Parksiedlung
Eine Folge des Zweiten Weltkriegs war Wohnungsnot. Viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene wohnten in Baracken. Die Ausgebombten aus Stuttgart suchten ein neues Zuhause. Flächen für den Siedlungsbau waren gesucht. In dieser Situation bot Philipp Albrecht Herzog von Württemberg 1955 an, auf einem 27 Hektar großen Teilgelände des ehemaligen Königlichen Privatgestüts Weil auf Nellinger Gemarkung eine Wohnsiedlung zu bauen. Er ermöglichte eine Bebauung gegen Erbbaurechtsverträge auf 99 Jahre mit günstigem Jahreszins.
1957 wurden die ersten Wohnblocks bezogen. 1958 wohnten bereits 922 Einwohner in der Parksiedlung. 1964 wurde der Ostabschnitt um die Königsberger und Danziger Straße begonnen. Bis 1966 waren 468 Miet- und Eigentumswohnungen sowie 561 Ein- und Zweifamilienwohnhäuser fertig gestellt.
1959 war im Westteil der Parksiedlung der erste Bauabschnitt der Lindenschule vollendet. Erweiterungen erfolgten 1966 und 1993. Im Jahr 1968 konnten die evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Kirche und die katholische St. Dominikus-Kirche eingeweiht werden.

Durch ihre fast zeitgleiche Besiedelung hatte die Parksiedlung einige Jahre mit dem Problem einer einseitigen Bevölkerungsstruktur zu kämpfen: Die Kinder wurden erwachsen und zogen weg, die Alten blieben zurück. Mittlerweile haben wieder viele junge Familien die Parksiedlung als lebenswerte Wohngegend entdeckt.
Geblieben aus den Gründerjahren ist das ausgeprägte „Wir“-Gefühl der Parksiedler. War es damals der „Bürgerausschuss“, der sich um die bürgerschaftlichen Belange kümmerte, so ist heute der Bürgerverein Parksiedlung an dessen Stelle gerückt.
