KW31_Personal

Mit einem übertariflichen Urlaubstag, finanziellen Anreizen und weiteren Aspekten erhöht die Stadt ihre Attraktivität für Beschäftigte weiter. Auch das mobile Arbeiten soll ausgeweitet werden.

 Auf der Suche nach Fachkräften in der Region Stuttgart präsentiert sich die Stadt Ostfildern künftig als noch attraktivere Arbeitgeberin. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch vergangener Woche einstimmig ein achtteiliges Maßnahmenpaket, mit dem Beschäftigte unter anderem von einer bezahlten Freistellung am Geburtstag, einem höheren Zuschuss zu Tickets des öffentlichen Verkehrs und im Erziehungsbereich von zusätzlichen Vorteilen profitieren. „Personal zu finden und zu binden ist eine große Herausforderung“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay. „Mit diesem Paket machen wir einen großen Schritt, die Attraktivität nicht nur zu erhalten, sondern zu steigern.“

So bekommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab dem kommenden Jahr an ihrem Geburtstag über die tarifliche Regelung hinaus einen zusätzlichen Urlaubstag. Auf Initiative der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen profitieren alle, deren Geburtstag immer auf einen Feiertag fällt, am nächsten Arbeitstag von dieser bezahlten Freistellung. Darüber hinaus wird der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel beim Weg zur Arbeitsstätte gefördert, indem die Stadt den Fahrtkostenzuschuss erhöht. Ab September beträgt die finanzielle Unterstützung 75 Prozent des Ticketpreises. Beschäftigte können zudem von einem weiteren Bonus profitieren, wenn sie andere Personen von einer Tätigkeit bei der Stadt Ostfildern überzeugen. In diesem Fall können sie sich über eine Mitarbeitende-werben-Mitarbeitende-Prämie in Höhe von 500 Euro freuen. Um neues Personal zu gewinnen, wird auch das Xing-Talentmanagement eingesetzt. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragte, diese Maßnahme zunächst auf ein Jahr zu befristen und die Auswirkungen zu evaluieren, was die Zustimmung des Gremiums fand.

Besonders herausfordernd gestaltet sich die Personalsuche aufgrund des Fachkräftemangels bei Erzieherinnen und Erziehern. Deshalb werden Beschäftigte in diesem Bereich nur noch unbefristet eingestellt. Um etwaige Überbesetzungen in einzelnen Einrichtungen zu verhindern, wenn Mitarbeitende aus der Elternzeit zurückkehren, können diese künftig nach Bedarf in einer der 13 städtischen Einrichtungen eingesetzt werden. Zudem werden Kinder von städtischen Mitarbeitenden bei der Platzvergabe für die Betreuung in einer Krippe oder Kita fortan vorrangig berücksichtigt, wenn mindestens ein Elternteil in einer Kindertageseinrichtung tätig ist. Dadurch soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert und eine frühere Rückkehr nach dem Mutterschutz oder der Elternzeit unterstützt werden. Zudem wird die Verwaltung prüfen, ob für Mitarbeitende, die ausbilden, eine Zulage gewährt werden kann, um die Attraktivität dieser Tätigkeit zu steigern. Bei pädagogischen Fachkräften könnte dadurch die Zahl der praxisintegrierten Ausbildungsplätze und der Anerkennungspraktikantinnen erhöht werden.

Zum umfangreichen Maßnahmenpaket zählt darüber hinaus eine neue Vollzeitstelle, um Social-Media-Kanäle zu betreuen und zu koordinieren. Auch auf diesem Weg möchte sich die Stadt Ostfildern Menschen verschiedener Altersklassen als attraktive Arbeitgeberin präsentieren. Bereits im vergangenen Jahr waren verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität beschlossen worden – wie etwa ein finanzieller Bonus für Beschäftigte, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen. Eine neue Regelung zum mobilen Arbeiten wird derzeit im Austausch mit dem Personalrat vorbereitet. Dort, wo es die Tätigkeiten erlauben, sollen bis zu 50 Prozent der Arbeitszeit als mobiles Arbeiten ermöglicht werden.

4. August 2022