Ausstellung vom 10. Mai - 14. Juli 2015

Sperrige Holzkisten und spröde Abfallhölzer - seit vielen Jahren ist das der Werkstoff, aus dem Alfonso Hüppi seine meist bemalten Objekte und Wandreliefs zaubert.

Er ist der diesjährige Preisträger des art KARLSRUHE-Preises und emeritierter Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.


In den 1960erJahren war er als Holzsachbearbeiter an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Baden-Baden mit den hermetischen, den Raum umschließenden und zweckgerichteten Transportbehältnissen in Berührung gekommen. Alfonso Hüppi gelingt die spielerische und von Leichtigkeit gekennzeichnete Metamorphose der Kisten zu humorvollen Objekten.


Kistenquadrate, quasi die Ursprungsform aus naturfarbenen Brettern, werden nicht nur ihrer ursprünglichen Bedeutung enthoben. Sie werden vielmehr geöffnet, zerlegt, auseinandergenommen, aufgeklappt, "entwürfelt" und die Einzelteile neu zueinander in Beziehung gebracht. Zunächst entstehen zweidimensionale Werke, die Räumlichkeit nur durch perspektivische Anordnung suggerieren; das heißt: Quadrate, Dreiecke, Parallelogramme.

 

Bei der "Entwürfelung" scheint die Kiste auseinanderzufallen wie bei einem Sturz. Sie wird aber schon im freien Fall reliefartig festgehalten. Durch Verschiebung und Überlagerung entstehen immer neue Konstellationen, die das Auge auffordern permanent die Sicht auf die Dinge zu verändern.

Was Hüppi interessiert, ist in erster Linie die Wechselwirkung von Fläche und Raum, sowie das Zusammenspiel linearer-zeichnerischer Elemente mit der Malerei. Die Architektur der Städtischen Galerie nimmt die Horizontalen, Vertikalen, Schrägen auf. Sie spielt sie in spannungsreicher Wechselwirkung von Fläche und Raum, von Linien, Flächen und Farben zurück.

 

Wiederkehrendes Leitmotiv der Ausstellung sind die "Köpfe" oder auch "Kopfscheiben". Sie zeigen seine Affinität zum Figürlichen - lebensnah und zauberhaft zugleich, voller Ideenreichtum und Phantasie.

In Ostfildern wird zudem das "Tor für Max Bill" gezeigt.

Vertikale Elemente in Weiß wechseln sich mit schwarzen ab. In diesen wird der Betrachter stark reflektiert, deutlich weniger ausgeprägt in den weißen. Er gewinnt so je nach Perspektive den Eindruck, er befinde sich vor dem Tor oder dahinter.

Dahinter verbirgt sich die Idee des ägyptischen Scheintores, das den Körper zurückhält, den Geist aber mühelos passieren lässt.


  Vita Alfonso Hüppi
1935

Geboren in Freiburg im Breisgau

1960-64

Dozent für Kalligrafie und Bildnerisches Gestalten an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg

1964-68

Mitarbeiter der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden

1969

Preis der International Biennial of Graphic Arts in Ljubljana

1974-99

Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf

1974

Berlin-Preis, Akademie der Künste Berlin

1997

Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg

1998

Gründung des "Etaneno - Museum im Busch" in Namibia mit Erwin Gebert

2015

Preis der art KARLSRUHE

 

Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, des Künstlerbundes Baden-Württemberg und der Akademie der Künste Berlin

 

Lebt in Baden-Baden und Berlin