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7.6.2018

Auch für Reiten im Grünen gelten Grundsätze

Foto: Der Feldschütz Burton Ferm zeigt auf das Reitverbotsschild. Foto: Dannath

In Ostfildern werden rund 400 Pferde gehalten – und sie hinterlassen diverse Haufen. Dies und das Verhalten mancher Reiter sorgen für Unmut. Dabei gibt es auch für das Reiten Regeln.
„Seit Jahresanfang gehen wieder vermehrt Beschwerden über Pferdeäpfel auf Straßen und Gehwegen ein.

Auch dass sich manche Reiter nicht an die Vorschriften halten und reiten wo sie wollen, ärgert viele Leute“, bestätigt Burton Ferm, seit fünf Jahren als Feldschütz der Stadt Ostfildern tätig.Die meisten Beschwerden gehen über die Zustände auf den Wegen rund um die Aussiedlerhöfe in Nellingen ein, auch der Zustand der Wege zwischen Ruit und Kemnat sorgt oft für Unmut.

Was viele nicht wissen: Neben Hundebesitzern sind auch Pferdebesitzer verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu beseitigen. In riesigen Kotbeuteln mitschleppen müssen die Reiter die Pferdeäpfel allerdings nicht. „Es reicht, wenn sie absteigen und den Haufen mit dem Fuß zur Seite ins Gras schieben“, sagt Ferm. Das beobachtet der Feldschütz aber nur selten.

Ferm selbst und die Mitarbeiter des Bauhofs tun was sie können, um die Wege sauber zu halten. „Aber wir können nicht überall sein“, macht der Feldschütz klar. Er versucht deswegen schon lange auf die Pferdeställe und die Bauernhöfe, die Pferdeboxen vermieten, einzuwirken, zumindest die Wege in ihrer direkten Umgebung sauber zu halten.

Ihren Sport ausüben wo sie wollen, dürfen Reiter im Übrigen auch nicht. In den von der Stadt Ostfildern aufgestellten „Grundsätzen für das Reiten“ ist genau geregelt, wo geritten werden darf und wo nicht. Von der Gestattung ausgenommen sind unter anderem gekennzeichnete Wanderwege mit einer Breite von weniger als drei Metern, Wander-, Sport- und Lehrpfade. „Der Wanderweg Ostfildern 1 hinter dem Scharnhausener Friedhof ist zum Beispiel für Reiter gesperrt“, sagt Ferm. Trotzdem beobachtet er immer wieder Leute hoch zu Ross, die das Schild einfach ignorieren. „Und das ist eine Ordnungswidrigkeit.“

Seitens der Stadt gibt es eine offizielle Reitwegeempfehlung, die auch im Internet unter www.ostfi ldern.de/reiten abrufbar ist. Diese Empfehlung beinhaltet ein rund zwölf Kilometer langes Wegenetz an Wiesen-, Schotter- oder anderweitig befestigten Wegen, das unbedenklich beritten werden darf. „Diese Wege wurden so ausgewählt, dass es zu möglichst wenig Reibungspunkten mit Nichtreitern kommt“, sagt Burton Ferm. Die vier für Reiter gesperrten Wege sind in der Karte deutlich rot markiert und obendrein alle mit Verbotsschilder versehen. Gesperrt wurden diese Wege unter anderem wegen ihrer Unübersichtlichkeit. „Außerdem ist das Reiten auf Wiesen und Äckern ganzjährig verboten“, betont der Feldschütz. Auch im Wald heißt es für Ross und Reiter, auf den erlaubten Wegen zu bleiben. „Quer durch geht gar nicht, das ist ganz deutlich im Waldgesetz verankert“, stellt Ferm klar.

Für die Zukunft wünscht sich der Feldschütz mehr Rücksichtnahme seitens der Reiter. „Es ist eben so, dass unsere ursprünglich ländlich geprägte Region zu einer Stadt geworden ist. Die Leute, die in Ostfildern leben, wollen ins Grüne, aber dort soll es sauber sein.“ Dieser Wunsch sei natürlich nicht zu 100 Prozent zu gewährleisten, aber wenn jeder einen kleinen Teil dazu beitrage, seien alle zufriedener. „Es gibt heutzutage viel mehr Freizeitsportler und Wanderer als früher und die haben auch ein Recht darauf, in der Natur zu sein.“

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