherinnen war der Saal nur sehr locker bestuhlt worden. „Leider mussten wir einigen Interessenten absagen. Es gab keinen Platz mehr“, bedauerte Wörner.

Die etwa 160 Senioren, die gekommen waren, kamen dafür aber auf ihre Kosten. Begrüßt wurden sie vom Ersten Bürgermeister Rainer Lechner. „Nach zwei Pandemiejahren sind wir als Stadtverwaltung sehr froh, dass endlich wieder Begegnungen stattfinden können“, sagte er. Seit dem jüngsten Seniorennachmittag im Jahr 2019 habe sich die Welt gewaltig verändert – Corona habe die Dinge gewaltig durcheinandergebracht, auch wenn Ostfildern aus Sicht der Stadtverwaltung noch relativ gut durch die Krise gekommen sei. „Das war aber nur möglich, da uns von Seiten der Bürgerschaft ein so großes Verständnis entgegengebracht wurde“, betonte Lechner. Dank der nun deutlich gelockerten Rahmenbedingungen wäre endlich etwas Licht am Horizont zu sehen gewesen, doch dann sei nach mehr als 77 Jahren Frieden in Westeuropa der Angriff auf die Ukraine geschehen und damit der Krieg zurück gekommen. „Und zwar nur etwa 1.300 Kilometer von uns entfernt“, sagte der Bürgermeister.

Auch aus Ostfilderns Partnerstadt Poltawa kämen täglich dramatische Nachrichten von Drohnenangriffen und Zusammenbrüchen der Strom- und Wasserversorgung. „Die überlagernden Krisen stellen uns als Verwaltung vor große Herausforderungen, die zum normalen Tagesgeschäft dazu kommen“, sagte Lechner. Dennoch sei es in den vergangenen Jahren möglich gewesen, gleich mehrere Großprojekte wie den Bau der neuen Sporthalle 1 oder die Schulsanierungen auf den Weg zu bringen. Erfreulich sei auch, dass die Finanzen der Stadt weiterhin stabil sind – trotz aller Krisen. Mit Blick auf den ersten Advent und die damit beginnende Weihnachtszeit wünschte Lechner allen Besuchern die nötige Muße, sich auf diese besondere Zeit im Jahr zu besinnen.

Danach überreichte die Volksbank Mittlerer Neckar, vertreten durch den Filialgebietsleiter Philipp Haas, einen Scheck in Höhe von 500 Euro an den Krankenpflegeverein Ruit (KVR). „Wir sind sehr froh, dass wir den Verein bei diesem tollen Projekt unterstützen dürfen“, sagte Haas. Gedacht ist das Geld für die Anschaffung eines Laptops, das die Arbeit des neuen Projekts „Brücke in den Alltag“ erleichtern soll.

Das neue Projekt, das der KVR zusammen mit den Krankenpflegevereinen Scharnhausen und Kemnat ins Leben gerufen hat, will ab dem kommenden März Menschen unterstützen, die nach einem Klinikaufenthalt zu Hause wieder ihren Alltag meistern müssen. „Wenn Patienten aus dem Krankenhaus entlassen werden, benötigen sie oft keine große Behandlungspflege mehr, müssen in den ersten Tagen aber dennoch unterstützt werden“, erklärte die Mitinitiatorin und Projektleiterin Voichita Scheipner vom KVR. Dabei gehe es etwa um Hilfe beim Einkaufen, die Organisation eines Arztbesuchs oder einfach eine Begleitung beim Spaziergang. „Es handelt sich weder um Pflegedienste noch um hauswirtschaftliche Unterstützung“, betonte Scheipner.

Der Seniorennachmittag klang aus mit schwäbischem Kulturgut, dargeboten vom immer noch stimmgewaltigen Ostfilderner Männerchor, Chansons vom Duo Les Enfants de la Chanson, einem ökumenischen Grußwort des katholischen Pfarrers Klaus Alender und einem Abendessen.

Auf die Veranstaltung in Nellingen folgen zwei weitere Seniorennachmittage. Für den Termin am Montag, 28. November, 17 Uhr, in der Festhalle Kemnat ist eine Anmeldung unter Telefon 0711 3404-274 nötig. Die Teilnahme am Donnerstag, 1. Dezember, 14.30 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus in Scharnhausen bedarf keiner Anmeldung.

24. November 2022