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Scharnhausen wird aller Voraussicht nach in absehbarer Zeit einen schnellen Anschluss an die Welt erhalten. Vor allem Gewerbetreibende brauchen einen schnellen Internetzugang. Der Gemeinderat beschloss, der Neckarcom Telekommunikation GmbH einen Zuschuss von 109 000 Euro für die Einrichtung einer flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet zu gewähren.
Privathaushalte, Freiberufler und nicht zuletzt die Gewerbebetriebe in Scharnhausen beklagen seit vielen Jahren, dass sie über keinen schnellen Internetzugang verfügen. War es für Privatleute noch schlicht ärgerlich, dass der Austausch von Urlaubsbildern seine Zeit benötigte, oder Schüler gefühlte Ewigkeiten auf die dringend benötigte Grafik aus dem Internet warten mussten, um die Hausaufgaben fertigzustellen, wurde das Schneckentempo der Datenübertragung für Freiberufler und das Gewerbe in Scharnhausen zum Standortproblem. Die Verwaltung beschloss daher, die Problematik anzugehen und mit einigen großen Anbietern von Telekommunikationsleistungen über Lösungen zu verhandeln. Keiner von ihnen zeigte sich jedoch interessiert daran, die missliche Situation in Scharnhausen grundlegend zu ändern. Eine Haushalts- und Gewerbebefragung durch die städtische Stabstelle Wirtschaftsförderung ergab jedoch eine solide Datengrundlage für den hohen Bedarf an schnellem Internet. In Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart entschloss sich die Stadtverwaltung schließlich, den Ausbau der Versorgung auszuschreiben und den Bietern nach den Förderrichtlinien von Baden-Württemberg einen Investitionszuschuss der Kommune in Aussicht zu stellen.
Da die Stuttgarter Firma Neckarcom als einziger Bieter garantieren konnte, sämtliche
Qualitätsanforderungen zu erfüllen und mit 109 000 Euro mit dem geringsten kommunalen Zuschuss auskommt, schlug die Verwaltung dem Gemeinderat vor, diese Firma mit dem Ausbau der Versorgung zu beauftragen. Diesem Vorschlag folgte die Ratsrunde nahezu einmütig. Demnach könnte bei einer Ausbauzeit von etwa acht Monaten Scharnhausen zum Ende des kommenden Jahres als weißer Fleck auf der Landkarte des schnellen Internets getilgt sein. „Die formale Auftragserteilung soll erst im März erfolgen, da bis dahin die Frage geklärt ist, ob es eventuell Fördermittel durch das Land gibt“, schickte Oberbürgermeister Christof Bolay einer Diskussion voraus. „Eine positive Grundhaltung zu einem Zuschussbedarf von 109 000 Euro ist bei der momentanen Haushaltslage nicht selbstverständlich. Wir sehen es aber als Zukunftsinvestition in den Wohn- und Gewerbestandort Scharnhausen“, signalisierte Axel Deutsch (CDU) die Zustimmung seiner Fraktion. Auch Theo Hartmann, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, betonte die Bedeutung des schnellen Internetanschlusses als Standortfaktor und unverzichtbares Hilfsmittel für das Gewerbe. Ähnlich formulierte es auch Grünen-Gemeinderätin Sonja Abele. „Ein schneller Internetanschluss sollte als Teil der Daseinsvorsorge betrachtet werden“, sagte sie und verwies darauf, dass etliche Gewerbebetriebe in Scharnhausen nur mit teuren Standleitungen arbeiten können. Abele und Deutsch schlugen vor, mit diesen Betrieben Gespräche über Synergieeffekte der Breitbandversorgung für die Wirtschaft mit dem Ziel zu führen, sich an der kommunalen Förderung des Vorhabens zu beteiligen.