Ausstellung vom 22. März bis 5. Mai 2009

Das Stillleben in der zeitgenössischen Kunst

Die Künstler stellten ihre gemeinsame Ausstellung unter das Motto des zeitgenössischen Stillebens. ("nature morte") Sie präsentierten Objekte, die einerseits einen starken Symbolcharakter aufweisen, andererseits aus ihrem ursprünglichen Kontext gerissen, gänzlich neue Assoziationsfelder erschließen. Beide Künstler beschäftigen sich mit dem Aspekt der Endlichkeit des Lebens und dessen ästhetischer Zurschaustellung. Die Präsentationsform der Objekte mit viel Glas, Vitrinen und glänzenden Oberflächen und nicht zuletzt der akkurat handwerklichen Herstellungsweise zeigten weitere Parallelen zwischen den Werkgruppen beider Künstler auf.

Michael v. Brentano inszeniert mit zeitgenössischen künstlerischen Mitteln augenzwinkernd idyllische Szenerien und thematisiert damit Sehnsüchte nach Geborgenheit und "heiler Welt".

Ein besonderer Reiz der symbolgeladenen Objekte und Inszenierungen besteht in der Dialektik von äußerer Erscheinung und innerem Gehalt, in der Ambivalenz von Alltäglichkeit, Banalität und der Erwartungshaltung des Betrachters angesichts der jeweiligen Inszenierung.

Daniel Braegs Arbeiten befinden sich an der Schnittstelle zwischen Natur, Kultur und Kunst.
Seine "Naturattrappen" offenbaren seinen gleichermaßen ironischen wie kritischen Blick auf Produkte der Natur, die bei ihm immer den Verwandlungsprozess eines Kulturproduktes aufzeigen. Natur ist immer ein Ergebnis menschlicher Eingriffe - unberührte Natur gibt es nicht mehr. Trotz höchst ästhetischer Präsentation verweist er gleichzeitig auf das Nichtidyllische, auf Aspekte wie Verwesung. Den Naturgesetzen kann sich das Kulturprodukt letztendlich nicht entziehen.