
http://www.ostfildern.de/Ruit-p-2160.html

Mit 7800 Einwohnern ist Ruit der zweit- größte Stadtteil und wird am ehesten als "Straßendorf". im Zuge der Stuttgarter und Kirchheimer Straße wahrgenommen. Die bekannteste Einrichtung ist die Sport- und Jugendleiterschule im Zinsholz. In der städtischen Infrastruktur zeichnet sich Ruit durch den Sitz der Bauverwaltung, zentraler Einrichtungen für Senioren sowie des Jugendhauses Zentrum Zinholz aus. Ebenfalls wichtig für die ganze Stadt: das Paracelsus-Krankenhaus des Landkreises am ruhigen Waldrand..
Der Ort Ruit wird erstmals 1173 in einer Papsturkunde als "Rutte" erwähnt. Der Name geht vermutlich auf die Bedeutung "gerodetes Land" zurück. Eine andere Theorie leitet den Ortsnamen vom Wort "Ried" ab, das für "nasse Wiesen" steht.
Die Propstei Nellingen besaß hier zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert umfangreichen Grundbesitz und unterhielt auch einen Fronhof. Die Vogteirechte standen seit dem 13. Jahrhundert den Württembergern zu. 1519 wurde Ruit von den Esslingern niedergebrannt. Zu jener Zeit wurde der Ort Horb zwischen Ruit und Kemnat letztmalig erwähnt. Er wurde zur Wüstung.
Das Bauerndorf Ruit wuchs von rund 500 Einwohnern im Jahr 1800 auf rund 1.200 Einwohner im Jahr 1900. Wichtigen Einfluss auf die Geschichte des Ortes nahm die Industrialisierung des nahen Neckartals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nicht zuletzt aufgrund der kleinen Markung gingen immer mehr Bauern in die Fabrik und betrieben den Hof nur noch nebenher. Ruit wurde mehr und mehr zur Arbeiterwohngemeinde. 1938 kam das traditionell zum Amtsoberamt Stuttgart gehörige Dorf zum Landkreis Esslingen.

Durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, durch den Siedlungsdruck der benachbarten Landeshauptstadt Stuttgart und nicht zuletzt durch die erfolgreiche Gewerbeansiedlung vergrößerte sich Ruit auf rund 7.800 Einwohner. Das ehemalige Bauerndorf entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zur modernen, aufstrebenden Gemeinde. Seit 1975 ist Ruit ein Stadtteil Ostfilderns.