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Plieninger Straße 9, Scharnhausen

Das Gehöft ist eines der alten land­­wirt­schaftlichen Anwesen in Scharnhausen. Es ist bereits im Brand­versicherungskataster von 1808 beschrieben, wobei davon aus­ge­gangen werden kann, dass es sich da­mals schon um Altbauten handelte.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lag die Hofanlage ganz am Rand des Ortes. Nur noch wenige Häuser schlossen sich "an der Staig" an, wie die damals noch unbefestigte Plieninger Straße damals aufgrund ihrer starken Steigung genannt wur­de. 

1808 bestand das unterkellerte Wohn­haus aus zwei Wohnungen nebst ei­nem Stall. Daran schloss sich im rechten Winkel, also parallel zur Straße, eine Scheune mit "Wa­genhütte" an. Den Abschluss zur Straße hin bildete ein kleineres Waschhaus, das über einen eige­nen Brunnen verfügte. Es wurde später zu Werkstatt und Stall umgebaut.

An dieser dreigegliederten Hof­si­tu­a­tion hat sich bis heute nichts geändert. Interessant sind auch die vier Schlusssteine mit ihren his­torischen Jahreszahlen, die man bei näherer Betrachtung in den Wänden findet.

Adam Maier und der landwirtschaftliche Fortschritt

Heute wirkt das Anwesen Plieninger Straße 9 neben all' den umge­bauten oder neugebauten Gebäuden rings umher etwas mitgenommen. Man sieht dem Hof sein Alter an. Wer würde da schon vermuten, dass gerade dieses Anwesen in den 1920er- und 1930er-Jahren ein Ort der land­wirtschaftlichen Reformen und des zivilisatorischen Fort­schritts war? Damals lebte hier Adam Maier mit seiner Frau Katha­rine. Er verdiente seinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Ge­stütswart.

Als die Pferdezucht im Scharn­hauser Park um das Jahr 1930 eingestellt wurde, widmete sich Maier jedoch verstärkt den Neuerungen in der Land­wirtschaft. So verfügte der Hof als erster in Scharnhausen über einen geräumi­gen Hühnerstall mit Südfenstern, in dem sich die Tiere richtig wohl fühlen konnten. Auch führte Maier im Bauerndorf an der Körsch das bis heute gebräuchliche Kum­met ein, das den Zugtieren um den Hals gelegt wurde. Bis dahin hat­ten die Tiere den Wagen mit einem Joch an der Stirn gezogen. Und - man mag es beim heutigen Anblick des Bauernhauses kaum glauben: Hier soll sich in den 1930er-Jahren Scharnhausens erstes rich­tiges Badezimmer be­funden haben!

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