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Standorte Kemnat und Nellingen vom 30. November 2015

Bei Informationsveranstaltungen in Nellingen und Kemnat hat der Landkreis Esslingen Pläne zu Flüchtlingsunterkünften an den beiden Standorten erläutert. Die Arbeiterwohlfahrt hat das Konzept zur Betreuung von Flüchtlingen vorgestellt.

Zu Beginn der Bürgerinformationsveranstaltungen ging Oberbürgermeister Christof Bolay auf die grundsätzlichen Fragestellungen ein, die sich bei der Unterbringung von Flüchtlingen in der Stadt stellen. „Es geht nicht darum, ob wir die Flüchtlinge in diesem Stadtteil unterbringen, sondern wie“, sagte der Oberbürgermeister angesichts der stets steigenden Flüchtlingszahlen. Im Frühjahr dieses Jahres war man von 270 Menschen ausgegangen, die bis Jahresende untergebracht werden müssen, im Sommer wurde die Zahl auf 470 korrigiert. Momentan geht man von einer Schätzung von 740 Menschen aus, die bis Ende 2016 in Ostfildern untergebracht werden. Die Zahlen verlaufen analog zu den steigenden Flüchtlingszahlen auf Landkreisebene: „Wir müssen pro Woche 270 Menschen in einer Unterkunft unterbringen“, erläuterte Christian Sigler, der Leiter des Amts für Flüchtlingshilfe beim Landratsamt Esslingen den etwa 150 Zuhörern in Nellingen und den 200 Besuchern der Informationsveranstaltung in Kemnat. Etwa 1.000 Menschen würden dem Landkreis derzeit pro Monat aus den Erstaufnahmestellen zugewiesen. Ein Großteil der Menschen komme aus Syrien, aber auch aus dem Irak, dem Iran, aus Afghanistan und aus Zentralafrika.

Julie Hoffmann, die Leiterin des Sozialdienstes bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Landkreis Esslingen erläuterte das Konzept zur Betreuung der Flüchtlinge. Die  Mitarbeiterinnen bei der AWO bieten bei den Flüchtlingen regelmäßig Sprechstunden an, in denen die Menschen bei allen bürokratischen Dingen unterstützt werden, bei Problemen vermitteln die AWO-Mitarbeiter in Einzelgespräche Hilfe und sind auch Ansprechpartner im Krankheitsfall. Die Leiterin des AWO-Sozialdienstes betonte die wichtige Aufgabe, die ehrenamtliche Helferkreise vor Ort übernehmen: „Wir haben hier einen sehr starken Freundeskreis Asyl, auf dessen Hilfe wir zählen können.“ Die Angebote der Ehrenamtlichen zielten vor allem darauf ab, die Lebensqualität der geflüchteten Menschen zu verbessern.  

Die Pläne des Landkreises sehen für Nellingen eine Unterbringung von Flüchtlingen in einer leer stehenden Gewerbeimmobilie in der Daimlerstraße vor. Auf rund 1.400 Quadratmeter Fläche sollen in dem zweigeschossigen Gebäude „140 bis 180 Menschen untergebracht werden“, erläuterte Ulrich Muckenhaupt vom Amt für Kreisschulen und Immobilien im Landratsamt. Der Bezug des Gebäudes könne nach derzeitigen Planungen im dritten Quartal 2016 erfolgen. Ausschlaggebend für diesen Standort sei unter anderem auch die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie Einkaufsmöglichkeiten gewesen. Die Gewerbeimmobilie war dem Landratsamt von nicht von der Stadt, sondern von dritter Seite angeboten worden. Nachdem die Planungen für eine Unterkunft in der Daimlerstraße konkrete Form annahmen, hat die Stadt einen vorgeschlagenen Standort in der Maybachstraße für die Unterbringung der Menschen in einer Gemeinschaftsunterkunft zurückgezogen. Dort soll nun ein Projekt für die Anschlussunterbringung der Flüchtlinge entstehen, die spätestens nach zwei Jahren aus einer Gemeinschaftsunterkunft ausziehen müssen.

 

 

 

Im Anschluss an die Vorstellung konnten Besucher bei den Informationsveranstaltungen Fragen stellen und ihre Statements vertreten. In Nellingen sorgten sich die Besucher im Allgemeinen um die Aspekte der allgemeinen Sicherheit. „Ich beobachte eine steigende Unsicherheit“, so formulierte es ein Besucher. Er forderte, in Nellingen wieder einen Polizeiposten zu installieren.  „Auch ich spüre Angst, ganz vieles wird aber auch bewusst von den Medien geschürt“, sagte eine andere Besucherin, die Gerüchte, wonach ein Großteil der Flüchtlinge mit Ladendiebstählen zu tun hätten, ließen sich zum großen Teil nicht erhärten. Sie selbst engagiere sich seit 18 Jahren in der Flüchtlingsbewegung. „Ich bin offen auf die Menschen zugegangen und mir ist nur gutes begegnet.“

Bei der Bürgerinformation in Kemnat erläuterte  der Vertreter des Landratsamts die Pläne für die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Parkplatz der Sporthalle. Dort hatte der Landkreis zunächst die Aufstellung eines Winterzeltes favorisiert, bei einer Prüfung vor Ort aber festgestellt, dass die Fläche dafür zu klein ist. Die Vorplanungen sehen nun vor, dort eine Gemeinschaftsunterkunft „für etwa 50 bis 75 Personen zu erstellen“, erläuterte Muckenhaupt. Konkrete Planungen dazu gebe es aber noch nicht. Der Mitarbeiter im Amt für Kreisschulen und Immobilien ging auch auf ein „Angebot von privater Seite“ ein, das dem Landratsamt zur Prüfung vorliege. „Das Projekt ist aber noch in der Schwebe, so dass ich dazu nichts sagen kann.“

Bei der anschließenden Fragerunde beschäftigte die Zuhörer in Kemnat am meisten die bisher unveröffentlichten Planungen des Landratsamtes. „Hier sitzen 200 Leute, die hier sind, weil Sie von Ihnen dazu etwas wissen wollen“, sagte ein Besucher und brachte den Namen Fink ins Spiel. Bis zu 200 Flüchtlinge könnten dort untergebracht werden, so sei dem Vernehmen nach zu hören, so der Zuhörer. Auf diese Zahl ließ sich der Oberbürgermeister nicht festlegen. „Bevor wir so bestätigen oder dementieren können, müssen erst noch weitere Planungen erfolgen.“ Zum Beispiel gelte es zu untersuchen, ob eine Flüchtlingsunterbringung an diesem Standort baurechtlich überhaupt genehmigungsfähig sei. Und dabei gebe es Steuerungsmöglichkeiten für die Stadt.

 

Präsentationen des Landratsamts zu den Bürgerinformationsveranstaltungen in Nellingen und Kemnat

Link öffnet neues FensterPräsentation Standort Kemnat (pdf / 803 kb)

Link öffnet neues FensterPräsentation Standort Nellingen (pdf / 872 kb)

Link öffnet neues FensterPräsentation des Landkreises (pdf / 392 kb)

 

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Interessierte Zuhörer in Kemnat.