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1.12.2011

Stadt will weiter Energie einsparen

Die Stadt Ostfildern hat ein ehrgeiziges Ziel. Bis zum Jahr 2020 soll der Stromverbrauch der städtischen Gebäude um zwei Millionen Kilowattstunden sinken, der C0²-Ausstoß um 700 Tonnen. Die Emission des klimaschädlichen Gases Kohlendioxyd (C0²) könnte von derzeit jährlich 4681 Tonnen noch weiter auf 4000 Tonnen im Jahr 2020 vermindert werden. Gegenüber dem Jahr 1990 - damals hatte der jährliche Ausstoß bei 6288 Tonnen gelegen - würde das bis 2020 eine Reduzierung um fast 37 Prozent bedeuten. Diese Zahlen nannte der städtische Energiemanager Frank Hettler, der kürzlich den Mitgliedern des Technischen Ausschusses einen Zwischenbericht zum Klimaschutzkonzept der Stadt Ostfildern erstattete.

Das 1990 selbst gesteckte Ziel, den C0²-Ausstoß im Zeitraum zwischen 1990 und 2011 um 25 Prozent zu reduzieren, sei inzwischen erreicht. Hettler verwies auf einen Rückgang von seinerzeit 6288 Tonnen auf heute 4681 Tonnen jährlich. „Wir haben auch im vergangenen Jahr wieder einen erfreulichen Sprung nach vorne gemacht“, versicherte er den Räten. Als einen der Hauptgründe für die positive Entwicklung nannte Hettler die inzwischen wieder mit Holzhackschnitzeln betriebene ORC-Fernheizanlage im Scharnhauser Park. Sie hatte nach einem Brand lange Zeit mit Gas betrieben werden müssen. Zudem wurde die Heizung der Wasenäckerschule in Scharnhausen von Öl auf hauptsächlich Pellets umgestellt. Negativ wird sich zukünftig die Situation in Kemnat bemerkbar machen. Nach dem Konkurs der Druckerei Fink, die in den vergangenen Jahren das Hallenbad kostenlos und einige städtische Gebäude teilweise mit C0²-sparender Fernwärme versorgte, müssen die Gebäude nun zu 100 Prozent mit Öl beheizt werden. Laut Hettler untersucht die Stadt Ostfildern derzeit, ob künftig beispielsweise der Einsatz eines Blockheizkraftwerks möglich ist.

„Sehr erfreulich“ ist für den städtischen Energiemanager auch die Entwicklung beim Stromverbrauch. Derzeit werden von der Stadt jährlich fünf Millionen Kilowattstunden verbraucht. Im Jahr 2020 soll der Verbrauch bei nur noch drei Millionen Kilowattstunden liegen. Wie das zu schaffen ist, zeigte Hettler am Beispiel der Nellinger Kläranlage. Dort wurden bislang fast eine Million Kilowattstunden Strom benötigt. Nach der Modernisierung werden es laut Hettler nur noch etwa zehn Prozent davon sein. Die Gründe: Eine höhere Effizienz und die geplante Klärgasverstromung.

Ein weiteres großes Einsparpotenzial gibt es bei der Straßenbeleuchtung, wo bei zahlreichen Leuchten bis zu 70 Prozent oder insgesamt etwa 500 000 Kilowattstunden des jährlichen Stromverbrauchs eingespart werden können. Voraussetzung dafür ist, dass 1600 ineffiziente Quecksilberdampflampen durch moderne LED-Lampen ersetzt werden. Hettler rechnet fest damit, dass die Stadt aus dem Topf der Klimaschutz-Plus-Förderung noch in diesem Dezember einen Zuschuss von 200 000 Euro erhalten wird.

Und noch etwas steht für Hettler fest. Ohne das Klimaschutzkonzept Nellingen, das derzeit erarbeitet und voraussichtlich im Januar 2012 im Technischen Ausschuss vorgestellt wird, hätte es diesen Zuschuss nicht vollständig gegeben. „Das Konzept steht kurz vor der Fertigstellung“, sagte er. Wie die weltweit zunehmenden Klimaschäden zeigten, werde die Verantwortung in diesem Bereich immer größer. Hettler verwies dabei auf die besondere Verantwortung der Kommunen. „Die personelle und finanzielle Ausstattung für solche Klimaschutzkonzepte muss dauerhaft installiert und dem Aufwand angepasst werden“, betonte er. Vor allem hätten auch die Stadtwerke zukünftig einen stark wachsenden Einfluss darauf.

Derzeit hat das städtische Energiemanagement ein Budget von jährlich 35 000 Euro. Mit dem Geld konnte Hettler einen „bunten Strauß von Maßnahmen“ umsetzen. Unter anderem wurden Pumpen der Heizanlagen im Kulturzentrum an der Halle, im Stadthaus, in der Kläranlage Nellingen und im Kindergarten Albstraße ausgetauscht. Zudem wurde die Entrauchungsklappe des Aufzugs der Schule im Park erneuert, was verhindert, dass Wärme verloren geht. Ferner konnte die Solepumpe im Jugendtreff L-Quadrat optimiert werden.

Oberbürgermeister Christof Bolay freute sich über die aktuellen Zahlen und über den Tätigkeitsbericht Hettlers. „Man sieht, dass in Ostfildern einiges passiert und sich die Dinge positiv entwickeln“, sagte der Verwaltungschef. Jürgen Kleih (B90/Grüne) lobte ebenfalls das Engagement des städtischen Energiemanagers. „Wenn wir Sie nicht hätten, müssten wir Sie sofort einstellen“, sagte er. Hettlers Vorschlag, bis zum Jahr 2020 den stadtweiten C0²-Ausstoß um 20 Prozent verringern zu wollen, begrüßte Frank Distel (SPD). „Da bin ich voll bei Ihnen“, versicherte er. Andernfalls nehme die Stadt ihre eigenen Ziele nicht ernst. 

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