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9.2.2012

Toleranz und soziale Kompetenz üben

Anstatt Mathe oder Deutsch standen am vergangenen Freitag in der Wasenäckerschule in Scharnhausen Dinge wie Seillaufen, Jonglieren oder Leiterpyramiden bauen auf dem Programm.

So spannend ist die Schule selten: Im Rahmen des Lokalen Aktionsplans (LAP) ist das Zirkusprojekt Scharnhausen an den Start gegangen. 200 Grundschul- und Kindergartenkinder durften diverse Manegenkünste ausprobieren - und hatten riesig Spaß daran.

Schauplatz Körschtalhalle: Mit Feuereifer schwangen sich die Zweit- bis Viertklässler aufs Trapez, balancierten trippelnd auf der Laufkugel oder warfen Diabolos in die Luft. „Ich sehe hier nur glückliche und grinsende Kinder“, freute sich Schulleiterin Barbara Kary über das muntere Zirkustreiben. Für die Erstklässler und Kindergartenkinder waren  im Schulgebäude verschiedene Übungs-stationen aufgebaut worden. 

Nicht nur körperliche Fähigkeiten 

Die Organisatoren haben dabei indes mehr im Sinn als nur körperliche Fähigkeiten zu schulen. Das gemeinsame Zirkustraining sei bestens geeignet, um Kindern verschiedener Kulturkreise und Nationalitäten spielerisch Toleranz und soziale Spielregeln beizubringen, erklärte Jürgen Zimborski vom Fachbereich Soziale Lebenswelten der Stadt Ostfildern. Finanziert wird das Projekt durch Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“, in das Ostfildern im Jahr 2011 aufgenommen wurde. Unter dem Motto „Vielfalt Leben“ wird es im Rahmen des LAP in Zusammenarbeit mit vielen lokalen Akteuren umgesetzt. 

Maximal 20.000 Euro fließen für das nachhaltig angelegte Zirkusprojekt, das noch bis Ende 2013 laufen soll. „Uns ist es wichtig, Prävention zu betreiben und mit dem LAP bei den Kindern anzusetzen“, betonte Zimborski. Neben der Wasenäckerschule beteiligen sich der Kindergarten Fröbelstraße und der evangelische Kindergarten am Zirkusprojekt. Als Träger fungiert der Schulförderverein. Beste Erfahrungen hat Schulleiterin Kary bereits mit Zirkusaktionen in der Vergangenheit gesammelt: „Die Kinder lernen, sich mit ihren Stärken und Schwächen zu akzeptieren und bauen Vertrauen auf.“

So sah es auch Karl-Heinz Ramminger von der Zirkusschule Circuli, der die Konzeption des Projekts übernommen hat. „Im Zirkus muss man als Team arbeiten, sonst klappt es nicht - ob beim Bau von Menschenpyramiden oder dem gemeinsamen Gestalten von Aufführungen.“

Erstaunlich konzentriert und kollegial ging es trotz der großen Zahl von Kindern in der Körschtalhalle zu. Und viele von ihnen entdeckten beim Zirkusprojekt ungeahnte Fähigkeiten: Alle haben es geschafft, alleine auf die Laufkugel zu springen und oben zu balancieren. Trainer Jens Mischner lobte: „Das war spitze.“ Demnächst können die Kinder weiterüben: Kostenlose Zirkus-Ferienprogramme werden in den Faschings-, Oster- und Pfingstferien angeboten. In naher Zukunft soll es zudem einmal wöchentlich ein Training in der Wasenäckerschule und im Hort geben. 

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