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http://www.ostfildern.de//PS_Parkstra%C3%9Fe-p-2897.html

Von der Parkstraße ins Neckartal

Vom Rand der Park­siedlung aus, ungefähr in Höhe der Abzweigung Friedrich-List-Straße, hat man einen schönen Blick auf das Neckar­tal: zur Rech­ten ein Panorama der alten Reichsstadt Esslingen, im Vor­der­grund auf halber Höhe der "Parkhof", ein land­wirt­schaftli­cher Betrieb, der zu den Ländereien des Hauses Württemberg gehört und verpachtet ist.

Die Parkstraße führt Fußgänger hinunter ins Neckartal. Sie pas­siert den 1966 angelegten Parkfriedhof mit seiner erst 1982 ent­standenen Aussegnungshalle. Wer weitergeht, gelangt über Tra­fo­station und Klärwerk Parksiedlung durch das Gebiet mit dem alten Flurna­men "Cham­pagne" nach Esslingen-Weil.

Die historischen Verbindungen zu Weil

Die Parkstraße ist identisch mit einer historischen Wegeverbindung durch das Königliche Privatgestüt Scharnhausen-Weil. Sie verband seit dem frühen 19. Jh. das Scharnhäuser Schlössle und die dabei liegenden Ge­stüts­ge­bäude mit dem Gestütsteil Weil. An der heutigen Kreuzung der Parkstraße und der alten Straße zwischen Ruit und Nellingen

befand sich einst das „Grüne Törle“, das den Gestütsweg für Unbefugte sperrte. Vielen alten Ruitern ist dies noch gut im Gedächtnis. So mancher arbei­tete in der Ernte­sai­son im Parkhof, der damals „Schweizer­haus“ ge­nannt wurde.

Doch schon vor dem 19. Jh. gab es viel­fältige Beziehungen zwischen Weil und dem Gebiet des heutigen Ostfildern. Mit Scharn­hausen, Ruit, dem abgegangenen Ort "Horwe" bei Ruit und Jungenh­ofen war Weil mehr ver­bun­den als mit Esslingen. Dies lag an den Besit­zungen des 1230 ge­gründeten Dominikanerinnen­klosters Weil. Viel­leicht lag es auch daran, dass das Kloster nach großer Blüte drei Mal (1377, 1449 und 1519) durch die Reichsstädte Ulm und Esslingen niedergebrannt wurde.

Nach der Reformation blieb den Nonnen aber noch reich­licher Grundbesitz sowie das Exerzizien- und Wohnrecht bis zum Ableben. 1796 besetzte Mar­schall Moreau die Rui­nen, bevor sie von Erzherzog Karl von Österreich mit seinen Kanonen zerschos­sen wurden. Sehenswert ist das 1819/1820 nach den Plänen von Giovanni Sa­lucci erbaute königliche Landhaus, von dem man damals freie Sicht nach Esslingen und Cannstatt hatte. König Wilhelm II. von Württemberg brachte durch eine große Pferde­rennbahn europäischen Glanz nach Weil.