KW40_Abschluss_Mission_Lesen

Die neunte Sommerferien-Aktion „Mission: Lesen!“ der Stadtbücherei Ostfildern ist abgeschlossen. 84 junge Leser hatten sich beteiligt, 42 erreichten das Ziel, mindestens drei Bücher in den Ferien zu lesen.

50 Bücher in sechs Wochen – so viele hat Ruben Hornung aus Nellingen in den Sommerferien verschlungen. Damit ist der Neunjährige in diesem Jahr zahlenmäßig der absolute Spitzenreiter unter den Bücherwürmern. „Pro Tag habe ich mindestens ein Buch gelesen. Da waren dünnere und dickere dabei“, erzählt der Fünftklässler. Besonders Abenteuer und lustige Geschichten haben es ihm angetan. „Eins meiner Bücher war ein Handbuch für Superhelden, da steht zum Beispiel drin, wie man fliegen lernt.“ In der Stadtbücherei gehört Ruben zu den Stammkunden. „Ich wohne ums Eck und komme oft vorbei, um neue Bücher auszuleihen“, sagt er. In den Ferien hat Ruben den Lesestoff teils mit seiner Schwester ausgetauscht, die ebenfalls mit von der Partie war.

Mindestens genauso große Leseratten sind die neunjährige Svea Meckel, die stolze 26 Bücher gelesen hat, und die 13-jährige Sib Schröder, die mit ihren 20 Büchern zahlenmäßig auf dem dritten Platz der „Mission: Lesen!“ landete. Beide Mädchen kommen ebenfalls aus Nellingen, Svea geht wie Ruben in die fünfte Klasse des Heinrich-Heine- Gymnasiums, Sib besucht die achte Klasse am Otto-Hahn-Gymnasium. Während bei Svea ebenfalls die Abenteuergeschichten hoch im Kurs stehen, kann sich Sib für Fantasy ebenso begeistern wie für Pferdegeschichten, in denen es laut der Achtklässlerin viel um Liebe und Freundschaft geht.

Insgesamt 52 Mädchen und 32 Jungen, die meisten von ihnen zwischen zehn und zwölf Jahre alt, haben vom 13. Juli bis 17. September am Sommerleseclub teilgenommen. Die Büchereileiterin Heike Schepp stellt fest, dass vermehrt Grundschüler mit von der Partie waren. „Das freut uns sehr, dass immer mehr Jüngere dazukommen“, sagt sie. Entsprechend werde die Buchauswahl angepasst. 241 neue Bücher wurden mit finanzieller Unterstützung der Bürgerstiftung Ostfildern extra für die neunte Runde der „Mission: Lesen!“ angeschafft und insgesamt 776 Mal ausgeliehen. Die beiden meistgelesenen Titel waren „Die Drei ??? – Kelch des Schicksals“ und „Mein Lotta Leben – das letzte Einhorn“. Bei der „Mission: Lesen!“ gehe es nicht darum, möglichst viele Bücher zu lesen, betont Heike Schepp angesichts der sehr hohen Zahlen der vorderen Plätze. „Es ist schon eine tolle Leistung, wenn man drei Bücher innerhalb der sechs Wochen schafft.“

Das Büchereiteam hakt auch nach, ob die Bücher richtig oder nur quergelesen wurden. Daher warten auf die Leseratten am Ende Fragebögen mit ein paar inhaltlichen Fragen zu ihrem Lesestoff. „Ich kann mir schon vorstellen, dass in der Coronazeit noch mehr gelesen wurde als sonst“, vermutet Schepp.

Das sei dieses Jahr alles ein bisschen anders, bestätigte auch Oberbürgermeister Christof Bolay, der am Samstag mit Urkunden und Eisgutscheinen zur Abschlussfeier ins KuBinO gekommen war. Zusätzlich warteten bei einer Verlosung drei Buchgutscheine und Tickets für einen Tripsdrill-Ausflug im Topf. „Ihr seid alle Gewinner, weil ihr beim Leseclub mitgemacht habt“, sagte Bolay. Gerade in diesem Jahr seien solche Angebote besonders wichtig, sei doch ansonsten wegen Corona so einiges ausgefallen. „Da können sechs Wochen Ferien ganz schön lang werden.“

Zur Abschlussfeier war in diesem Jahr der Gitarrist, Komponist und Autor Stefan Sell gekommen, der die Kinder mit auf eine musikalische und erzählende Reise in die Welt der großen Dichter nahm und ihnen deren Texte kindgerecht nahe brachte. So etwa Goethes Götz von Berlichingen – „eine Art Robin-Hood-Geschichte“, wie Stefan Sell erklärte.

1. Oktober 2020