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Der Gemeinderat teilt Bedenken der Verwaltung, dass aufgrund eines Projekts in Denkendorf künftig weniger Menschen in Nellingen einkaufen könnten.

Es kommt nicht allzu oft vor, dass Bebauungspläne anderer Kommunen im Ostfilderner Gemeinderat diskutiert werden. In ihrer vergangenen Sitzung nahmen sich die Ratsmitglieder jedoch einem Vorhaben der Gemeinde Denkendorf an und beauftragten die Verwaltung einstimmig, eine Stellungnahme zum Bebauungsplan „Nördliche Albstraße“ abzugeben. Demnach lehnt die Stadt die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel in der vorgelegten Form ab, da diese Ostfildern wesentlich beeinträchtigen würde.

Am nordwestlichen Rand Denkendorfs soll auf knapp einem Hektar großflächiger Einzelhandel ermöglicht werden, wobei der bereits ansässige Einzelhändler seinen Verkaufsstandort geringfügig verlagern und von rund 1.000 Quadratmetern auf 1.500 Quadratmeter vergrößern würde. Dadurch ist zu befürchten, dass künftig mehr Kunden aus Nellingen in Denkendorf einkaufen werden und der zentrale Versorgungsbereich mit der aufwändig sanierten Hindenburgstraße erheblich beeinträchtigt wird.

Ein von der Stadt Ostfildern beauftragtes Gutachten geht von deutlich umfangreicheren Auswirkungen aus, als diese von der Gemeinde Denkendorf dargestellt wurden. Außerdem widerspreche das Vorhaben den Zielen des Regionalplans für die Versorgung. „Es geht nicht darum, dass wir unseren Nachbarn dieses Projekt nicht gönnen würden. Aber wir müssen beachten, welche Auswirkungen das für die Stadt hat“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay. Die Verwaltung regt deshalb an, den Entwurf des Bebauungsplans und die zugehörigen Gutachten zu überarbeiten.

 

22. Februar 2021