Der Gemeinderat hat von der Situation in Kindertageseinrichtungen Kenntnis genommen. In einem Workshop mit Beteiligung der Fraktionen werden Vorschläge zur Verbesserung erarbeitet.  

Die Verwaltung hat in nichtöffentlicher Sitzung am 11. Dezember dem Gemeinderat einen Situationsbericht über die Bedarfsplanung in Kindertageseinrichtungen im Kindergartenjahr 2019/2020 gegeben, die Platzzahlen für das Kindergartenjahr 2020/21 dargelegt und über Maßnahmen zur Verbesserung beraten. Die Verwaltung wurde vom Gemeinderat beauftragt, die Schaffung weiterer Plätze in Kindertageseinrichtungen zu verfolgen und dabei vor allem die Stadtteile Scharnhausen, Parksiedlung, Nellingen und Ruit bei der Kleinkindbetreuung sowie die Stadtteile Scharnhauser Park, Nellingen und Scharnhausen für Angebote in den Einrichtungen für Kinder von drei Jahren an stärker zu berücksichtigen.

Zudem organisiert die Verwaltung nach dem Beschluss des Gemeinderats einen Workshop für ein Strategiegespräch zur Entwicklung konkreter Vorschläge zur Verbesserung der mittelfristigen Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen. Dabei werden die Fraktionen im Gemeinderat mit beteiligt. "Wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir zusätzliches Personal für die Kinderbetreuung gewinnen können", sagte Oberbürgermeister Christof Bolay zu den Punkten, die bei dem Workshop bearbeitet werden sollen. Ebenso gelte es darüber zu diskutieren, ob auch noch künftig an der derzeit angebotenen Vielzahl von Betreuungsvarianten festgehalten werden könne. "Es könnte zum Beispiel ein Weg sein, die Vielfalt der Betreuungsangebote anzupassen und somit mehr Betreuungsplätze zu schaffen", skizzierte der Oberbürgermeister einen Gedankengang.

Dass über den errechneten Bedarf hinaus schnell weitere Betreuungsplätze geschaffen werden müssen, darüber war sich das Gremium einig. Wie das gelingen kann, darüber wurde in der Sitzung diskutiert. Die Vorstellungen reichten von der Schaffung weiterer Betreuungsmöglichkeiten in so genannten Pflegenestern und in der Kindertagespflege über die Anstellung auch von weniger qualifiziertem Betreuungspersonal - zum Beispiel bei der Hausaufgabenbetreuung von Schulkindern - bis hin zur Teilung von Betreuungsplätzen.

In der Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2020/21 werden nach aktuellem Stand vorgehalten: etwa 100 Plätze für Kinder im Alter bis zu drei Jahren in der Tagespflege, in der Krippe 230 Plätze für Kinder bis drei Jahre, in altersgemischten Gruppen 22 Plätze für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren, im Kindergarten (einschließlich Ganztagsbetreuung) etwa 1.350 Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren und in der Schulkindbetreuung etwa 750 Plätze für Kinder im Grundschulalter.

Die zur Verfügung stehenden Plätze in der Kinderbetreuung liegen deutlich über den Quoten, die in Baden-Württemberg errechnet worden sind. Zum Beispiel kann in Ostfildern 43 Prozent der Kinder unter drei Jahren ein Platz in der Kindertagesbetreuung angeboten werden. Zum Vergleich: im vergangenen Jahr haben - landesweit betrachtet - 29,5 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz in Anspruch genommen. Weil der überdurchschnittlich steigende Bedarf in der Stadt erkannt worden ist, hat die Verwaltung betroffene Eltern vorsorglich in einem Brief über die Situation informiert.

9. Januar 2020