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8.11.2018

Experten der Vereinten Nationen zu Gast bei der Volkshochschule

Foto: Männer arbeiten am Laptop. Foto: Wairimu

Kürzlich haben drei Experten der deutschen Vertretung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) die Volkshochschule Ostfildern (VHS) besucht.
Die Besucher wollten sich ein Bild von den Angeboten für Geflüchtete machen.

Die VHS informierte über die Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sowie weitere von Bund und Land geförderte Bildungsprojekte wie zum Beispiel „Einstieg Deutsch“ und das „Bildungsjahr für nicht alphabetisierte Flüchtlinge“. Dabei wird neben der Sprachvermittlung ein besonderer Schwerpunkt auf die gesellschaftliche Integration gelegt.

Teilnehmer, die zur Zeit an der VHS Deutsch lernen und zum Teil kurz vor ihrer Prüfung stehen, berichteten von ihren Erfahrungen, den derzeitigen Herausforderungen und ihren Zukunftsplänen. Alle Gesprächspartner betonten einstimmig, wie wichtig das Erlernen der deutschen Sprache sei. Viele sind erst seit wenigen Monaten in Deutschland und mit vollem Engagement dabei, trotz der Schwierigkeiten mit der Sprache. Allen ist bewusst: Die Sprache ist der Schlüssel zu Ausbildung und Beruf. Dabei hatten einige klare Berufsziele vor Augen. So will ein Flüchtling aus Afghanistan Busfahrer werden, weil er gerne in Kontakt mit anderen Menschen ist, eine Kursteilnehmerin aus Syrien, die vor ihrer Flucht als Lehrerin tätig war, möchte in einem Kindergarten arbeiten.

Die in den Kursverlauf integrierte Internetplattform „Ich will Deutsch lernen“ bietet eine willkommene Abwechslung zum Unterricht. So trainieren die Teilnehmer neben der Sprache auch den Umgang mit dem Computer. Bei gemeinsamen Unternehmungen wie Betriebsbesichtigungen erwerben die Teilnehmer weitere Kenntnisse für den Arbeitsmarkt, um sich gut auf die angestrebte berufliche Position vorzubereiten. Alle Geflüchteten würden gern im Alltag viel mehr Deutsch sprechen, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Dazu ist der Kontakt mit Einheimischen wichtig.

Ein Kursteilnehmer berichtete von seinem Nebenjob in der Gastronomie, in dem die Verständigung auf Deutsch unerlässlich sei. Auch die Unterstützung durch Ehrenamtliche spielt eine wichtige Rolle. Sie sind bei den vielen kleinen Problemen des Alltags behilflich und helfen auch, Sprachkenntnisse zu verbessern und anzuwenden.

Bei einem Besuch der Ibus-Lernwerkstatt wurde das Mentoring- Programm der Bürgerstiftung in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Asyl und der Stadt vorgestellt. Die Mitarbeiter der UN-Flüchtlingsorganisation lernten zudem weitere Angebote wie die Nähwerkstatt, das Job- und Sprachcafé oder „Wir sprechen Deutsch am Nachmittag“ kennen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig das Engagement der Stadt und die enge Kooperation aller beteiligter Organisationen für die Umsetzung von Integrationsprojekten sind.

Die drei Vertreter der UNHCR waren von der Motivation und der positiven Einstellung der Geflüchteten und Unterstützer beeindruckt. Die Erkenntnisse des Besuchs werden in die Arbeit der Organisation einfließen. Deren Aufgabe ist es, aus internationaler Perspektive die Situation von Flüchtlingen in Deutschland zu beobachten und in Gesprächen mit Entscheidungsträgern zur Weiterentwicklung des Flüchtlingsschutzes beizutragen.

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