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Die Nellinger tüfteln an der Entwicklung ihres Stadtteils mit

Mit einer öffentlichen Veranstaltung ist der Stadtteilentwicklungsprozess in Nellingen in die nächste Runde gegangen. Das Interesse der knapp 250 Bürger war groß – sowohl an den Ergebnissen der Fragebogenaktion, als auch an möglichen Perspektiven, die sich in den nächsten Jahren für ihren Stadtteil bieten.

„Mit 2093 ausgefüllten Fragebögen liegt die Rücklaufquote der Bürgerbefragung bei fast 25 Prozent“, sagte Baubürgermeister Michael Assenmacher. „Diese Zahlen verdeutlichen das große Interesse in der Bewohnerschaft und auch den Handlungsbedarf.“ Wie die 3,6 Millionen Euro, die für den Stadtteilentwicklungsprozess in Nellingen von Bund, Land und Kommune eingesetzt und schlussendlich verwendet werden, sei noch völlig offen. Schließlich gehe es darum, gemeinsam mit den Bürgern Konzepte für das Gebiet rund um die Hindenburgstraße zu erarbeiten.

Die Ergebnisse der Befragung liefern bereits einige Anhaltspunkte und machen deutlich, wo die Stärken, aber auch die Schwächen des Stadtteils liegen. „Vor allem die Themen Verkehr, Einzelhandel und Stadtraumqualitäten müssen demzufolge angegangen werden“, sagte Reinhardt Kampmann, der Geschäftsführer der Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Ostfildern (SEG). Das städtische Tochterunternehmen, das seit kurzem seinen Sitz in der Schillerstraße 11 in Nellingen hat, ist Ansprechpartner für alle diesbezüglichen Fragen. „Wir wollen über Perspektiven für Nellingen diskutieren“, so Kampmann. „Da aber alle unterschiedliche Blickwinkel mit einbringen, müssen wir uns in Kompromissfähigkeit üben.“ Deutlich machte er diesen Appell, indem er die Interessen von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern nebeneinander stellte. Je nach Fortbewegungsmittel werden andere Ansprüche an den Straßenraum gestellt – nicht selten von ein und derselben Person. Bezüglich des Verkehrs sieht Kampmann die Chance für Nellingen darin, bei der Mobilität den Schwerpunkt nicht länger auf das Auto, sondern eben auf alle Fortbewegungsmittel zu setzen.

In einem kurzen historischen Rückblick zeigte Stadtarchivar Jochen Bender auf, wie die Hindenburgstraße Ende der 1920er Jahre im Zuge der Straßenbahnerweiterung als breite Achse gebaut worden war. Ende der 1980er Jahre folgte die Umgestaltung mit Bäumen und Parkbuchten. „Die Frage, wo man her kommt, ist oft spannend, wenn man wissen will, wo man hin will“, so Bender. Mit Blick auf die Hindenburgstraße verdeutlichte Karl-Josef Jansen, der Leiter des Fachbereichs Baurecht/Planung, dass dieser „zentrale Versorgungsbereich Nellingens“ durch Leerstände und Billiganbieter an Qualität verliere. „Aufgabe der Stadtplanung ist es, sich Gedanken darüber zu machen, wie man solchen Zuständen begegnen kann“, so Jansen.

Schnelle und für alle Beteiligten befriedigende Lösungen könne es hierzu genau so wenig geben, wie in anderen Bereichen, sagte Sven Fries vom Büro Stadtberatung. „Der Stadtteilentwicklungsprozess in Nellingen ist auf acht Jahre angelegt.“ Politik, Verwaltung, die Bürgerschaft und externe Planer müssen gemeinsam tragbare Konzepte erarbeiten. In diesem Sinne diskutierten die Teilnehmer der Veranstaltung in sechs Arbeitsgruppen über ihre Vorstellungen. Moderiert wurden die Gruppen von Mitarbeitern aus der Verwaltung und der SEG. Dem häufig geäußerten Wunsch nach einer weiteren Umgehungsstraße begegnete Baubürgermeister Michael Assenmacher mit der Notwendigkeit, sich auf die Optimierung des vorhandenen Straßennetzes zu konzentrieren. Unter Einbezug von Stadt-, Verkehrs- und Landschaftsplanern ist für den Herbst eine Zukunftswerkstatt geplant.

 

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