Runder Tisch berät über Ausbildung für junge Menschen
Etwa 20 Sachkundige aus Schulen, Gewerbe und Jugendarbeit im Stadthaus beim Runden Tisch Ausbildung zusammen und informierten sich über die aktuellen Entwicklungen. Zum fünften Mal trafen Vertreter der Ostfilderner Betriebe, der BdS-Ortsverbände, des Handwerks und des Handels mit den Schulleitern der Ostfilderner Schulen und der Kinder- und Jugendförderung Ostfildern zum Runden Tisch Ausbildung zusammen. Verbandsvertreter von IHK und Handwerkskammer, Berater aus der Agentur für Arbeit und vom Bildungszentrum der Garp sowie Vertreter der Stadtverwaltung Ostfildern komplettierten die etwa 20-köpfige Sachverständigenrunde.
Oberbürgermeister Christof Bolay, der den Abend moderierte, umriss das zentrale Anliegen des Runden Tischs, die Herausforderung des demografischen Wandels anzunehmen, die sich für den Arbeitsmarkt und die Ausbildung Jugendlicher abzeichnet. „Der Runde Tisch soll sachkundigen Menschen, die sich sonst nicht jeden Tag treffen, die Gelegenheit geben, zusammenzukommen und sich auszutauschen“, sagte Bolay.
Im Zentrum dieses Austauschs stand die Frage, wie es gelingen kann, förderungsbedürftigen Jugendlichen einen reibungslosen Übergang von der Schule in den Beruf zu ermöglichen, ohne dabei den Bedarf der Betriebe an fundiert gebildetem Nachwuchs aus den Augen zu verlieren. Mehrere Teilnehmer der Runde stellten dazu ihre Projekte vor. So erläuterte Katrin Kampermann, die Leiterin des Ikeros-Jugendbüros, die Beratungs- und Bildungsangebote zur Förderung junger Menschen, damit sie im Berufsleben bestehen können. Dazu gehöre eine zielgerichtete Lernförderung für Schüler, „denn ohne Abschluss kein Anschluss, das ist bekannt“, erklärte Kampermann. Aber auch das Erlernen von korrekten Umgangsformen und Verhaltensregeln gehöre dazu. „Ausbildungsvorbereitung heißt, Ärger im Betrieb und in der Folge auch Ausbildungsabbrüche vermeiden. Ich kann mich eben nicht per SMS krank melden“, illustrierte sie.
In den vergangenen drei Jahren habe das Jugendbüro 591 jungen Menschen den Weg in die berufliche Zukunft geebnet. Dies sei allerdings nur gelungen, weil parallel ein dichtes Netz von Kontakten zu Schulen und Betrieben geknüpft worden sei. „Netzwerkarbeit, der Aufbau von Kooperationen im örtlichen Kontext, ist ein wesentlicher Faktor für das Gelingen“, sagte Kampermann.
Dies unterstrich auch Markus Fritz, Schulleiter der Realschule Nellingen. Er berichtete vom interkommunalen Job-Infotag an der Schule, bei dem im vergangenen Jahr mehr als 700 Schüler direkten Kontakt zu Betrieben aus Ostfildern und einigen weiteren Gemeinden aufgenommen hatten. „Wir müssen die Schwellen niedriger machen, damit Ausbildungswege attraktiver werden. Dazu gehört auch eine bessere Vernetzung von schulischer und beruflicher Ausbildung“, betonte Fritz.
Auch für Ralf-Christian Litschke von der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen zeigte der Vernetzungsgedanke Zukunftsweisendes auf. Die IHK betreibt seit drei Jahren das Projekt der Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Betrieben, das Jugendlichen frühzeitige Einblicke in die Arbeitswelt bietet. Seit dem vergangenen Jahr verfüge jede Schule in der Region über mindestens einen Partner. Es sei ein dichtes Netzwerk entstanden, von dem Jugendliche wie Unternehmen profitierten.
Ralph Rieck, Leiter der Kinder- und Jugendförderung Ostfildern, fasste die Diskussion entsprechend zusammen. „Ziel eines künftigen Runden Tischs wird es sein, einen Ausgleich zwischen Angeboten und Nachfragen bei der Ausbildung zu schaffen. Dazu gehört, über noch bessere Vernetzung zu reden“, sagte er.
