Ausstellung vom 22. Januar bis 21. März 2017

Die Ausstellung "die Luft ist rein" wird am 22. Januar um 11:15 Uhr eröffnet. Es sprechen Oberbürgermeister Christof Bolay und Dr. Tobias Wall.

Motive der Malerei von Andrea Eitel
Die gegenständliche Malerei von Andrea Eitel greift sinnliche Phänomene der alltäglichen, scheinbar unspektakulären Welt auf. Meist menschenleere, naturalistisch-illusionistisch gemalte Szenerien weisen eine Vielfalt an farblichen, kompositorischen und atmosphärischen Raffinessen auf. Es gleicht einem virtuosen Spiel mit der Wirkung von Materialien und Oberflächen.

Keine Situation ist ihr für ihre Malerei zu komplex:

  • Spiegelungen

  • Überschneidungen

  • verschachtelte Architekturen

  • objektgewordene Technik

  • Blicke von außen nach innen und von innen nach außen…

Installation von Max Streicher
Ihre Szenerien sind meist menschenleer, Kulissen auf der Bühne des Lebens. Max Streichers Installation "giants" aus der Serie "waking army" stellt ihnen zwei Akteure zur Seite. Hydraulisch aufgeblasen, steht deren vibrierendes Äußeres für die bildhafte Hülle des Menschen. Wie es in deren Inneren aussieht, was sie antreibt, veranlasst, bleibt offen. Die Hülle bleibt anonym - eine Projektionsfläche für uns Betrachter, zu der wir eigene Motive, Befindlichkeiten und Geschichten assoziieren können.


Innen und außen sind zunächst einmal als räumliche Verortungen zu verstehen, die etwas mit dem eigenen Standpunkt, der eigenen Position zu tun haben. Von außen betrachtet ist die vermeintliche Innenseite eine Außenseite.

 

Die Beatles texteten 1968 "Your inside is out when your outside is in, Your outside is in when your inside is out." (everybody's got something to hide except me and my monkey)

Dieser Text ist auf den Menschen bezogen. In Andrea Eitels Malerei hat der Mensch seine Spuren hinterlassen, ist selbst dadurch aber nur indirekt anwesend. Ihr Weg, Innen und Außen anschaulich zu machen, führt häufig über die Architektur, das heißt die Darstellung des Öffentlichen, urbanen Raumes:

  • Gläserne Fassaden

  • Fenster

  • Durchsichten

  • Treppenaufgänge

  • Foyers

Grundsätzlich setzt eine Unterscheidung jedoch voraus, dass es eine Grenze, einen Übergang zwischen den beiden Kategorien gibt. Das Innen ist umschlossen und tritt in ein Spannungsverhältnis mit dem Außen - ein ambivalentes Verhältnis von Nähe und Ferne, von Sichtbarwerden und Verbergen.

Andrea Eitel gelingt es eindrücklich, diese Gegensätze in ihren raffinierten Kompositionen und gezielter Kontrastierung der Farben herauszuarbeiten.