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9.8.2018

Sozialminister Manfred Lucha besucht die Ibus-Lernwerkstatt in Nellingen

Foto: Die Landtagsabgeordnete Andrea Lindlohr (dritte von links), Sozialminister Manfred Lucha (fünfter von links) und OB Christof Bolay treffen Geflüchtete, Ehrenamtliche aus dem Freundeskreis Asyl und Hauptamtliche in der Betreuung. Foto: Eisenhardt

Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha hat kürzlich die Ibus-Lernwerkstatt in Nellingen besucht. Der Minister sagte eine stärkere Unterstützung der Arbeit mit Geflüchteten zu.
Der baden-württembergische Minister für Soziales und Integration Manfred Lucha (Grüne) besuchte in der vergangenen Woche gemeinsam mit der Esslinger Landtagsabgeordneten Andrea Lindlohr (Grüne) im Rahmen seiner Sommerreise die Ibus-Lernwerkstatt in Nellingen.

Das Kürzel Ibus steht dabei für das Projekt Integration- Beschäftigung-Unterstützung-Sprache, das die Ehrenamtlichen des Freundeskreises Asyl in Kooperation mit der Stadt und dem Kreisdiakonieverband ins Leben gerufen haben. Unterstützt wird die Lernwerkstatt von der Deutschen Fernsehlotterie. Geflüchtete Menschen werden dort unter anderem an die Grundfertigkeiten handwerklicher Berufe herangeführt.

Ziel von Ibus ist es, durch die erlernten Grundfertigkeiten einen schnellen Übergang in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Dazu gibt es ein Job- und Sprachcafé sowie eine Nähstube. Die Stadt unterstützt die Flüchtlingshilfe mit einer Integrationsbeauftragten und einer Ehrenamtskoordinatorin.

„Integration ist bei uns nicht Chef-, sondern Bürgersache“, betonte Oberbürgermeister Christof Bolay. Oft starte ein solch großes ehrenamtliches Engagement zwar mit viel Elan, nehme mit der Zeit dann aber wieder ab.

Nicht so in Ostfildern. „Hier engagieren sich viele dauerhaft, das funktioniert wirklich gut. Die Ibus-Lernwerkstatt ist ein Projekt, auf das wir alle sehr stolz sein können“, lobte Bolay. Zu den Engagierten zählt Erich Claß, ein Maler- und Lackierermeister, der die Flüchtlinge ehrenamtlich in den Grundlagen seines Handwerks unterrichtet.

Wie der Minister von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie aus erster Hand von Geflüchteten selbst erfuhr, gibt es trotz eines sehr guten Netzwerks in der Stadt im Alltag allerdings nach wie vor teils große, vor allem den langsam mahlenden Mühlen der Bürokratie zuzuschreibende Probleme. „Trotz guter Deutschkenntnisse, einer eigenen Wohnung und einer Zusage für einen Ausbildungsplatz ist es oft schwer, ein gesichertes Bleiberecht zu bekommen, besonders dann, wenn ein Identitätsnachweis aus dem Heimatland fehlt“, berichtete Ursula Zitzler, die Vorsitzende des Freundeskreises Asyl. „Wir wissen aber alle, dass es praktisch unmöglich ist, aus Krisen- und Kriegsgebieten wie Afghanistan und Syrien einen Pass zu bekommen“, betonte Zitzler und forderte den Minister auf, diese und weitere bürokratische Hürden abzubauen.

Auch Erich Claß forderte von der Politik, Geflüchteten ohne Pass Ausbildungs- und Bleibeperspektiven zu eröffnen, sollten sie sich engagiert in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt einbringen wollen. Lucha bestätigte zwar, dass man sich in der Politik dabei auf dem richtigen Weg befände. „In Sachen Pass muss es aber klare Spielregeln geben. Denn so ganz lapidar sind Ausweispapiere nun einmal nicht. Wir arbeiten auf der Ebene der Länderminister bereits sehr intensiv daran, Lösungen zu finden. Wir müssen unseren Rechtsrahmen nutzen. Wir brauchen ein Zuwanderungsgesetz jenseits der Asylrechtssystematik“, betonte Lucha. Es könnten nicht alle aufgenommen werden, aber alle, die schon jetzt einen Beitrag für die Gesellschaft leisten, müssten eine Perspektive haben. Zudem sagte der Minister zu, dass das Land die Ehren- und Hauptamtlichen in der Flüchtlingshilfe weiter stärken wolle.

Die Hauptamtlichen der Stadtverwaltung regten an, dass die zusätzlich geschaffenen Stellen zeitlich nicht allzu kurz befristet sein dürften, wie es aktuell oft der Fall sei. Diese Stellen sollten verstetigt werden, betonte Lucha, etwa die Posten der Integrationsmanager.

Informationen zur Ibus-Lernwerkstatt gibt es unter Link öffnet neues Fensterwww.fkasyl-ostfildern.de/ibus-lernwerkstatt, Kontaktperson ist Friedrich Becker vom Kreisdiakonieverband, E-Mail: f.becker@kdv-es.de.

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