Besuch_Galerie_Bolay

Die Künstlerin Doris Graf hat die Eindrücke von Bürgern aus Ostfildern in sechs Piktogrammen zusammengefasst. Sie basieren auf mehr als 1.000 Zeichnungen, von denen Besucher nun rund ein Viertel betrachten können.

Über dem Schlafenden im Bett hängen eine Wurst, eine Kaffeetasse, eine Brezel, ein Huhn sowie ein Bierkrug, dazu auch noch eine Stadtbahn und ein Krankenhaus. Unter anderem auf diese Art und Weise hat Doris Graf Eindrücke der Bürger Ostfilderns gebündelt. Neben diesem Piktogramm hat die Künstlerin in fünf weiteren Bildsymbolen zusammengefasst, was Einwohner in ihrer Stadt für typisch erachten oder ihnen gefällt, was sie kritisieren oder anstreben, womit sie sich identifizieren oder wo sie Handlungsbedarf sehen. Die Werke sind Teil der Ausstellung "CityX - Ich Ostfildern", die - nachdem die Eröffnung aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste - noch bis zum 22. September jeweils freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr in der städtischen Galerie besucht werden kann. Darüber hinaus sind Termine nach Vereinbarung möglich.

Vor wenigen Tagen hat auch Oberbürgermeister Christof Bolay einen Blick auf die Blickwinkel der Bürger geworfen. "Die Zeichnungen zeigen die bunte Vielfalt der Stadt. Die Piktogramme bringen auf den Punkt, was Ostfildern ausmacht", sagt Christof Bolay. Denn zusätzlich zu den sechs Piktogrammen für Ostfildern - und 16 aus einem vergleichbaren Projekt in Stuttgart - können Besucher mehr als 250 Zeichnungen betrachten, auf denen die Arbeit von Doris Graf basiert.

Für das Projekt "CityX - Ich Ostfildern" hatte die Stuttgarter Künstlerin mit dem Team der städtischen Galerie und dem Bürgerverein Schapanesen die Bürger in Ostfildern gebeten, ein Bild ihrer Stadt zu zeichnen. "Es haben sich Menschen aller Altersgruppen und aus unterschiedlichen Lebens- beziehungsweise Arbeitsbereichen beteiligt", sagt die Galerieleiterin Holle Nann. Auf mehr als 1.000 Exemplare summierte sich der Rücklauf am Ende.

Die Piktogramme reihen sich in das internationale Projekt "CityX" von Doris Graf ein, in dem sie seit fast einem Jahrzehnt Städte mithilfe derer Bürger porträtiert. Dazu zählen neben Ostfildern und Stuttgart etwa auch das türkische Istanbul, Rio de Janeiro in Brasilien oder die kubanische Hauptstadt Havanna. Aus aktuellem Anlass hat die Künstlerin die Ausstellung im oberen Teil der städtischen Galerie um Zeichnungen der Kampagne "Ich, Quarantäne" ergänzt, die Einblicke in die Gefühle während der Corona-Pandemie geben.

Während dabei unter anderem verschiedene Ängste und eine zunehmend digitale Welt thematisiert werden, brachten die Bürger in Bezug auf das Projekt "CityX - Ich Ostfildern" immer wieder Aspekte rund um das Thema Nahversorgung zu Papier. Erfahrungen, die Doris Graf in jenem Piktogramm mit Wurst, Brezel, Stadtbahn und Krankenhaus gebündelt hat.

25. Juni 2020