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Ortskernsanierung in Ruit

Der Gebäudekomplex an der Ecke Kirchheimer- und Hedelfinger Straße wurde im Jahr 1977 unter der Bauträgerschaft der "Neuen Heimat" fer­tig­ gestellt. Darin finden sich neben Wohnungen auch etliche La­dengeschäfte sowie Bank, Notariat und Apotheke. Viele Ruiter sehen hier das Ge­schäfts­zen­trum Ruits.

Frühe Ortskernsanierung

Ende der 1960er-Jahre stellte die Gemeinde Ruit ver­stärkt städte­bauliche Überlegungen an. Man ging damals von einer Verdoppelung der Einwohnerzahl bis Mitte der 1980er-Jahre auf etwa 11.000 Bürger aus. Als mögliche Größe der Zukunft wurde sogar die Zahl 20.000 genannt - weit mehr als die knapp 8.000 Menschen also, die heute in Ruit zu Hause sind. Die Gemeinde betrachtete sich damals als Einzugs­gebiet der Stuttgarter Siedlungsausdehnung.

So ist es nicht verwunderlich, dass neben der Er­schließung neuer Baugebiete auch der Ausbau des alten Ortskerns auf der Tages­ordnung stand. 2.500 Quadratmeter Geschäftsfläche sollte im Rui­ter Zentrum schon vorhanden sein, meinte man

1971 - ein Vielfaches von dem, was damals in den kleinen, althergebrachten Läden zur Ver­fügung stand.

1972 schließlich sah der Erste Preis eines städte­baulichen Wettbewerbs den beinahe kompletten Abriss des alten Ortskerns und eine anschließende Neube­bauung in einer einheit­lichen vier- bis fünfstöckigen Bau­weise vor, wie man dies von Geschäftszentren an Stadt­rändern kennt. Das Dorf sollte zugunsten ei­nes urbanen Ambientes verschwinden. Es wurde in Fachkreisen viel über die Funktionalität diskutiert, jedoch wenig über Ästhe­tik oder über den Umgang mit Ortsgeschichte, die sich doch auch in der Ge­schichte der Gebäude dokumentiert.

Viele Ruiter waren beunruhigt über diesen „er­schreckenden, massiven Block“. Doch der damalige Bürger­meister Vatter beruhigte: Die Vision der Architekten sei in dieser radikalen Form gar nicht zu ver­wirk­lichen. Tatsächlich ging man den Weg der kleinen Schritte. Das Geschäfts­haus an der Ecke Kirch­heimer- und Hedelfinger Straße kann deshalb als Kompromiss gesehen werden: Es zeugt einerseits von den Bemühungen um ein modernes, leis­tungsfähiges Geschäftszen­trum, andererseits aber auch von der letztlichen Distanz zu Kahl­schlag-Konzepten der frühen 1970er-Jahre.

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