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Vorschau auf die folgenden Ausstellungen

 

Tobias Ruppert und Gäste

15. Oktober bis 16. Januar 2018

Mehrdimensional

Die Galerie als Ort der Begegnung, der Kommunikation und des Austausches sieht sich als Vermittlerin zwischen Kunst, Künstlern und Bürgern vor Ort. Diesen Anspruch unterstreicht Tobias Ruppert im Zeitraum von Mitte Oktober 2017 – Anfang Januar 2018. Er setzt als Künstler und Bürger Ostfilderns Impulse, ist Ideengeber. Die Galerie wird einmal mehr zum Aktionsfeld für unterschiedlichste künstlerische Disziplinen, Akteure und Besucher und bietet den Rahmen für die Begegnung professioneller Künstlerinnen und Künstler mit künstlerischen Amateuren, die sich in einem schöpferischen Prozess mit dem Begriff "mehrdimensional" auseinandersetzen. Dabei spielen Kooperationen zwischen unterschiedlichen Partnern eine ebenso wesentliche Rolle wie das Cross-Over aus Bildender Kunst, Theater, Literatur, Architektur, Tanz/Performance und Musik. Während der Laufzeit der Schau werden sich zahlreiche Präsentationen in loser Folge aneinander reihen, die über den gesamten Zeitraum ein Panoptikum an künstlerischer, wie gesellschaftlicher Vitalität und Kreativität widerspiegeln.

 

Frank Paul Kistner

28. Januar bis 10. April 2018

Connected

Der Stuttgarter Fotograf präsentiert unter anderem konfuse, irrwitzige Kabelführungen in Thailand und Kolumbien, die den Ausgangspunkt seiner Arbeit darstellen. Diese werden durch die bewusste Wahl des Bildausschnittes bzw. der Perspektive zu Lineamenten mit Zeichnungscharakter und grafischen Strukturen in unterschiedlichen Abstraktionsgraden.

Frank Paul Kistner wurde 1959 in Heilbronn geboren, studierte Sozialpädagogik, Film und Fotografie in Esslingen bzw. Remscheid. Seit 1990 arbeitet er als freiberuflicher Fotograf, er doziert Fotografie in Stuttgart, Schwäbisch Gmünd und Berlin. Frank Paul Kistner lebt und arbeitet in Stuttgart und Berlin.

Für die Präsentation der ausdrucksstarken Arbeiten bieten die Galerieräume des mehrfach prämierten Stadthauses ideale und reizvolle Bedingungen. Geplant ist die Präsentation der Fotografien an Wänden und auf dem Boden, sodass durch die Fenster des Stadthauses zahlreiche Blickachsen entstehen.

 

Hanjo Schmidt und Jenny Winter-Stojanovic

22. April bis 3. Juli 2018

Gehäuse

Hanjo Schmidt präsentiert seine großformatige „Gehäuse-Serie“, die den alternden, im Verfall begriffenen menschlichen Körper in vehementer Malerei, jedoch detailgenau und schonungslos widergibt. Der Blick hinter die Fassade bleibt verwehrt, diese bietet sich jedoch als Projektionsfläche an für Fragen nach der menschlichen Existenz und Prozesse des Werdens und Vergehens. Es handelt sich nicht nur um eine malerische Wiedergabe. Ausgehend von der Erfahrung des Künstlers mit seiner von Demenz betroffenen Mutter, zeugen die eindringlichen Bilder vom Versuch der Kontaktaufnahme mit einem zwar vertrauten, aber befremdlich stummen Gegenüber.

Jenny Winter-Stojanovic nennt ihre aus Frischhaltefolie entstehenden Skulpturen „Zellformationen“, die durch Illumination eine zusätzliche Lebendigkeit bekommen. Die vegetabilen Formen erinnern an Wurzeln, Zellstränge, Synapsen und stehen für die Annäherung der Künstlerin an den Ursprung des Lebens.

Die Folie weckt Assoziationen an die Haut des Menschen, die eine Verbindung zwischen Innerem und Äußerem darstellt. Sie speichert Spuren des Lebens und ist Spiegelbild der Seele. Die Oberhaut des Menschen erneuert sich ungefähr alle 26-28 Tage komplett. In dieser Zeit entstehen neue Hautzellen. Im Vorfeld der Ausstellung in den Räumen der Städtischen Galerie soll die rauminstallative Folienarbeit „Membrane“ im Nachbarschaftshaus für einen Zeitraum von ca. vier Wochen analog zu diesen Prozessen der Hauterneuerung, gewissermaßen mit Erfahrung und Reife angereichert werden, den Ort „aufnehmen“ und die Lebenserfahrung der dort ein- und ausgehenden Menschen speichern.

Das Nachbarschaftshaus ist Begegnungsstätte für alle Bürger, aber auch Wohn- und Aufenthaltsort für von Demenz betroffene Menschen. Die fotografische Dokumentation der Ausstellung „Membrane“ im Nachbarschaftshaus wird anschließend im oberen, kleinen Galerieteil präsentiert.

Im Anschluss an die „Anreicherung mit Leben“, die sich im Nachbarschaftshaus vollzieht, werden die Häute abgenommen und erfahren eine Wandlung zum Kunstobjekt in der Städtischen Galerie. Dieser Ortswechsel kann sinnbildlich verstanden werden als ein Versuch zur Annäherung an demenzielle Veränderungsprozesse.