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Hirschbogen, Ruit

Neben dem Hirsch Hotel Gehrung in der Stuttgarter Straße 7 finden wir den so ­genannten "Hirschbogen". Unter dem Staffel­giebel wird das Mauerwerk aus großen Natursteinen durch ein oben abgerundetes Hauptportal durch­bro­chen. Es ist mehr als fünf Meter hoch und annäherund so breit. Im Schlussstein wurde die Jahreszahl 1604 in alter Form eingehauen.

Mit der um 1970 durchgeführten Renovierung des heutigen Hotels Hirsch ist auch der gesamte damals baufällige Hirschbogen ab­getragen und mit den alten Steinen wieder errichtet worden. Dabei ist der linke, früher kleinere Durchgang etwas vergrößert und dem rechten Durchgang angepasst worden. Der Hirschbo­gen steht unter Denkmalschutz.

Über die ältere Geschichte dieses Portals ist fast nichts bekannt. So kann man derzeit nur spekulie­ren: Mag sein, dass die architektonische Auffälligkeit des Hirschbogens wohl überlegt war. Früher war es bei Schildwirtschaften, also Gasthäusern mit Übernach­tungsmöglichkeit, nämlich vorgeschrieben, zum Pferde­wechsel

und zur Unterbringung von Pfer­den, Ställe bereitzuhalten. Um nun Fremden den Zugang zum Stall der Her­berge kenntlich zu ma­chen, so kann man vermuten, hat man diesen Torbogen als Zugang zum Hof und Stall neben dem Gasthaus gebaut. Da der Hof früher nachts mit To­ren verschlossen wurde, hat das Portal Sicherheit gewährleistet und dadurch Fremde zum Übernach­ten eingeladen.

Ob die Jahreszahl 1604 im Schlussstein auch gleichzeitig die Zeit der Erbauung dieser Hofeinfahrt angibt oder lediglich den Zeitpunkt eine Er­neuerung, ist leider ebenfalls unbekannt. Nicht einmal Steinmetzzeichen sind vorhanden, so dass auch die Namen der Erbauer im Dunkeln lie­gen.

Nach alten Angaben ist der Hirsch wohl der nordwestlichste Teil des alten Ruit. Auf der gegen­überliegenden Stra­ßenseite sind heute noch Reste einer alten massiven Mauer als Haus­grundmauern vorhan­den. Handelte es sich dabei um eine Einfrie­dung des Dorfes? Wie dem auch sei: Der Hirschbogen ist auch ohne belegbare Geschichte eines der spektakulärsten Überbleibsel der Archi­tekturgeschichte in Ruit und ganz Ostfildern.