
http://www.ostfildern.de/Projektphase+kommunalen+Bildungsplanung+abgeschlossen.html
Die Projektgruppen zur Erarbeitung eines Konzeptes im Rahmen der kommunalen Bildungsplanung in Ostfildern haben ihre Arbeit beendet. Jetzt geht es an die Bewertung und Umsetzung einzelner Projekte. Im April vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat die kommunale Bildungsplanung auf den Weg gebracht, nun ist eine gute Strecke zurückgelegt worden. In einer mehr als einjährigen Projektphase haben unterschiedliche sogenannte Bildungsakteure - Vertreter aus Einrichtungen, Organisationen und Fachabteilungen - gemeinsam mit Eltern, Jugendlichen und Lehrern ein Konzept zur kommunalen Bildungsplanung entwickelt.
Das Kernstück der Bildungsplanung ist die Kooperation zwischen Schulen und außerschulischen Partnern zur offenen Ganztagesschulbetreuung. Dabei sollen außerschulische Lernorte (wie Musikschule oder Sportverein) in das Ganztagesangebot mit einbezogen werden. Dafür haben die Projektteilnehmer grundlegende Voraussetzungen festgeklopft. Zum Beispiel muss ein außerschulisches Angebot regelmäßig stattfinden und bestimmte pädagogische Ziele verfolgen, damit es in eine qualitätvolle Ganztagesbetreuung mit einbezogen werden kann. Dazu haben die Projektteilnehmer einen Kooperationsvertrag entworfen, der künftig den Kooperationen zugrunde gelegt wird. Darin wird eine Beschreibung des Projektes ebenso festgelegt wie die pädagogischen Ziele, der Zeitpunkt und der Umfang des Projektes, der Veranstaltungsort sowie der Projektleiter und die Finanzierung des Projektes. „Damit haben wir die Rahmenbedingungen für eine gute Kooperation im Rahmen der Ganztagsschulbetreuung geschaffen“, sagt Oberbürgermeister Christof Bolay. Die Projektteilnehmer haben sich auch weiterer Handlungsfelder der kommunalen Bildungsplanung angenommen: Eine Projektgruppe hat sich unter dem Titel frühkindliche Bildung vor allem der Elternbildungsarbeit gewidmet. Dabei stand im Vordergrund, wie Eltern mit Migrationshintergrund erreicht werden können. Die Projektteilnehmer erarbeiteten dazu konkrete Vorschläge, zum Beispiel Qualitätskriterien für ein gutes Elterngespräch, die Bereitstellung eines Dolmetschers bei Verständigungsschwierigkeiten, die Einrichtung von Sprachkursen und die Schaffung von Familienzentren als Dreh- und Angelpunkt von gelingender Elternarbeit.
Eine weitere Projektgruppe hat sich damit befasst, wie Kinder- und Jugendliche an städtischen Planungsprozessen beteiligt werden können. Ausgehend von dem gelungenen Projekt „Jugend bewegt Stadt“, in dem Kinder und Jugendliche Spiel- und Freiflächen gestalten konnten, soll nun der Faden auch in anderen Bereichen von Beteiligung weiter gesponnen werden. „Das kann für ein Angebot zur Ganztagsbetreuung ebenso gelten wie für die Ausgestaltung der Schulhöfe“, erläutert Alice Weber, die im Fachbereich 2 Ansprechpartnerin für die kommunale Bildungsplanung ist. Andere Projektgruppen erarbeiteten Werkstattberichte und skizzierten Vorschläge zu den Themenfeldern Erwachsenenbildung (zum Beispiel die Erfassung sämtlicher Bildungsangebote in einer eigens angelegten Datenbank bis hin zu einem Bildungsverbund in der Stadt) sowie der Einbringung von Kompetenzen älterer Menschen. In diesem Projekt lag ein Schwerpunkt auf der Ergänzung der Ganztagsbetreuung durch die Erfahrungen und Kompetenzen älterer Menschen - und den Grundlagen dafür, wie diese Zusammenarbeit für beide Seiten gewinnbringend gestaltet werden kann.
Nach Ende der Projektphase soll das Konzept zur kommunalen Bildungsplanung von den Fachabteilungen in der Verwaltung nun festgeklopft werden. Die Vorschläge zur Umsetzung werden dann dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt.