Ausstellung vom 19. Juli bis 8. September 2009

Der österreichische Künstler Gerold Tusch, inszeniert barockes Formenrepertoire zeitgemäß. Er löst dieses aus seinem historischen Zusammenhang heraus und interpretiert es neu. In einem Prozess der Befreiung entwickeln seine keramischen Formen aus dem abgegriffenen Genre des Kunsthandwerkes heraus eine Eigendynamik, emanzipieren sich und erlangen künstlerische Autonomie.

Seine Rocaillen, Arabesken, Pokal- und Vasentypen sind weit mehr als gefällige, dekorative Elemente. Sie sind eigenwillig und erlangen eine sinnliche, bisweilen erotisch aufgeladene Präsenz. Diese Prozesse der Transformation erfolgen gleichermaßen ironisch- augenzwinkernd, wie entlarvend und regen einen Perspektivewechsel an.

Die Arbeiten von Gerold Tusch finden ihren Kontrapunkt in einer Installation des renommierten Stuttgarter Künstlers Georg Winter: "Salutogenese durch Phytoinhalation". Er greift das Thema auf konzeptueller Ebene auf: sein "Aromat" verdampft nachweislich im Barock verwendete Gewürze und Heilmittel wie auch für den Barock typische Gerüche. 

Seine Arbeit zielt konzeptionell dahin, Vergangenes durch intensive sinnliche Präsenz zu vergegenwärtigen und mit synästhetischen Reizen eine größere Aufmerksamkeit für den Moment zu erzielen.

Das gesamte Projekt wird unterstützt von der ART-regio, Kulturförderung der Sparkassen Versicherung