Blick auf Nellingen

Die Verwaltung betrachtet Tiny Houses aufgrund ihres Flächenbedarfs nicht als Lösung für den Wohnungsmangel.

Tiny Houses, also Minihäuser, bieten Menschen auf wenig Fläche ein Zuhause. Häufig lassen sich diese Unterkünfte auf Rädern transportieren, andere Exemplare werden an einem festen Ort errichtet. Auf einen Antrag der Fraktion Die Linke hin hat die Verwaltung untersucht, ob in Ostfildern eine Tiny-House-Siedlung realisiert werden kann. Der Gemeinderat nahm die Einschätzung in der Sitzung am Mittwoch vergangener Woche zur Kenntnis. „Tiny Houses sind eine moderne Wohnform, aber kein geeignetes Instrument gegen den Wohnungsmangel in Ostfildern“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay und wies auf den höheren Flächenbedarf hin.

In vielerlei Hinsicht gelten für Tiny Houses ähnliche Vorschriften wie für den Bau herkömmlicher Häuser, etwa in Bezug auf Abstands- und Brandschutzregeln. Zusätzlich muss das Grundstück erschlossen, also an das öffentliche Straßen- sowie Versorgungs- und Entsorgungsnetz angeschlossen sein. In der Außenentwicklung Ostfilderns sieht die Verwaltung aufgrund des hohen Flächenverbrauchs und der Konkurrenz zur effizienteren Flächennutzung durch Geschosswohnungsbau derzeit keine sinnvoll geeigneten Flächen für eine Tiny-House-Siedlung. Gleiches gilt für größere Baulücken im Innenbereich. Gegebenenfalls wären die Kleinsthäuser als Zwischenlösung im privaten Bereich realisierbar – auf Grundstücken, die erst in einigen Jahren bebaut werden sollen oder die für eine konventionelle Bebauung zu klein sind, auf einzelnen Garagen oder auf Flachdächern. Bei Bedarf können solche Einzelfälle mit der städtischen Bauberatung erörtert werden.

27. Mai 2022