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18.5.2018

Verhüllungskünstler in Sträucher und Bäumen

Foto: Bäume am Obstlehrpfad mit Traubenkirschen-Gespinstmotten. Foto: Noll

Seit Anfang Mai bietet sich dem aufmerksamen Spaziergänger an vielen Stellen in Ostfildern wieder ein bizarrer Anblick. Einzelne Bäume und Sträucher sind komplett von einem silbrig-weißen Gespinst überzogen und kahlgefressen. Fast könnte man meinen, der Verhüllungskünstler Christo wäre tätig gewesen. Beim genaueren Hinschauen entdeckt man allerdings die wahren Urheber des schaurig-schönen Naturschauspiels.

Es handelt sich um die Raupen der Traubenkirschen- Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella), einem Schmetterling, bei dem es in unregelmäßigen Abständen immer wieder zu Massenvermehrungen kommt. Seine Raupen kommen ausschließlich auf der Traubenkirsche (Prunus padus) vor.

Angesichts des fast schon gespenstischen Anblicks, den die kahlgefressenen Bäume bieten, ist es durchaus verständlich, dass sich vermehrt besorgte Bürger beim Freiflächenmanagement melden. Dort kann man allerdings Entwarnung geben: Eine Gesundheitsgefahr durch die Raupen und ihre Gespinste, die sich teilweise auch auf angrenzende Bereiche unter den Bäumen erstrecken, besteht weder für Mensch noch Tier. Auch die kahlgefressenen Bäume treiben noch in diesem Sommer wieder aus und überstehen die „Verhüllungsaktion“ in der Regel unbeschadet.

Andere Baumarten werden, selbst wenn sich das Gespinst auf sie ausdehnt, nicht geschädigt. Eine Bekämpfung der Raupen ist also anders als beim Buchsbaumzünsler oder Eichen-Prozessionsspinner weder nötig noch zulässig.

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