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Standort Scharnhausen

Infoveranstaltung zur Flüchtlingsunterkunft Schillerschule

Fußball klappt ohne Worte

Ofi16_KW3_Fluechtlinge_Buergerinformation_Unterkunft_Schillerschule_Ruit_Foto_Andrea_WangnerMehr als 120 Bürger kamen zur Informationsveranstaltung über die geplante Notunterkunft für Flüchtlinge in Ruit. In der Schillerschule sollen bis Ende Mai bis zu 100 Menschen einziehen.
Auf der Suche nach weiteren Unterkünften ist das Landratsamt Esslingen im Dezember auf die Stadtverwaltung zugekommen mit der Bitte, Sport- oder Gemeindehallen für die Unterbringung zur Verfügung zu stellen. Die Verwaltungsspitze schlug daraufhin das leer stehende Gebäude der Schillerschule als vorübergehende Herberge vor. Seit 7. Januar steht fest: In der Schillerschule können bis Ende Mai bis zu 100 Menschen in den Klassenzimmern Platz finden. Dazu werden derzeit die Sanitärräume hergerichtet und die Zimmer mit Stockbetten ausgestattet.


Oberbürgermeister Christof Bolay ging zu Beginn der kurzfristig geplanten Bürgerinformationsveranstaltung auf grundsätzliche Fragen zum Thema Flüchtlinge in der Stadt ein. „Es geht nicht mehr darum, ob wir Flüchtlinge unterbringen, sondern wie“, sagte der Oberbürgermeister angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen. Bis zu 10.000 Menschen sollen in diesem Jahr im Landkreis Esslingen untergebracht werden. In Ostfildern hat sich die Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge – anteilig errechnet nach der Einwohnerzahl – von 270 Anfang vergangenen Jahres über 470 Mitte vergangenen Jahres auf voraussichtlich 740 Menschen bis Ende dieses Jahres erhöht. Bolay erläuterte auch die Rahmenbedingungen für die Notunterkunft Schillerschule: Das Gebäude könne vorübergehend bis Ende Mai genutzt werden.


Auf dem Areal soll dann ein Projekt zum Bau von günstigem Wohnraum gestartet werden, ein Investorenwettbewerb dazu ist schon in Planung. Die Flüchtlinge aus der Schillerschule können nach Beendigung des Notquartiers in anderen Unterkünften in der Stadt Platz finden, die derzeit noch in Planung sind, zum Beispiel eine Unterkunft im Gewerbegebiet Nellingen oder beim Holzhackschnitzelwerk im Scharnhauser Park. „Wir müssen derzeit pro Woche 270 Menschen unterbringen“, berichtete Christian Sigler, der Leiter des Amts für Flüchtlingshilfe beim Landratsamt Esslingen, den mehr als 120 Zuhörern im Feuerwehrhaus Ruit. Dabei würden nun alle Kommunen im Landkreis ihren Beitrag dazu leisten müssen. „Wir können die Situation politisch nicht beeinflussen, wir können nur unsere Arbeit machen“, betonte Sigler angesichts der Entwicklungen der vergangenen Monate. Ein Großteil der Flüchtlinge kommt aus Syrien, die Menschen kommen aber auch aus dem Irak, dem Iran, aus Afghanistan und aus Zentralafrika, erläuterte Sigler. Der Amtsleiter ging zudem auf die Aufgabe der Arbeiterwohlfahrt ein, der Sozialdienst dort kümmert sich um die soziale Betreuung und begleitet die Flüchtlinge bei ihrem Asylverfahren.


Die Sorgen der Besucher an dem Abend fokussierten sich – auch nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Notunterkunft Blumenhalle – auf den Aspekt der Sicherheitsvorkehrungen in und um das Schillerschul-Areal. „Wir werden einen Sicherheitsdienst einsetzen, der rund um die Uhr mit mindestens zwei Mann vor Ort ist“, berichtete Sigler dazu. Ein weiterer Aspekt, das Gefühl der Unsicherheit rund um die Stadtbahnhaltestelle, das bei mehreren Zuhörern im Feuerwehrhaus auch schon vor der Belegung der Notunterkunft auszumachen ist, könne nur im Gespräch aller Beteiligten, also zum Beispiel auch mit den Stuttgarter Straßenbahnen, diskutiert werden, sagte der Oberbürgermeister dazu. Auch praktische Dinge wollten die Besucher der Informationsveranstaltung wissen, zum Beispiel, wie die Flüchtlinge sinnvoll beschäftigt werden könnten. Ein Zuhörer berichtete von einem Sportkreis, bei dem er jede Woche Fußball mit Flüchtlingen spiele, denn Fußball funktioniere als Vermittler immer – auch ohne Sprachkenntnisse.