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2.11.2017

Unternehmensbefragung im Verwaltungsausschuss diskutiert

Die Wirtschaftsförderung der Stadt hat die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung im Verwaltungsausschuss präsentiert. Einige der Ergebnisse geben Anlass zu weiteren Anstrengungen.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt hat in den vergangenen Wochen die ortsansässigen Unternehmen nach ihrer Zufriedenheit mit dem Standort gefragt, Kritik an der für das Gewerbe wichtigen Infrastruktur aufgenommen und darum gebeten, Verbesserungswünsche zu formulieren. 115 Unternehmen, rund 15 Prozent der befragten 775 Betriebe, haben den per E-Mail verschickten Fragebogen beantwortet. „Das ist kein schlechter Wert. Er ist bei solchen Umfragen üblich und durchaus aussagekräftig“, kommentierte Oberbürgermeister Christof Bolay die Zahlen bei der Vorstellung der Ergebnisse der Unternehmensbefragung in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses.

Steffen Rohloff von der Wirtschaftsförderung der Stadt berichtete, dass laut den Umfrageergebnissen die Mehrzahl der Unternehmen in der Stadt überwiegend zufrieden mit ihrer Situation ist. „Und manches, das wir bisher vermutet haben, ist nun in Zahlen nachzuweisen“, sagte er. Wie Rohloff darstellte, haben sich überwiegend Dienstleister an der Befragung beteiligt, gefolgt vom Handwerk und vom Handel, wobei zur Bezeichnung der Unternehmensart eine Mehrfachnennung möglich war. Dies weise auf einen Strukturwandel im gewerblichen Bereich hin. „Viele Betriebe sind schlicht nicht mehr eindeutig zuzuordnen. Ein Bäcker ist mittlerweile Handwerker, Einzelhändler und manchmal auch Gastronom“, sagte Rohloff. Wenig überraschend sei auch, dass sich überwiegend kleine Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern an der Umfrage beteiligt haben. Das entspreche den bundesweiten Zahlen, nach denen die allermeisten Unternehmen in Deutschland Klein- oder Kleinstbetriebe sind.

Wichtige Hinweise für die Kommunalpolitik und die Verwaltung sah Rohloff vor allem in der Bewertung der Antworten zur Standortbeurteilung. Während die Standortfaktoren Kundennähe, Verkehrsanbindung, regionale Absatzmärkte, die medizinische Versorgung und die Bildungsangebote in der Stadt weit oben auf der Zufriedenheitsskala landeten, rangierten gerade jene Kriterien, denen die größte Bedeutung zugewiesen wurde, weit hinten. Namentlich das Wohnraumangebot und die Preise für das Wohnen, aber auch das regionale Fachkräfteangebot, die Höhe der Gewerbesteuer sowie die Parkplatzsituation kamen schlecht weg. Auch das Angebot an Gewerbeflächen und Erweiterungsmöglichkeiten landete auf der Negativseite. Aus dem Grund denken einige Unternehmen sogar über eine Standortverlagerung nach.

Beim Standortfaktor Internetanbindung, der bei den Unternehmen höchste Priorität hat, zeigte sich laut Rohloff „ein uneinheitliches Bild, da wir in der Stadt noch immer eine sehr unterschiedliche Angebotssituation haben“. Für eine genauere Einschätzung hätte die Befragung trennscharf nach einzelnen Gewerbegebieten oder Ortslagen unterscheiden müssen. Dies wurde bewusst vermieden, um einen gesamtstädtischen Eindruck zu erlangen.

Bolay betonte, dass die Verwaltung „bewusst keine Schönwetter-Befragung“ durchführen, sondern aussagekräftige Ergebnisse erzielen wollte. „Die Unzufriedenheit mit dem Steuersatz konnte man ja noch vermuten. Aber es muss uns zu denken geben, dass das Thema Wohnen zum harten Standortfaktor geworden ist“, sagte er. Dies könne zum Entwicklungshemmnis werden. „Wohnen muss uns also ebenso beschäftigen wie Gewerbeflächen und Internetanbindung. Und ich folgere aus den Ergebnissen auch, dass wir unsere Anstrengungen zur Fachkräftegewinnung und zur guten Ausbildung fortsetzen müssen.“

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